🐎😊💫Was bringt uns die Natürlichkeit der Dressur?
Vielleicht weniger Applaus von der falschen Seite.
Aber mehr Wahrheit.
Denn Dressur beginnt nicht im spektakulären Vorderbein,
sondern im unscheinbaren Detail: im Takt.
Der korrekte Zweitakt zB im Trab ist keine Nebensache – er ist die Basis.
Wenn sich die Diagonale auflöst, wenn Vorder- und Hinterbein nicht mehr miteinander arbeiten, sondern gegeneinander glänzen wollen, dann verlieren wir das, worauf alles aufgebaut ist.
Das mag beeindruckend aussehen.
Ist es aber nicht.
Denn verschobene Bewegungsphasen sind nicht nur eine Frage der Ästhetik,
sondern der Funktion.
Sie kosten Kraft, sie stören die ehrliche Losgelassenheit – und auf Dauer auch die Gesundheit.
Und genau dort wird aus Dressur etwas anderes:
eine Inszenierung.
Dressur aber will nichts erfinden.
Alles, was wir sehen möchten, ist bereits im Pferd angelegt.
Unsere Aufgabe ist es nicht, Bewegung größer und zirkusangelehnter zu machen –
sondern richtig auszubauen und dem Pferd zu helfen seinen Körper sinnvoll zu benutzen.
Gerade bei jungen Pferden wird das zur Herausforderung.
Die moderne Zucht bringt oft enorme Bewegungsmöglichkeiten und Hyperflexibilität mit sich.
Doch mehr Bewegung bedeutet nicht automatisch bessere Bewegung.
Im Gegenteil:
Wer zu früh zu viel fordert, riskiert Überforderung –
körperlich wie mental.
Natürlichkeit ist kein Rückschritt.
Sie ist Präzision.
Sie ist Ehrlichkeit.
Und sie zeigt sich nicht im großen Effekt,
sondern in der stillen Übereinstimmung:
Wenn die Diagonale trägt.
Wenn der Takt bleibt.
Wenn Losgelassenheit nicht gespielt werden muss.
Dann entsteht etwas, das keine Show braucht
weil es trägt. #dressur #dressage #Natur #Pferd #klassisch
🐎💫Das Pferd gehört ins Licht. Nicht der Reiter.“
Und doch sieht wir im Dressursport so oft das Gegenteil:
zu viel Reiter, zu wenig Pferd.
Ein „starker“ Reiter ist nicht der,
der sichtbar einwirkt, korrigiert, kontrolliert. Daher kann das Kompliment „du bist ein starker Reiter“ sehr falsch verstanden werden.
Sondern der Reiter, dessen Hilfen inclusive Sitz so fein sind,
dass sie beinahe unsichtbar werden kann sich „strak“ nennen. -Vielleicht
„Unsichtbarkeit der Hilfengebung“ als Parameter?
Unsichtbarkeit ist kein Mangel an Einfluss.
Sie ist seine höchste Form.
Sich zurücknehmen, fast schüchtern, unserem Partner die Bühne überlassen statt sich selbst in den Mittelpunkt zu rücken.
Denn dort, wo nichts mehr „gemacht“ wirkt,
beginnt Ausdruck.
Das Pferd tritt hervor –
in seiner Persönlichkeit,
in seiner Präsenz,
in einer Schönheit, die keine Inszenierung braucht
und vor allem keine Verzierung oder Blingbling weil es aus sich heraus schon so edel und eventuell in seiner Unvollkommenheit vollkommen ist.
Vielleicht ist genau das die Parallele zum Coaching:
Die größte Wirkung entsteht nicht durch mehr Tun,
sondern durch die Fähigkeit,
sich selbst aus dem Mittelpunkt zu nehmen.
Raum zu geben.
Still zu werden.
Und zu sehen, was längst da ist.
Sollte dich jemand fragen, ob du überhaupt etwas getan hast oder Dressrreiten überhaupt ein Sport ist:
Einfach lächeln. Denn das ist die beste Antwort.#dressur #dressage #feinehilfe #mittelpunkt #rampenlicht
Mit dem Institute for Artists & Estates (@artistsestates ) beraten wir Nachlässe und Künstler:innen wie Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp (@stiftungarp ), Phyllida Barlow (@phyllidabarlowestate ), Erwin Wurm (@erwinwurm ) oder Katharina Sieverding (@katharinasieverding ) – stets vertraulich und auf Vertrauen basierend. Zugleich wächst der Bedarf an zugänglichem Wissen zu diesen Themen. Deshalb haben wir gemeinsam mit Marcus Boxler (@boxlerer ) eine Podcastreihe entwickelt, die zentrale Fragen der Nachlassarbeit endlich breit zugänglich macht.
