We are pleased to announce that Renate Bertlmann, Margot Pilz, Ulrike Rosenbach, Lydia Schouten and Gabriele Stötzer are participating in the exhibition Insurgências at the Museu de Arte Contemporânea da Universidade de São Paulo, organized by the Verbund Collection
@renatebertlmann
#margotpilz
@rosenbachulrike@schouten150
#gabrielestötzer
@verbundcollection
„Die Angst vor der drohenden Gefahr, meiner eigenen Wirklichkeit total verlustig zu werden, ließ mich aber erkennen, daß diesem durchgehend ironischen Verhalten gelegentlich Einhalt geboten werden mußte. Wenigstens einem Bereich des Lebens sollte man mit gebührender Würde und mit Ernst betrachten. Und was drängt sich da heftiger auf als die . LIEBE?!“
Renate Bertlmann, 1988
Foto 1:
Renate Bertlmann
„Auf der grünen Wiese“,2016,C-Print auf Dibond, 120 x 120 cm
Foto 2-4:
Renate Bertlmann
„Herbst“, 2025, Plastik, Kunststoff, Gips, Plexiglas, Plot, 51 x 51 x 13 cm
Fotos: Tobias Rummel, Galerie Gisela Clement
Überlegungen zur Ausstellung Renate Bertlmann „Im Visier“
@christinavegh
„Auch das Werk „Ex Voto“ (YXYX) verweist durch den Titel auf die Verankerung in der christlichen Tradition. Hier in Form einer Zeichnung - das Werk gibt es auch als Reliefskulptur - zeigt es eine plastische ausgebildete Herzform aus der Brüste ragen, die anstelle von Brustwarzen mit Skalpellen ausgebildet sind. Die Votivtafel von Bertlmann lädt uns an dieser Stelle ein, mit Bestimmtheit, Leichtigkeit und Humor, die Brust nicht als Ort der Begierde oder Nahrung, sondern als Ort der Wehrhaftigkeit zu erfahren. Ebenso gibt sie uns Handschuhe mit, die nicht nur wärmen.“
Renate Bertlmann, Ex Voto, 1985
Renate Bertlmann, 2004, „Fuck off“
Überlegungen zur Ausstellung Renate Bertlmann „Im Visier“, 2026
Christina Végh
„So ist es, so war es, so soll es werden“ (1997), besteht aus einer kleinen Vitrine, die ausgestattet mit allerhand Dingen, religiöse Formen der Andacht annimmt. Statt einer Madonna oder Christusfigur begegnen wir merkwürdig zueinander gefügten organischen Formen, die sich bei längerer Betrachtung als ein sich schlaff darbietender Phallus entpuppen. Die christliche Religion, zweifelsohne Fundament unserer Gesellschaftsordnung, greift Bertlsmann im Spiel mit deren Ikonografie und Formen immer wieder auf und an. Der männlichen Dominanz dürfen wir also Andacht zollen und uns wohl daran erinnern, dass beispielsweise in Deutschland gesetzlicher gehorsam bis 1958bedeutete, dass Frauen ihren Ehemann fragen, ob sie arbeiten dürfen, bis 1976 war die sexuelle Verweigerung ein mögliches Argument bei Scheidung und noch heute stehen in Deutschland 2,3 Millionen Mütter rund 500.000 Vätern als Alleinerziehende gegenüber. Sie geben 35% (anstatt 21% bei Paarfamilien) für Kinder aus, machen mit 44% diejenige Gruppe aus, die dem höchsten Armutsrisiko ausgesetzt ist, was zugleich die gesellschaftliche Akzeptanz von Vätern, die ihre Familien verlassen, noch heute in aller Deutlichkeit vor Augen führt. Renate Bertlmann
„So ist es, so war es , so soll es werden“
1997
Mischtechnik, Silber- und Goldfolien, Papiermaché,
Kunsthaare, Glas Holz, Skalpellmessr, Samt
37 x 23 x 15 cm
Überlegungen zur Ausstellung Renate Bertlmann „Im Visier“, 2026
@christinavegh
„Unweigerlich denken wir an Tatorte und schon liege ich auf dem kalten Asphaltboden vor dem Fenster des Hauses und Blicke in den Himmel. Die Ausstellung ist all diesen Frauen gewidmet, die Gewalt und Missbrauch in unterschiedlichster Form erfahren mussten: als Betrachterin stolpere ich förmlich in ihre Positionhinein. Das konfrontiert und ist unangenehm, wer möchte schon freiwillig so etwas erfahren. Es sind immer die anderen. Nicht so in der Ausstellung. Wenn wir in die Position visuell wortwörtlich hereinfallen, stellt sich Unbehagen ein, möglicherweise auch Angst oder Schock, gefolgt von Wut und Empathie zugleich.“
Renate Bertlmann
„Fadenkreuz 6 - Glashaus“
2010
Der Spiegel beschreibt 1992 in dem Artikel „Arme Schweine“ die Probleme der Peepshow-Betreiber nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts aus dem Jahr 1981, das Peepshows als „sittenwidrig“ einstufte, weil die Frau zum bloßen Objekt degradiert werde. Um das Verbot zu umgehen und den Vorwurf der Objektifizierung zu entkräften, versuchten Betreiber in Frankfurt und Mannheim ein „offenes Konzept“.
„Statt in anonymen Kabinen stehen die Strip-Gucker dort in einer Art Manege, in der sie sehen und gesehen werden können.“
Das Projekt scheiterte mangels Kundschaft. Renate Bertlmann
Peep-Show
2011
mixed media (Glitzerstoff, Metallstange, Videoscreen,
Digitalprint)
200 x 75 x 80 cm
Fotos: Mareike Tocha
Der Paarungstanz dieses prächtigen Schmetterlings beschreibt hypnotische, halbkreisförmige Rotationen, bei denen der blau schillernde Corpus (mit Vibrationsfunktion), den auserwählten Partnerinnen, von allen Seiten dargeboten wird. Hartnäckig und doch unaufdringlich, mit flatterndem Schweif, animiert der Farphalla Ventilata die Partnerinnen durch ein monotones Surren zur Paarung. Renate Bertlmann
„Farphalla Ventilata“
2003/2024
Mixed media, Vibrator und Ventilator, Stahlblech,
Federn, Kunststoff
185 x 50 x 50 cm
Foto 1: Simon Veres 2-3: Tobias Rummel
Text: Tobias Rummel, Galerie Gisela Clement
Wir laden herzlich zur Ausstellungseröffung ein.
RENATE BERTLMANN
IN VISIER
am Freitag, den 23. Januar 2026
18 Uhr Einführung Christina Végh, Direktorin der Kunsthalle Bielefeld @christinavegh
17 Uhr Filmvorfuhrung
Später Triumph - Renate Bertlmann
Einfuhrung Susanne Riegler Regisseurin
@riegler_susanne riegler_susanne
Ausstellung
24. Januar bis 31. März 2026
Galerie Gisela Clement
GALERIEHAUS
Lotharstraße 104
53115 Bonn