„Sacred Monsters“ - Nino Haratischwili :
Was sind „heilige Monster?“
Paradoxe Figuren, die faszinieren und verstören - Licht und Schatten.
In der Anfangssequenz von „Sacred Monsters“ lässt Nino Haratischwili die Stimmen dieser Monster erklingen, eindringlich und überwältigend. Hinter dem literarischen Bild verbirgt sich eine bittere Realität: Die große Macht, die sich in das Schicksal Georgiens einmischt und demgegenüber die Forderungen der georgischen Bevölkerung nach Freiheit, Gleichheit , staatlicher Souveränität, weil sie sich eben darin bedroht sieht, in der Untergrebung der demokratischen Werte und der lang errungenen Unabhängigkeit.
Georgien steht erneut an einer Weggabelung.
Und die Monster, die Haratischwili beschreibt? Mehr als nur Georgische: Sie stehen für globale Mechanismen der Macht und Einflussnahme, die die Weltordnung formen und oft zerrütten.
Während Menschen in Georgien auf die Straße gehen, um für Demokratie und Freiheit zu kämpfen, dürfen wir die universelle Bedeutung dieser Werte nicht vergessen. Was in Tiflis geschieht, betrifft uns alle. Es ist eine Erinnerung daran, dass Demokratie kein Geschenk, sondern eine Errungenschaft ist – zerbrechlich und immer wieder neu zu verteidigen. Denn wie Haratischwili zeigt, liegt in der Auseinandersetzung mit den heiligen Monstern die Möglichkeit, unsere eigene Menschlichkeit und die Essenz der Freiheit zu bewahren.
Ich wünsche uns allen ein neues Jahr der Solidarität, der Gemeinschaft und Vergemeinschaftung, der Menschlichkeit und Ethik, der demokratischen Werte und ihrer höchstpersönlichen Bedeutung für uns alle. Text by
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