Nicole Klemens

@kunstpause

Kunsthistorikerin & Wahrnehmungsexpertin Ich mache Pause vor Kunst. Mit dir. Entdecken. Wahrnehmen. Erleben. Freiburg & überall wo Kunst ist
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. Museumsmittwoch! Kunst sehen ist ja eine Sache. Gemeinsam sehen eine ganz andere… Falls du in den nächsten Wochen in eines dieser Museen gehst: ich bin auch da. @vitradesignmuseum und @vitracampus , bei @fondationbeyeler , im @friederburda und in @augusta_raurica . Öffentliche Führungen, Architektur, Cézanne, inklusive Formate für Menschen mit Seh- oder Hörbehinderung, demenzsensible Rundgänge. Alle Termine im Karussell, sehen wir uns? Wer lieber etwas Eigenes möchte: Ich mache auch private Führungen, Stadtspaziergänge und Workshops für Einzelpersonen, Gruppen oder Institutionen. Mit einem Fokus auf Wahrnehmung, Architektur und das, was Kunst mit uns macht. Anfragen per DM oder [email protected]
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1 month ago
Hello! Ich bin Nicole. 
Ich arbeite mit Kunst. Und ich schaue Menschen beim Sehen zu. An schnelle Urteile glaube ich nicht so richtig. Mich interessiert der Moment davor. Das Zögern. Das Nicht-sofort-Wissen. Dieses kleine Anhalten, in dem man richtig merkt, wie es rattert, was passiert… Zwischen diesen kleinen und großen Momenten sitze ich am Schreibtisch. Plane. Konzeptioniere. Schreibe Texte. Kalkuliere. Entwickle Formate. Selbstständigkeit heißt: Ich mache nicht nur die Gespräche vor dem Werk, sondern auch alles, was sie möglich macht. Ich arbeite mit Kunst. Aber eigentlich arbeite ich mit Aufmerksamkeit.
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2 months ago
Das Spannende an Bildern ist ja, dass wir nie nur das Bild selbst sehen… Wir sehen auch:
Erinnerungen,
Erfahrungen,
Gerüche,
Situationen,
Menschen. Die einen denken bei diesem Porzellan vielleicht an den Wohnzimmerschrank der Großeltern. Andere an Sonntagskaffee, besondere Anlässe oder daran, dass man „bloß nichts kaputt machen darf“. …und genau deshalb können Bilder auch so starke Gesprächsräume öffnen! Nicht, weil man über die eine richtige Interpretation streitet oder doch das Gleiche sieht, sondern weil Kunst genau da interessant wird, wo Menschen anfangen, ihre eigenen Geschichten reinzudenken. Ich find das immer den besten Moment beim Rundgang im Museum! Im Juni begleite ich zwei demenzsensible Rundgänge, bei denen genau das eine wichtige Rolle spielt:
nicht Wissen abfragen,
sondern Wahrnehmung, Erinnerung und persönliche Assoziationen ernst nehmen. Aber jetzt würde mich wirklich interessieren:
Woran erinnert dich denn das Bild? 🖼️ Alexandra Averbach | Aurora & Mystique (2025)
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3 days ago
. Nah. Foto. Zurück. Malerei. Nochmal nah. …ich beobachte in Ausstellungen total gerne die Besuchenden beim Schauen. Heute war das besonders toll, weil wirklich alle das gleiche gemacht haben: Vor das Bild, zurück, doch nochmal wieder näher ran. Als würden sie ihren eigenen Augen nicht trauen. Zu Recht! Denn das hier ist alles Malerei. Fotorealismus macht genau das: Er zwingt dich, deine Wahrnehmung zu überprüfen. Immer wieder. Nah, zurück, nochmal nah… und irgendwann möchtest du am liebsten anfassen! „Wettstreit mit der Wirklichkeit” @friederburda in Baden-Baden noch bis 2.8.2026
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4 days ago
