Unsere Kolumnistin Anna Gien hat zum ersten Mal eine eigene Kunstperformance inszeniert – gemeinsam mit Frauen, die sie bewundert. Ausgangspunkt ist ein bereits existierendes, sehr persönliches Manuskript aus ihrer Zeit in Paris, das von Begegnungen, Obsessionen und Projektionen erzählt.
Der Text führt in Cafés, Hotels und auf Friedhöfe: zu zwei Frauen am Fenster eines Bistros, zu einer Erscheinung am Grab von Oscar Wilde, zu Figuren, die sich festsetzen und wiederkehren. Beobachtungen kippen in Fantasien, reale Personen werden zu Spiegeln, Doppelgängern, möglichen Versionen eines Selbst, dem man zu entkommen versucht.
Für die Performance überträgt Gien dieses Manuskript erstmals in einen räumlichen und kollektiven Zusammenhang. In einem Offspace in der Brunnenstraße liest sie mehrere Stunden lang, während Besucherinnen und Besucher kommen und gehen. Frauen aus ihrem Umfeld improvisieren mit dem Text – als fiktionalisierte Versionen ihrer selbst, begleitet von Musik und visuellen Referenzen.
Wie sich ein hoch privater Text in eine gemeinsame Arbeit verwandelt – und was dabei sichtbar wird über Nähe, Projektion und Kontrolle –, erzählt Anna Gien in ihrer Kolumne auf Monopol Online. 𝗟𝗶𝗻𝗸 𝗶𝗻 𝗕𝗶𝗼!
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Foto: Annette Frick
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