Das T-Shirt begann als Unterwäsche – und wurde zum Kultkleidungsstück.
Seinen Namen verdankt dieses vergleichsweise junge Kleidungsstück seiner Form. Bekannt wurde es durch Matrosen und Soldaten im Ersten und Zweiten Weltkrieg: atmungsaktiv, schnell angezogen, vielseitig: als Sonnenschutz, als Handtuch, als Statement. Die Verbindung zum Militär brachte ihm Attribute wie Mut, Männlichkeit und Moderne ein.
Heute kennen wir es vor allem bedruckt – mit persönlichen, politischen oder künstlerischen Botschaften. Doch das war nicht immer so: Erst 1948 trug ein T-Shirt zum ersten Mal eine politische Botschaft – im US-Wahlkampf von Thomas E. Dewey. Seither ist es aus Kampagnen und Protesten nicht mehr wegzudenken.
Aber warum gleich 150 davon besitzen?
In kleinen Interviews mit unserer Kuratorin Sina Jenny
erzählt Marcus @gossolt vom Sammeln und Anhäufen. Das nächste und letzte Interview mit ihm teilen wir noch diese Woche. 🥂
Wurde Lingerie schon immer so gestaltet, dass ihre Trägerin möglichst sexy erschien?
Psychologin und Korsettfachfrau Beata Sievi erzählt im Interview mit unserer Kuratorin von sich wandelnden Bildern der Frau.
Expertentipp: Am Dienstag, den 19. Mai hält Beata Sievi ein letztes Mal ihren Vortrag „Revolution im Spitzengewand: Die Entwicklung und kulturelle Bedeutung des BHs“ - um 18 Uhr bei uns im Textilmuseum. ✨
Warum war und ist Unterwäsche so oft rosa-beige? 🤔
Der Farbton «Teerosrosa» galt jahrzehntelang als «hautfarben» und damit als neutral – doch er spiegelte ein eurozentrische Schönheitsideal wider, das helle Haut als Norm setzte. Millionen Menschen mit dunkleren Hauttönen wurden dadurch ausgeschlossen. Erst ab den 1950er- und 1960er-Jahren brachten synthetische Materialien und neue Färbetechniken mehr Farbe ins Spiel: Flieder, Türkis, kräftiges Rot.
Sammlerin Beata Sievi bewahrt diese Geschichte(n). Als Korsettkünstlerin und Modefachfrau sammelt sie historische Lingerie – und mit ihr die Handwerkskunst und die Entwicklung der weiblichen Silhouette über die Jahrhunderte. 🪡
Für unsere Ausstellung „Mode sammeln. Von T-Shirts bis Haute Couture“ haben wir Beata Sievi interviewt und ihre Sammlung fotografisch dokumentiert. Das letzte Interview mit ihr veröffentlichen wir dieses Wochenende ✨
Männermode gilt als unaufgeregt: Sie verändert sich langsamer als das weibliche Pendant und bedient sich oft einer begrenzten Farbpalette. Was also macht sie aus? Und wie hat sie sich in den letzten 100 Jahren gewandelt?
Diesen und anderen Fragen gehen Sammler @mister_bakelite und Stilkritiker @jeroenvroo in einem Museumsgespräch nach: Eine inspirierende Konversation über einzigartige Garderoben und ausgewählte Sammlerstücke.
👉 Donnerstag, 14. Mai 2026 um 18 Uhr im Textilmuseum St.Gallen
Beim anschliessenden Apéro ist Chance, die Konversation fortzuführen. 🥂
Die Sammlung eines Museums wird über die Zeit von verschiedensten Personen betreut und verwaltet. So bleibt sie über Jahrzehnte als Kulturgut im Besitz von privaten Stiftungen oder öffentlichen Institutionen. Aber was geschieht mit einer privaten Sammlung, wenn die Sammlerin sich nicht mehr kümmern kann oder gar verstirbt? Welche Verantwortung tragen die Hinterbliebenen für die Objekte?
Die Fotografin @rebeccabowring war nach dem Tod ihrer Mutter mit den materiellen Spuren eines geliebten Menschen konfrontiert. Darunter fand sich eine Sammlung wertvoller Seidenschals und Paper Doilies – Symbole ihrer Grosszügigkeit und Gastfreundschaft. Auf der Suche nach der Essenz der Person und der verlorenen körperlichen Nähe übertrug sie Umrisse von Fotografien auf die runden Papierservietten und kombinierte sie mit den textilen Sammlungsstücken. So entstanden neue, fragile Erinnerungen und textile Umarmungen.
