Wir starten heute mit einer neuen Reihe zum Thema #Stromnetz.
Der umfassende Ausbau des Stromnetzes ist dringend notwendig. Anders als oft behauptet, führen erneuerbare Energien nicht automatisch zu einer überwiegend lokalen und unabhängigen Stromversorgung.
Früher lagen die meisten fossilen Kraftwerke verbrauchsnah, also in der Nähe der Verbraucher. Mit Wind- und Solarenergie verändert sich das grundlegend: Die Erzeugung verteilt sich großflächig über das Land.
Besonders #Windkraft wird vor allem dort ausgebaut, wo die natürlichen Bedingungen am besten sind, also bevorzugt im Norden und in der Nordsee. Dort weht der Wind deutlich häufiger und stärker als im Süden, was die Stromerzeugung wirtschaftlicher und sicherer macht. Dadurch entstehen größere Entfernungen zwischen Stromerzeugung und Verbrauch.
Um den erneuerbaren Strom zuverlässig zu transportieren, muss das Stromnetz auf allen Ebenen ausgebaut werden: vom Höchstspannungsnetz über Hoch- und Mittelspannungsnetze bis hin zum Niederspannungsnetz für Photovoltaikanlagen auf Hausdächern.
Vor allem in Krisenzeiten wird es deutlich: Tanken, Heizen, Lebensmittel, all das ist durch den Iran-Krieg und die Abhängigkeit von den Fossilen bereits teuer und die Preise werden weiter steigen. Wir stehen an der Seite von @fridaysforfuture.de und unterstützen den Widerstand gegen den Abriss der #Energiewende. In über 60 Städten wird am 24.04. demonstriert. Dies ist die Botschaft für die Politik: Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit sind keine Nice-to-haves, sondern eine politische Pflicht!
mehr Infos unter: /aktionstag-24-4-2026/
@deutscherwetterdienst : Der langfristige Erwärmungstrend in Deutschland setzt sich weiter fort. Das Jahr 2025 war demnach erneut deutlich zu warm, sonnig und zu trocken im Vergleich zum langjährigen Mittel. Besonders auffällig ist die Zunahme von Zunahme von Extremereignissen.
#Klimaschutz und #Klimaanpassung müssen stärker vorangetrieben werden. Nur durch eine Kombination aus Emissionsminderung und gezielten Anpassungsstrategien lassen sich die Folgen des Klimawandels begrenzen.
Wir haben die #Energiepolitik von Katherina Reiche, @bundeswirtschaftsministerium , einem Realitätscheck unterzogen. Teil 8 (Schluss): Die Energiepolitik der Bundesregierung steht vor sozialen Herausforderungen. Hohe #Energiekosten und eine langsame #Energiewende gefährden Arbeitsplätze und Wohlstand.
Wenn die Industrie nicht rechtzeitig umgestellt wird, drohen Jobverluste und steigende Preise für Strom, Wärme und Mobilität. Bereits jetzt verlagern Unternehmen aus energieintensiven Branchen ihre Produktion ins Ausland oder reduzieren sie – auch im Mittelstand gehen dadurch Arbeitsplätze verloren.
Zudem führen energetische Sanierungen oft zu stark steigenden #Mieten, was besonders Mieter belastet. Gleichzeitig steigen die Kosten für Heizöl und Gas weiter an. Kurzfristig könnten gestaffelte Energiepreise einkommensschwache Haushalte entlasten. Langfristig sind jedoch bezahlbare Energiepreise entscheidend für Akzeptanz.
Ohne Ausgleichsmaßnahmen trifft die Energiewende ärmere Haushalte stärker. Ein sozial gestaffeltes #Klimageld könnte helfen, diese Belastungen abzufedern und die gesellschaftliche Unterstützung zu sichern.
Einige Scientists for Future haben die erwartbare Preisentwicklung beim Heizen untersucht. Wir stellen die Ergebnisse frei zur VerfĂĽgung!
Unser #S4F-Policypaper #Wärmewende: „Energieträger für das Heizen - Preisentwicklung, Klimawirkung, Verfügbarkeit“ - Link in der Story
Wir haben die #Energiepolitik von Katherina Reiche, @bundeswirtschaftsministerium einem Realitätscheck unterzogen. Teil 7: Die #Subventionierung von Strompreisen birgt Risiken für Effizienz und Wettbewerb.
Während hohe Investitionskosten die #Energiewende bremsen, bleiben Haushalte und Unternehmen durch steigende fossile Energiekosten belastet. Die Bundesregierung versucht gegenzusteuern, etwa durch Gas- und Strompreis-Subventionen.
Dabei ist zu beachten: Die Förderung teurer fossiler Stromerzeugung unterscheidet sich grundlegend von gezielten Anschubsubventionen, wie sie Wind- und Solarenergie günstiger gemacht haben. Maßnahmen wie reduzierte Industriestrompreise, staatliche Übernahme von Netzentgelten und Steuererleichterungen könnten zwischen 2026 und 2029 rund 42 Milliarden Euro kosten.
