there is no force no money and no power to stop us now and change our fate.
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"Was für ein Schandfleck", reißt es mich aus meinen grübelnden Gedanken. "Nicht wahr?", die Frau schaut mich im Vorbeigehen durchdringend an. "Ehm, ja..", sage ich, ordne meine Gedanken, öffne den Mund, hole tief Luft und möchte fortfahren - doch die Frau winkt ab, wendet sich ab und gesellt sich zu ihrem Gatten ins Eiscafé. Ich kenne diese Frau nicht, was soll ich sie also belehren? Was soll ich ihr für einen Vortrag halten? Wo soll ich überhaupt anfangen?
Aber ich kenne diese Taube, die da auf dem Boden auf ihren Eiern sitzt, inmitten eines erstaunlich stabilen Nests.
Ja, ein Schandfleck, denke ich, und eine kleine (noch) heile Welt für diese Taube.
Im Vorbeigehen, da bin ich mir sicher, hat die Frau die Taube gar nicht bemerkt - wie so oft bei Menschen. Ich hasse dieses Klischee vom graufarbenen Gefieder der Taube und ihrer Tarnbefleckung auf dem grauen Asphalt. Was für ein elender durchgekauter Bullshit! Wer sowas sagt, hat Tauben noch kein einziges Mal angeschaut. Tauben sind nicht grau, Tauben sind bunt, bunter als so manch anderes Tier. Einen braunen Hund im Wald würde schließlich auch jeder sehen, weil man ihn eben sehen will.
Tauben aber sind der Abschaum, also ja, passt ja in den Schandfleck. So abschäumig, dass mensch sie gar nicht sehen will.
Ich stehe noch immer am Gitterzaun und schaue auf die Taube. Die Frau genießt ihren Cappuccino im Eiscafé nebenan.
Ich schaue an der Wand hinauf. Seit Jahren eine Baustelle. Noch vor einem Jahr waren hier alle Wände offen, ein Rohbau, die Tauben nisteten in diesem Haus. Tauben sind ortstreu, wie im Leben so im Brüten. Also ist sie wieder hier. Jahr für Jahr the same procedure. Nicht genau dort, wo sie gerne wäre, aber eben dort, wo es geht. Wie lange wird sie hier geduldet?
In meinem Kopf beginnt es zu rechnen: mehr als zwei Wochen Brüten auf den Eiern, schließlich Großziehen der Küken bis irgendwann die ersten Schritte beginnen, noch lang entfernt vom sicheren Flug. Eine lange Zeit. Vermutlich zu lange.
'25 war streckenweise so ein mieses Jahr, dass ich mich selbst an die schönen Momente darin erinnern muss. So let's go..
Das Jahr war ein Fiebertraum zwischen Wahnsinn und Perfektion.
Zwischen Schmerzen und neuen Wegen.
So viel gelernt und so viel geweint, nicht selten zugleich.
So viel Liebe und Unterstützung von alten und neuen Freund:innen erfahren und so viel über empathisches Unvermögen lernen müssen.
Ich verabschiede das Jahr mit einem Arschtritt und einem Lächeln.
Jetzt kann Heilung beginnen!
Auf die sonnigen Rückblicke in '25 und mehr Sonnenschein in '26! ✨
#jahresrückblickesindzumkotzen