Rebecca Bowring (*1985, Genf)
L’étreinte, 2020–2025
Fotografie, auf Seide gedruckt
Für wen ist die eigene Sammlung noch wichtig, wenn man selbst mal nicht mehr ist? Wer wird sie bewahren?
Sammlerin und Präsidentin der @swisstextilecollection , Rosmarie Amacher hat sich schon frühzeitig Gedanken darüber gemacht. Warum Kleider für sie Kulturgut sind und was mit ihrer Sammlung passieren wird, wenn sie sich mal nicht mehr darum kümmern kann, hört ihr in diesem Interview.
PS.: Noch für einen Monat könnt ihr einen Teil ihrer Haute Couture Sammlung im Textilmuseum bestaunen, täglich von 10 bis 17 Uhr. 👗
Wie behält man als Sammlerin den Überblick über mehr als 1800 Outfits? Die Swiss Textile Collection hat - ähnlich wie wir im Museum - Inventarnummern und einen Katalog. 📒
Rosmarie Amacher, Präsidentin der @swisstextilecollection , verrät uns im Gespräch mit Kuratorin Sina Jenny ihre Gedanken über die Zukunft ihrer Sammlung: Was passiert mit den texilen Schätzen, wenn sie selbst sie einmal nicht mehr betreuen kann oder will?
Das nächste und letzte Interview mit ihm teilen wir noch diese Woche - stay tuned 🥂
Kann man durch das Sammeln bestimmter Kleidung neue Freunde oder Freundinnen gewinnen? @mister_bakelite erzählt im Interview über inoffizielle Tauschmöglichkeiten und die Rolle von Social Media in der Vintage-Community. 🪡
PS.: Ihr wollt Reto Salis Gross live erleben? Am Donnerstag, den 14. Mai um 18 Uhr reflektiert der Sammler im Gespräch mit Stilkolomnist @jeroenvroo über Details und Geschichte der Herrenmode.
Mehr Infos findet ihr in unserem Veranstaltungsprogramm. Link in Bio ✨
Mode - das sind nicht nur Hosen, Blusen oder Accessoires, das ist auch Musik, Einrichtung, Technik. Das Spannende: Vieles kehrt nach einiger Zeit zurück und wird wieder zur Mode.
In kleinen Interviews mit unserer Kuratorin Sina Jenny erzählt Sammler @mister_bakelite von Kultur, Faszination und liebenswürdigen Details. Das nächste und letzte Interview mit ihm teilen wir noch diese Woche.
P.S.: Wer von euch besitzt noch ein extra Eisen, um eine perfekte Bügelfalte in der Anzughose zu haben? 👖
Wie so etwas aussieht, seht ihr auf Bild 8.
Unter der Lupe 🔍
Aus der Nähe sehen Textilien oft ganz anders aus als aus der Ferne: Details werden erkennbar, Fäden und Stiche lassen sich identifizieren. Dieses Taschentuch aus Baumwolle stammt aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert und wurde in Handarbeit aus Appenzeller Stickerei gefertigt. Als Museum beschäftigen wir uns intensiv mit genauer Beobachtung und Wissensgenerierung – Informationen müssen immer überprüft werden, denn: Facts matter.
Mit KI ist die Verbreitung von Fake News und generierten Bildern oder Videos nochmals um einiges schneller und einfacher geworden. Diese 5 Fragen helfen dir, sie zu erkennen:
1️⃣ Woher kommt die Information? Ist die Quelle vertrauenswürdig?
2️⃣ Wie klingt die Information? Dramatische Appelle sind Warnsignale.
3️⃣ Berichten andere auch darüber? Einzelquellen = Vorsicht geboten.
4️⃣ Wie kommen Bilder/Videos daher? Können manipuliert oder aus dem Kontext gerissen sein.
5️⃣ Kannst du direkt nachfragen? Zweifel äussern, Quellen einfordern.
Wie speichern Textilien Informationen? Oder Erinnerungen?
In unserem Workshop mit der Künstlerin Andrea Vogel geht es um Textilien, die Erinnerungen in sich tragen:
Aus einem mitgebrachten, persönlichen Kleidungsstück wird durch Schneiden, Neuanordnen und ein härtendes Bindemittel ein bleibendes Souvenir, ein Erinnerungsobjekt. Unter Anleitung von Andrea Vogel entsteht so – prozesshaft und individuell – ein Werk aus Material, Form und persönlicher Geschichte. 💭
Samstag, 25. April von 11-16 Uhr
Kosten 120 CHF
Anmeldung über Website, Link in Bio