||JEEWI LEE. WHERE FRAGMENTS LINGER BY THE SEA||
Kunsthalle Wilhelmshaven, 25 Apr – 21 Jun 2026
In ihren Arbeiten – Installationen, Plastiken, Bildobjekten und Videos – befasst sich Jeewi Lee mit Spuren, Erinnerungen und Zeitlichkeit, mit natürlichen Prozessen und Materialien. In Where Fragments Linger by the Sea widmet sich die Künstlerin dem ebenso universellen wie aktuellen Thema „Sand“.
Sand ist in der Ausstellung einerseits der künstlerische Werkstoff, aus dem Jeewi Lee Skulpturen und abstrakte Sandmalereien schafft, andererseits stehen einzelne Sandkörner – aus Küstenorten wie Taean-Bando (Korea), New York und Connecticut (USA), dem Alentejo (Portugal), Mallorca (Spanien), Dakar (Senegal) und Wilhelmshaven – als kleine und große Skulpturen im Mittelpunkt. Winzige Sandkörner sind der Ausgangspunkt eines aufwändigen CT-Scans und Sanddruckverfahrens, mit dem die Plastiken entstehen, die von der Künstlerin händisch nachbearbeitet werden. Dabei treten die individuellen, filigranen Strukturen der Sandkörner zutage, die jeweils ein unverwechselbares Zeugnis von Herkunft, Zeit und Landschaft ablegen. In diesem Prozess mit seinen komplexen geometrischen und konstruktiven Aspekten arbeitet Jeewi Lee mit dem Geometriewissenschaftler Phillip C. Reiner zusammen, mit dem sie ihre Sandskulpturen und Siebdruckbilder entwickelt.
Vor der Folie ökologischer, wirtschaftlicher und sozialer Bezugssysteme laden Lees Werke dazu ein, Sandkörner als Nomaden zu betrachten, die von Küste zu Küste gespült werden und vergangene Zeiten, Einflüsse des Menschen und wandelnde Landschaften in sich bergen. Zu einer Landschaft wird auch die Ausstellung selbst, die sich aus den nahezu monochromen Werken zu einem konzentrierten, immersiven, fast schon meditativen Raum fügt.
Where Fragments Linger by the Sea ist die erste institutionelle Ausstellung der Sand-Arbeiten von Jeewi Lee. Schon deren erste Präsentation 2024/2025 in der Berliner Galerie Sexauer erreichte große mediale Aufmerksamkeit.
@jeewilee
@protoctrl
Foto: Christopher Häring
Jeewi Lee und Phillip C. Reiner, Fragment Proximity, Field of Fragments, 2025