In fünf dichten, praxisnahen Folgen sprechen herausragende Experten und Expertinnen über alles, was es für einen lebendigen Nachlass braucht: von Archivpraxis über Stiftungsarbeit bis hin zu Catalogue Raisonné und den oft unterschätzten familiären Dimensionen:
Loretta Würtenberger (@lorettawuertenberger ) gibt einen kompakten, pointierten Überblick über Nachlassfragen anhand der Institutsarbeit
Kerstin Küster & Dr. Dietmar Elger vom Gerhard-Richter-Archiv (@skd.museum ) sprechen über ihre konkrete Archivpraxis
Elizabeth Smith (@elzbthsmth ) berichtet von 10 erfolgreichen Jahren als Chefin der Helen Frankenthaler Foundation (@helenfrankenthalerfoundation )
Elizabeth Gorayeb (@lizzigeee ) spricht über die Herausforderungen eines Catalogue Raisonné und ihre Arbeit am Wildenstein Plattner Institute (@wpi_art )
Hubertus Graf Zedtwitz (@hubertuszedtwitz ) reflektiert die emotionalen und familiären Implikationen der Verantwortung für einen Künstlernachlass
Heute, zum 1. Mai, sind alle Folgen online auf Spotify und überall, wo es Podcasts gibt!
Unbedingt reinhören – kompakt, fundiert und direkt aus der Praxis.
🐎🙏🏼lasst uns über Schwung reden..! Ein Wort, das heute oft mit „mehr Bewegung“ verwechselt wird – dabei ist es eigentlich ein Versprechen.
Ein Versprechen des Körpers an die Kraft in Verbindung mit erlernter Technik. Und der Kraft an die Geduld.
Wir leben in einer Zeit, in der die Pferdequalität uns verführt: große Bewegungen, viel Mechanik, viel „Wow“. Doch was glänzt, ist nicht automatisch gewachsen. Und was sich spektakulär anfühlt, ist nicht zwingend gesund.
Schwung ist kein Effekt. Er ist das Ergebnis gymnastischer Gundlagenarbeit.
Er entsteht nicht, weil wir ihn „reiten“, sondern weil der Körper ihn tragen kann. Weil Losgelassenheit, Takt und Tragkraft ihn überhaupt erst ermöglichen. Vorher danach zu fragen, ist ein bisschen so, als würde man ein Gedicht rezitieren, bevor man sprechen gelernt hat.
Und genau dort beginnt das Problem: Wenn wir Schwung zu früh wollen, wird er nicht entwickelt – sondern ersetzt. Durch Spannung. Durch Eile. Durch das leise, schleichende „trainingsnegativ“.
Das Pferd läuft dann nicht durch den Körper, sondern gegen ihn und damit gegen seine Gesundheit, physisch und psychisch.
Die wahre Kunst liegt darin, den Mut zu haben, zu warten. Zu spüren, wann der Moment kommt, in dem der Körper sagt: „Jetzt kann ich.“ Und erst dann zu fragen: „Magst du?“
Das ist kein Verzicht. Das ist klassische Ausbildung.
Und vielleicht auch ein bisschen Coaching fürs eigene Ego: Nicht alles, was möglich aussieht, ist schon möglich. Und nicht alles, was wir erzeugen könnten, sollten wir heute schon verlangen.
Schwung ist kein Ziel, das man erzwingt. Er ist ein Geschenk, das man sich verdient.
Und wenn er dann kommt, fühlt er sich plötzlich ganz leicht an. Fast so, als wäre er schon immer da gewesen.
Nur diesmal… ist er echt und nicht gesundheitsverschleißend.
#dressur #schwung #ausbildung #dressage
📚🐎auf einen Gedanken mit mir:
Vielleicht ist es weniger ein Entweder-oder als ein fortlaufendes Gespräch.
Wir sprechen gern von Lösungsphase und Arbeitsphase, als wären es zwei Kapitel mit klarer Überschrift. Doch in Wahrheit ist die Arbeitsphase keine „andere Welt“ – sie ist die Lernphase. Für das Pferd. Und, wenn wir ehrlich sind, auch für uns.
Die Lösungsphase aktiviert.
Die Lernphase differenziert.
Und beides braucht dasselbe Fundament: Losgelassenheit.
Denn Lernen geschieht nicht im Druck, sondern im Verstehen.
Nicht in Spannung, sondern in durchlässiger Verbindung.
Im Coaching sagen wir oft: Entwicklung passiert dort, wo Klarheit auf Vertrauen trifft.
Warum sollte es im Sattel anders sein?
Die Aufgabe der „Arbeitsphase“ ist dann nicht, mehr zu tun,
sondern feiner zu fragen.
Nicht mehr Energie zu fordern,
sondern bessere Antworten zu ermöglichen.
Und so verschwimmt die Grenze:
Die Lösung wird zum Beginn des Lernens,
die Lernphase bleibt getragen von der Qualität der Lösung.