Zwei Orte. Zweimal Stille. …aber auf völlig verschiedene Weise. In den Tonstudios des Meret Oppenheim Hochhauses in Basel schlucken die Wände jeden Laut. Keine Straßengeräusche, kein unterschwelliges Gemurmel. Kein Hall, kein Außen. Die Stille drückt fast körperlich auf die Ohren. Im Doshi Retreat auf dem Vitra Campus ist es anders. Gong, Flöte, Metallwände, die den Klang zurückwerfen. Die Natur, die nahe Straße. Das Gebäude ist kein stiller Ort, es ist ein klingender. Und trotzdem landet man in etwas, das sich wie Stille anfühlt. Was fühlst du: Ist Stille leer oder gefüllt? Info: Das Meret Oppenheim Hochhaus direkt beim Bahnhof Basel SBB wurde 2018 von Herzog & de Meuron entworfen. SRF belegt die unteren vier Stockwerke mit  Tonstudios, Redaktionen, Produktionsräume, die durch die Basler Architekten Diener & Diener gestaltet und auf die Bedürfnisse des SRF angepasst worden sind.   Das Doshi Retreat auf dem Vitra Campus in Weil am Rhein ist das erste Projekt von Pritzker-Preisträger Balkrishna Doshi außerhalb Indiens und sein letztes, bevor er 2023 starb. Ein gewundener Pfad durch Klang und Raum, inspiriert von indischer Spiritualität.   Zwei Gebäude, die gegensätzlicher kaum sein könnten. Und dieselbe Frage.   @vitracampus @herzogdemeuron @dienerdiener @srf
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6 days ago
. Ein Gebäude, das nicht gemauert ist und trotzdem Maurerhalle heißt? Irritierend auf den ersten Blick, aber eigentlich ganz logisch, wenn man weiß, dass hier mal Maurer ausgebildet wurden ;) Aber weg vom Namen der Halle hin zu ihrem unglaublichen Faltdach! Aus Beton. Über 30m Spannweite ohne eine einzige Stütze dazwischen. Cool, oder? 1961 von Hermann Baur gemeinsam mit seinem Sohn Hans Peter Baur entworfen, der für das spektakuläre Betonfaltwerk verantwortlich war. Baur war Kirchenbaumeister, das merkt man, wenn man in dem Gebäude steht (und ich hatte sogar das Glück, komplett alleine zu sein!) Die Halle hat einfach diese stille Würde, die eher an einen Sakralraum erinnert als an eine Lehrwerkstatt. 1961 war die Hochphase des Brutalismus und der Nachkriegsmoderne. Europa baut sich neu auf, und Sichtbeton wird zum Material der Stunde: günstig, formbar, modern. Kein Dekor. Keine Hierarchie der Oberflächen. Die Konstruktion selbst wird zur Gestaltung. Keine Schminke. Keine Verkleidung. Das Material zeigt, was es ist. Und die Maurerhalle in Basel zeigt, wie poetisch solche Betonarchitektur wirken kann. An sonnigen Tagen werfen die feinen Metallrahmen der raumhohen Verglasung Schatten auf das gefaltete Betontragwerk und wandern über die Wand, die so zur Leinwand wird. Es gibt diesen wunderbaren Begriff: Betonorigami. Vielleicht beschreibt er das Gebäude besser als jede technische Zeichnung. Gefaltet statt gegossen. Geformt statt dekoriert. …und der Beton wirkt fast schon leicht! 📍 Maurerhalle, Allgemeine Gewerbeschule Basel, Vogelsangstrasse 15
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7 days ago