Studien sehen darin Risiken für die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie. Deshalb sollte die Förderung zeitlich begrenzt bleiben und an klare Transformationspläne gekoppelt werden. Gleichzeitig sind strukturelle Reformen nötig, etwa im Strommarkt und beim Ausbau der Infrastruktur. Langfristig kann nur günstige, verlässliche grüne Energie die industrielle Basis sichern.
Wir haben die #Energiepolitik von Katherina Reiche, @bundeswirtschaftsministerium einem Realitätscheck unterzogen. Teil 6: Werden wir genug #Wasserstoff haben?
Der Plan von Katherina Reiche zur Wasserstoffstrategie weist mehrere Schwächen auf. Besonders problematisch ist die unklare Planung der Infrastruktur. Der Aufbau des deutschen Wasserstoff-Kernnetzes verzögert sich, obwohl seine Fertigstellung ursprünglich bis 2032 vorgesehen war.
Gleichzeitig wird die Produktion von Wasserstoff aus Offshore-Windstrom in der Nordsee verschoben, obwohl sie als besonders günstig gilt. Frühere Liefer-abkommen mit Norwegen sind gescheitert. Stattdessen soll nun gemeinsam mit Dänemark eine Pipeline aus der Nordsee gebaut werden, die 2030 fertig sein soll – obwohl das deutsche Kernnetz noch gar nicht existiert.
Studien erwarten, dass Wasserstoff 2050 weltweit nur etwa 4 bis 14 % des Energiebedarfs deckt, für Deutschland etwa 20 %. Viele industrielle Wärmeprozesse können zudem effizienter elektrisch erzeugt werden. Deshalb sollte Wasserstoff gezielt eingesetzt werden, etwa in Chemie, Industrie und Energieumwandlung. Die aktuelle Unsicherheit führt jedoch dazu, dass Unternehmen Investitionen verschieben oder ins Ausland verlagern.
Wir haben die #Energiepolitik von Katherina Reiche, @bundeswirtschaftsministerium einem Realitätscheck unterzogen. Teil 5: Sind #CCS (Carbon Capture and Storage) und #CCU (Carbon Capture and Utilization) Lösungen zum Klimaschutz?
Sind CCS (Carbon Capture and Storage) und CCU (Carbon Capture and Utilization) gute Lösungen zum Klimaschutz? Laut Weltklimarat @ipcc kann vor allem DACCS (Direct Air Carbon Capture and Storage) langfristig eine Rolle spielen – allerdings erst, wenn die CO₂-Emissionen bereits weitgehend gestoppt sind. Für sogenannte schwer vermeidbare Industrieemissionen wird CCS diskutiert, realistisch bleibt jedoch vor allem die Zementindustrie, und auch dort nur ergänzend zu Recycling und Materialeinsparung.
CCS ist sehr energieintensiv: Abscheidung, Reinigung, Verdichtung und Transport von CO₂ erhöhen den Energiebedarf deutlich. Bei Gaskraftwerken müsste mehr Erdgas verbrannt werden, was zusätzliche Emissionen verursacht. Zudem ist die dauerhafte CO₂-Speicherung unsicher; langfristig gilt nur chemisch bindendes Gestein wie Basalt (z. B. auf Island) als verlässlich.
CCU ist teuer und führt meist dazu, dass das gebundene CO₂ später wieder freigesetzt wird. Insgesamt sollten CCS und CCU nur begrenzt gefördert werden, da sie den schnellen Ausstieg aus fossilen Energien nicht ersetzen können.
Wir haben die #Energiepolitik von Katherina Reiche, @bundeswirtschaftsministerium einem Realitätscheck unterzogen. Teil 4: Ist die Entlastung der Endkunden beim #Gaspreis hilfreich?
Derzeit wird ein großer Teil der #Gebäudeheizung noch mit #Erdgas gedeckt, das jedoch in den nächsten Jahrzehnten stark reduziert und schließlich ersetzt werden soll. Dafür müssen Eigentümer ihre Heizungen auf erneuerbare Energien umstellen, unterstützt durch Anreize und politischen Druck.
Eine wichtige MaĂźnahme ist die COâ‚‚-Bepreisung, die fossiles Heizen verteuert und den Umstieg beschleunigen soll.
Gleichzeitig wird der Gaspreis durch staatliche Maßnahmen künstlich gesenkt, etwa durch das Streichen von Umlagen oder Förderungen für Gasspeicher. Das schwächt jedoch die Lenkungswirkung der CO₂-Preise und bremst die #Energiewende.