Kein harter Wechsel. Kein Bruch.
Sondern ein Dialog in Bewegung.
Alles ist im Fluss –
vom ersten Aktivieren bis zum letzten bewussten Nachspüren im Cool Down.
#Dressur #ReitenAlsDialog #CoachingImSattel #Losgelassenheit #Coaching
We are delighted to welcome Hubertus Graf Zedtwitz to the Institute for Artists & Estates. As a leadership coach and socio-therapist with a background in applied social psychology, he works at the intersection of personality development, leadership and complex emotional dynamics.
At the Institute for Artists & Estates, we repeatedly observe how crucial the emotional side of estate planning and estate management is: it is most often a family affair, in which questions of belonging, recognition, trust and historical burdens can surface with great intensity. Precisely in these sensitive constellations, issues such as communication, role clarity and the handling of conflict and expectation become decisive for the sustainable management of an artistic legacy.
We are therefore particularly pleased to welcome Hubertus Graf Zedtwitz to the Institute for Artists & Estates as an expert in this field. Together, we will develop formats that address the inner dynamics of legacy work: dealing with complex feelings, negotiating intergenerational roles and strengthening those who carry and care for an artistic estate.
👐🐴😊Die Hand, das große Thema:
Viele kennen mich aus der Dressur.
Aus einer Welt, in der die Hand über vieles entscheidet.
Nicht über Kraft.
Sondern über Gefühl.
Ich bin früh mit einem Bild aufgewachsen, das mich bis heute prägt:
Die Hand soll sein, als hielte sie ein Vögelchen. Zitat aus unserem Buch „Eine Sprache der Liebe“
Nicht zu fest – sonst fühlt es sich nicht wohl.
Nicht zu locker – sonst fliegt es davon.
Klingt einfach.
Ist es nicht.
Denn wir Menschen sind händisch veranlagt. Diese Eigenschaft hat uns in unserer Menschheitsgeschichte besondere Zivilisationsvorteile ermöglicht. Aber sie ist auch unsere größte Herausforderung:
Wir wollen eingreifen, steuern, kontrollieren, aber wir krampfen oft.
Gerade dann, wenn es uns wichtig ist.
Im Sport sehe ich das.
In Unternehmen.
Und in Beziehungen erst recht.
Wir meinen es gut –
und greifen dabei oft zu fest.
Mehr Zügel.
Mehr Einfluss.
Mehr Sicherheit.
Was dabei entsteht, ist selten Verbindung.
Sondern Spannung.
Und manchmal genau das,
was wir eigentlich vermeiden wollten.
In der Reitersprache gibt es dafür ein klares Prinzip:
Nach jeder Einwirkung folgt das Nachgeben.
Die halbe Parade.
Ein Impuls –
und dann Loslassen.
Nicht aus Schwäche.
Sondern damit Selbsthaltung überhaupt möglich wird.
Und genau da wird es spannend:
Die meisten können führen.
Aber nur wenige können danach wirklich loslassen.
Kontrolle ist einfach.
Vertrauen braucht Präzision.
Hand aufs Herz:
Führst du noch –
oder hältst du schon zu fest? #loslassen #leadership #mindset #vertrauen #dressur
wusstet ihr eigentlich..?😊😅😜🐎
Viele kennen mich aus dem Leistungssport.
Aus der Dressur – aus einer Welt, in der Präzision, Timing und Vertrauen über Erfolg entscheiden.
Was dort oft übersehen wird: Es geht nie nur um Technik.
Es geht immer um Beziehung. Um Wahrnehmung. Um feine Dynamiken, die Leistung überhaupt erst möglich machen.
Genau dort hat damals auch mein Weg begonnen.
Ich habe früh verstanden, dass Entwicklung nicht isoliert passiert – weder im Sport noch im Unternehmen oder in der Kunst. Leistung entsteht immer im Zusammenspiel von Mensch, Umfeld und innerer Haltung.
Deshalb habe ich mich vor vielen Jahren entschieden, diesen Ansatz zu vertiefen:
als Coach und als Soziotherapeut.
Heute arbeite ich mit Unternehmer:innen im Mittelstand, begleite Entrepreneur:innen in ihrer Entwicklung und unterstütze kreative Prozesse im Kunstcoaching.
Was all diese Bereiche verbindet?
Die gleichen unsichtbaren Mechanismen, die ich aus der Dressur kenne:
Kommunikation, Vertrauen, Klarheit – und die Fähigkeit, Systeme wirklich zu verstehen.
Ich verbinde Leistung und Tiefe. Struktur und Intuition.
Nicht als Konzept, sondern aus gelebter Erfahrung.
Denn nachhaltige Entwicklung entsteht dort, wo wir beginnen, Zusammenhänge zu erkennen – und bewusst zu gestalten.
