„‚Hidden Heartache‘ ist ein Musiktheaterstück, das in Körpersprache aufgeführt wird“, sagt Komponistin Ailís Ní Ríain. „Es gibt keine lineare Erzählung, das Stück ist vielmehr ein Prozess der Suche nach gegenseitigem Verständnis. Für Taube Menschen sind Übersetzung, Kommunikation und Interpretation zentrale Aspekte unseres Alltags. Wir versuchen ständig zu übersetzen, zu verstehen, zu entschlüsseln, was Menschen meinen – auch das, was nicht gesagt wird.“
Im Podcast „Noch nicht Premiere“ erzählt Ailís Ní Ríain: „Ausgangspunkt war das Album von Simone Keller, Pianistin bei ox&öl. Ihr Album und Buch mit dem Titel ‚Hidden Heartache‘ behandelt soziale Ungleichheit in der Musikgeschichte. Auch der Essay ‚Mein Leben als Zwilling‘ von Sandra Hetzl war ein wichtiger Einfluss. Darin geht es um Vorstellungen von gespaltener Identität, alternativen Selbstbildern und – was für uns in ‚Hidden Heartache‘ entscheidend ist – Übersetzung. Daraus ergab sich der zentrale Fokus auf Übersetzung als künstlerische und politische Handlung.“
„Hidden Heartache“ vereint die Kompositionen von Ailís Ní Ríain und Julie Herndon: „Ich habe nicht Julies Hörvermögen, und verstehe deshalb nicht, wie sie Werke erschafft. Für ‚Hidden Heartache‘ kreieren wir beide zwei neue Werken mit zwei unterschiedlichen Perspektiven auf Musik und Wahrnehmung.“
Auf der Bühne entwickeln zwei Taube* und zwei hörende Performerinnen in ihrer Bewegung ein Geflecht visueller Rhythmen. „Für mich ist es ein wunderbares Geschenk, etwas für dieses Ensemble zu entwickeln. Taube* und schwerhörige Künstler*innen, Tänzer*innen, Choreograf*innen, Komponist*innen und Musiker*innen waren bisher nicht wirklich Teil des Prozesses.“
Im Podcast sagt Ailís Ní Ríain: „Es geht – für viele vielleicht überraschenderweise – nicht darum, nicht zu hören. Wir alle haben Erfahrungen mit Klang, selbst als schwerhöriger Mensch. Deshalb wollen wir den Diskurs an einen interessanteren Punkt verlagern.“
Hidden Heartache
📆 15/05 – 17/05/2026
📍HochX
🤝 Koproduktion mit
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@hochx