. Heute stellen wir uns mal in meine Lieblingsvilla von Andrea Palladio, die Villa Rotonda bei Vicenza (die habe ich euch vorletzte Woche schon mal von außen gezeigt). Wir stehen also im zentralen Raum und über uns öffnet sich die Kuppel. Figuren schweben. Stuck wird zu Skulptur, Malerei zu Raum. Für einen Moment können wir gar nicht mehr genau unterscheiden, was gemalt ist und was wirklich da ist. Kein Versehen. Das ist (na klar!) Absicht. Illusionistische Deckenmalerei (in dem Fall von Alessandro Maganza) macht genau das: Sie lässt uns an etwas glauben, das nicht existiert. Und wir lassen es zu! …weil das Auge (und unser Gehirn) will, dass es stimmt. Funfact: Andrea Palladio selbst war wohl von der Idee, Fresken in der Kuppel zu haben, gar nicht so begeistert. Christo und Jeanne-Claude haben übrigens was  ganz Ähnliches gemacht, nur umgekehrt. Sie haben Dinge verhüllt, die wirklich da waren. Den Reichstag. Brücken. Küsten. Und plötzlich haben alle hingeschaut. Haben etwas, an dem sie jahrelang vorbeigegangen waren, vielleicht zum ersten Mal bewusst gesehen (na ja, nachdem die Verhüllung dann wieder weg war natürlich). Das fasziniert mich: Manchmal braucht es anscheinend eine Täuschung, damit wir sehen. Manchmal braucht es das Verschwinden, das Verhüllen. Nächstes Wochenende ist übrigens @openhouse.basel , da öffnen Gebäude ihre Türen, die sonst geschlossen bleiben. Vielleicht ist das auch eine Einladung, etwas zum ersten Mal zu sehen, das schon immer da war?! Meine Frage für deinen Montag: Gibt es etwas in deiner Stadt, das du erst wirklich gesehen hast, als es sich verändert hat (oder tatsächlich verschwunden war)?
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14 days ago
.🍋 Urlaub. Entspannung. Erholung. Süßes Nichtstun, Nichtsdenken, Nichtsmüssen. Die Gedanken an die Heimreise liegen in weiter Ferne… Bis die Nachricht kommt: Flug annulliert. Adrenalin, Anspannung, ach-du-je… Erstmal: Atmen! Und: frag mal im Hotel, ob du ggf. noch eine Nacht (oder mehr) bleiben kannst. Oft klappt das. Und dann hast du erstmal wenigstens ein Bett, eine Dusche, einen Ort, von dem aus du in Ruhe entscheidest, was als nächstes kommt. So kannst du dich entspannt um Flug. Bahn. Bus. Was auch immer. Kümmern. Klar erscheint es am naheliegendsten, sich erstmal um den Flug zu kümmern, aber die beste Entscheidung triffst du nicht im Stress, sondern wenn du weißt, dass du in der Nacht irgendwo schläfst (idealerweise nicht auf der Bank im Flughafen.) Kleine Reihenfolge, große Wirkung. Gelernt aus Erfahrung. 😉 ❓Hast du auch so einen Tipp, der sich im Chaos bewährt hat?
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18 days ago
. Design, das flüstert. Es gibt Ausstellungen, die sollte man sich anschauen, auch wenn einem vielleicht der Titel nicht gleich etwas sagt ;) „Whispering Things“ von Hella Jongerius im Vitra Design Museum ist eine davon.   Jongerius gehört seit den 1990ern zu den spannenden Stimmen des Designs, weil sie genau das nicht macht, was Designer:innen meistens machen: Keine perfekten Oberflächen. Keine abgeschlossenen Antworten.   Stattdessen: Serienprodukte, die individuelle Spuren tragen. Materialien, die sich nicht ganz kontrollieren lassen. Farben, die sich mit dem Licht verändern und sich nie ganz festlegen lassen.   Ihre Zusammenarbeit mit Vitra, Maharam, KLM u.a. zeigt immer wieder dasselbe: Standardisierte Prozesse können (und sollten?) hinterfragt werden. Verschoben. Irritiert.   Die Ausstellung ist als Retrospektive angelegt und zeigt mehr als drei Jahrzehnte Schaffen. Möbel, Textilien, Keramiken, Glasarbeiten, Prototypen, Materialstudien, Versuchsanordnungen. Diese Zwischenstufen sind superspannend, weil sie zeigen, dass Jongerius Gestaltung nicht als Ergebnis denkt, sondern als Prozess. Etwas, das sich entwickelt, überprüft, manchmal auch widerspricht.   