#Soziotherapie #Coaching #Mittelstand #Entrepreneurship #Leadership
🐎😊👍🏼 Gedanke zum Thema Anlehnung: Ein festgestellter Hals kann keine Balance regulieren noch als Balancierstange des Pferdes funktionieren.
Eine blockierte Halswirbelsäule kann keine Schwingung weiterleiten.
Ein Pferd hinter der Senkrechten kann keine ehrliche Anlehnung entwickeln.
Stattdessen sehen wir:
Verspannung statt Losgelassenheit.
Unterhals statt tragendem Oberhals.
Stützen statt Tragen.
Die klassische Reitlehre spricht nicht zufällig von Herandehnen an die Hand. Das Pferd tritt von hinten an die Hand heran – nicht umgekehrt. In dieser Bewegung entsteht Anlehnung als elastische Verbindung, nicht als mechanische Fixierung.
Und hier wird es unerquicklich für alle Freunde schneller Lösungen:
Anlehnung lässt sich nicht abkürzen.
„Jedes Ausbildungsjahr 1 cm näher an die Senkrechte – von vor der Senkrechten.“
Ein Satz, der mehr Wahrheiten enthält als mancher Ausbildungsstall wahrhaben möchte. Denn er beschreibt, was viele nicht hören wollen: Entwicklung braucht Zeit. Muskulatur braucht Zeit. Tragkraft und Selbsthaltung entsteht nicht durch Form, sondern durch korrekt wiederholte Bewegung und Kraftaufbau.
Im Galopp etwa hebt sich der Hals in der Schwebephase nicht aus ästhetischen Gründen, sondern weil das Nackenband entspannt und der Hinterhand das Abfußen erleichtert. Wer diesen Mechanismus durch „Form“ unterbindet, verhindert genau das, was er eigentlich fördern möchte: Tragkraft.
Und so bleibt am Ende eine unbequeme Wahrheit:
künstliches, mechanisches „Kopf-in-Form-bringen“ kaschiert Probleme.
Anlehnung löst sie.
Oder, weniger höflich formuliert:
Wer vorne sortiert, was hinten fehlt, betreibt keine Ausbildung – sondern Fusch.
Die Entwicklung korrekter Anlehnung ist kein kurzfristiges Ziel, sondern das Resultat konsequenter, geduldiger Arbeit über Jahre hinweg an den Grundlagen. Und sie zeigt sich immer gleich:
Das Pferd sucht die Hand.
Der Hals bleibt frei.
Die Balance entsteht von innen heraus.
Alles andere ist bestenfalls Kosmetik – und im schlechtesten Fall ein stiller Raubbau am Pferd. #foodforthought #dressage #dressur
Gedanken zu Ostern:
🐣💫💐🐎🐰 Es gibt eine stille Intelligenz in der Wiederkehr.
Die Jahreszeiten verhandeln ihr Gleichgewicht mit der Geduld der Natur. Die Gezeiten folgen einem Rhythmus, der älter ist als jede unserer Sorgen. Selbst die Woche kennt ihre Dramaturgie: Anfang, Steigerung, Höhepunkt – und dann das leise Zurücknehmen.
Warum also glauben wir, ausgerechnet im Umgang mit uns selbst und unseren Partnern – ob Mensch oder Pferd – ohne diese Ordnung auszukommen?
Zwischen Arbeit und Wagnis, zwischen dem mutigen Schritt aus der Komfortzone und dem wohlverdienten Innehalten liegt kein Widerspruch, sondern ein Versprechen: Entwicklung braucht Atempausen.
Oder anders gesagt: Selbst der ehrgeizigste Trainingsplan gewinnt nichts, wenn er gegen die Biologie – oder die Laune eines Pferdes am Montagmorgen – arbeitet.
Vielleicht ist es weniger Disziplin, die uns fehlt, als vielmehr die Bereitschaft, uns in einen Rhythmus einzubetten. Einen, der trägt. Der auffängt. Der erlaubt, dass Selbstliebe nicht als künstlicher Luxus erscheint, sondern als natürliche Voraussetzung.
Denn wer immer nur vorwärts drängt, verlernt irgendwann das Ankommen.
Und wer nie innehält, wird auch nicht gehört – weder vom Pferd noch von sich selbst.
The absolute best few days training with @hubertuszedtwitz 🙌🏼
Forever grateful for all of the support and most incredible classical training - thank you doesn’t seem like enough 🙏🏼🙌🏼
Super pleased with how the horses are developing, especially Berry who won her PSG at Chard yesterday on +67% - early days at PSG and much to improve on but so proud of her ❤️ And it was so great to have the master himself accompany us!
Thank you so much @stgilesstud for organising and being the very best owner/breeder/supporter !! Soooo much love 🫶🏻