Steigende Energiepreise belasten besonders einkommensschwache Haushalte. Kurzfristig könnten gezielte Ausgleichszahlungen wie das #Klimageld helfen. Langfristig liegt die Lösung in günstigem, grünem Strom, der klimafreundliche Heiz- und Energieanwendungen wirtschaftlich attraktiver macht.
Wir haben die #Energiepolitik von Katherina Reiche, @bundeswirtschaftsministerium einem Realitätscheck unterzogen. Teil 3: Welche Gaskraftwerks-Kapazität brauchen wir?
Der aktuelle Bestand liegt – je nach Einbeziehung von Blockheizkraftwerken – bei etwa 32 bis 35,5 GW. Ein Großteil dieser Anlagen wird zur Überbrückung längerer Dunkelflauten weiterhin benötigt, allerdings umgerüstet auf Betrieb mit grünem Wasserstoff. Dennoch reicht die bestehende Kapazität nach voll-ständiger Umstellung auf erneuerbare Energien nicht aus.
Eine Studie von Aurora Energy Research kommt zu dem Ergebnis, dass im europäischen Stromverbund ein Zubau von lediglich 10 GW bis 2045 genügt. Die Bundesnetzagentur hingegen sieht bis 2035 einen Bedarf von 22,4 GW zusätzlicher steuerbarer Kapazitäten, betont jedoch, dass es sich nicht ausschließlich um Gaskraftwerke handeln muss, sondern auch Speicher oder Lastmanagement infrage kommen.
Das Bundeswirtschaftsministerium interpretiert den Bedarf überwiegend als Gaskraftwerke. Dabei könnten Batteriespeicher bei Wind- und Solaranlagen einen Teil des Ausbaus ersetzen. Die EU hat bereits 12 GW neue Gaskraftwerke bis 2031 genehmigt, was Investitionen in erneuerbare Energien und Emissionsminderungen bremsen könnte.
Wir haben die #Energiepolitik von Katherina Reiche, @bundeswirtschaftsministerium einem Realitätscheck unterzogen. Teil 2:
Ministerin Reiche stellt den Umfang des Netzausbaus infrage und verweist auf hohe Kosten bei derzeit geringer Stromnachfrage. Tatsächlich sind für die Energiewende große Investitionen in die Energieinfrastruktur nötig. Da der Staat diese Mittel nicht bereitstellen will und private Investoren fehlen, bremst die Bundesregierung den Ausbau. Das schwächt jedoch die Zukunftsfähigkeit des Industriestandorts Deutschland: Wertschöpfung geht verloren, Arbeitsplätze und Steuereinnahmen sinken, Exporte leiden.
Andere Länder wie Dänemark, die Niederlande und Schweden gehen anders vor. Dort sind Stromnetze überwiegend in öffentlicher Hand, sodass notwendige Investitionen langfristig finanziert werden können, ohne die Strompreise stark zu erhöhen.
Das Argument einer geringen Stromnachfrage greift zu kurz. Durch die Ablösung fossiler Energien wird der Strombedarf deutlich steigen – Studien nennen bis zu 750 TWh pro Jahr. Fehlende Netzanschlüsse und hohe Preise bremsen derzeit die Elektrifizierung. Verzögerter Netzausbau führt zudem zu teuren Notlösungen, die langfristig mehr kosten als frühzeitige Investitionen.
Wir haben die #Energiepolitik von Katherina Reiche, @bundeswirtschaftsministerium , einem Realitätscheck unterzogen.
Ministerin Reiche fordert, den Ausbau erneuerbarer Energien stärker am „tatsächlichen Bedarf“ auszurichten und feste Einspeisevergütungen zu kürzen. Zudem sieht sie Erneuerbare als Risiko für Netzstabilität und Versorgungssicherheit.
Diese Einschätzung gilt jedoch als wissenschaftlich nicht haltbar. Studien zeigen, dass eine vollständig erneuerbare Stromversorgung technisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist – vor allem durch den Einsatz von Speichern, flexiblem Verbrauch und Sektorenkopplung zwischen Strom, Wärme und Wasserstoff. Eine bessere Abstimmung von Wind- und Solarprojekten über Ländergrenzen hinweg kann zudem die Kosten deutlich senken.
Wichtig sind intelligente Marktmechanismen und Preissignale, etwa dynamische Stromtarife. Sie könnten Haushalte dazu motivieren, Stromverbrauch flexibel zu verschieben, zum Beispiel bei Wärmepumpen oder Elektroautos. Diese Maßnahmen sind bereits im Netzentwicklungsplan vorgesehen, funktionieren aber nur mit einem leistungsfähigen Stromnetz.
Der geplante Ausbau von Gaskraftwerken zur Absicherung von Dunkelflauten ist kritisch zu sehen, da er neue Abhängigkeiten schafft. Ziel sollte eine möglichst eigenständige europäische Energieversorgung sein.
Im nächsten Teil geht es um Netzausbau und Strombedarf.