Ausgangspunkt der Ausstellung ist das JongeriusLab, das sie 2001 in Rotterdam gründete. Kein Ort für schnelle Lösungen, sondern ein Ort der langfristigen Auseinandersetzungen. Mit Material, mit Farbe, mit der Frage, was industrielle Produktion eigentlich kann und was sie verdrängt.   Genau darin liegt Jongerius‘ Kritik an einer Designkultur, die Gleichförmigkeit als Qualitätsmerkmal behandelt. Jongerius interessieren die Nuancen: minimale Farbverschiebungen, die Eigenlogik von Materialien, die Spuren des Handgemachten innerhalb industrieller Abläufe. „Whispering Things“ macht diese Haltung erfahrbar. Die Dinge sind nicht als fertige Objekte inszeniert, sondern als Träger von Prozessen, Entscheidungen, Veränderungen. Ihre Wirkung entfaltet sich nicht auf den ersten Blick. Sondern im genauen Hinsehen.   Noch bis 6. September 2026 im Vitra Design Museum.   Works: Hella Jongerius 1 Coloured Vases 2Wandbehang Mikkel 3 Blizzard Bulbs 4 Pigment Hats 5 Embroidered Tablecloth 6 Office Pets 7 Dirty Hands
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19 days ago
. Montagsfrage Ich mag solche Momente, in denen unsere Wahrnehmung mal kurz ins Rutschen kommt. In denen das Offensichtliche nicht mehr ganz eindeutig ist. Und: ich liebe Spiegelungen! Ein Spiegelbild ist ja eigentlich „nur“ eine Oberfläche. Aber gleichzeitig ist es eben auch wie eine zweite Welt, die da entsteht. Sieht genauso aus wie die erste, ist es aber nicht. Aber was sehen wir denn dann eigentlich? Wo schauen wir zuerst hin? Was sehen wir und was denken wir, dass wir es sehen? Und was machen wir daraus? …kleiner Denkanstoß für deinen Start in die Woche! Was meinst du dazu?
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21 days ago
Die letzten beiden Wochen waren laut. Schnell. Voll. Deshalb heute: Ein paar Schritte raus. Waldbaden. Grün tanken. Kein Programm. Ausgleich.
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23 days ago
Chronologie ist eine Ausrede. Eine Möglichkeit, Kunst zu ordnen, ohne wirklich hinschauen zu müssen. Der Palazzo Maffei in Verona hat das abgeschafft. Kein roter Faden, keine Epoche nach der anderen. Stattdessen ein barocker Christus neben einem Picasso. Ein mittelalterliches Relief neben einem Dalí. Eine antike Büste neben einem Miró. Das Haus selbst ist eine Palazzo aus dem 17. Jh., die Sammlung darin nach etwas ganz anderem sortiert. Nach Resonanz. Nach Spannung. Nach dem, was passiert, wenn zwei Dinge aus völlig verschiedenen Zeiten aufeinandertreffen. Das irritiert. Kurz. Und dann passiert etwas Interessantes: Das Auge (und Gehirn) findet keine Schublade. Es kann nicht einfach auf Autopilot schalten (ach, Barock, kenn ich) sondern muss wirklich hinschauen. Die Störung hat Methode. Ich kenne diesen Moment gut von meinen Museumsrundgängen. Der Augenblick, in dem jemand stolpert (nicht echt, nur im Kopf!) ist oft der produktivste. Nicht das Wiedererkennung öffnet was, die Verwirrung tut es. Slow Looking fängt da an, wo die gewohnte Ordnung aufhört. Der Palazzo Maffei hat das zu einem kuratorischen Prinzip gemacht. Ich finde das ziemlich mutig. Kunst in Beziehungen statt in Timelines, wie findest du das? @palazzomaffeiverona
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26 days ago