Fortsetzung von:
Wie künstliche Intelligenz und all dä Gugus in mir eine noch-nie-dagewesene Liebe für schlechte Kameras mit lausiger Bildqualität geweckt hat:
Vor einigen Wochen habe ich in meinem Elternhaus meine alte Canon IXUS 105 Digicam gefunden. Sie ist halb so gross wie ein Smartphone, die Aufnahmequalität ist etwa 10 mal schlechter als die eines Smartphones und im Vergleich zu meinen Arbeitskameras ist sie ein absoluter Schwachsinn. - Trotzdem hat diese Kamera mich gefesselt. Warum?
In einer Zeit in der visuelles Storytelling immer mehr von künstlicher Intelligenz dominiert, gar sabotiert wird bin ich in meinem eigenen Handwerk herausgefordert. Wenn ich in derart schlechter Bildqualität fotografiere, bin ich gezwungen, durch Inhalte und Kompositionen zu überzeugen. Ich habe die kleine Schäbige also überall hin mitgenommen und festgehalten, was mich grad so gepackt hat. Nun teile ein paar Eindrücke meines liebevoll-fehlerhaften Foto-Tagebuchs.
analoger schnappschuss von der fotografin. die tolle @raphaelagraf stellt grad aus - @maria_art_basel zeigt bis oktober das projekt „im huus vom mami“ im @max.restaurant.basel 💚
#komplizinnenschaft
#konzeptlosmitplan
#portrait #fotografie #analog
Raphaela Graf – «Im Huus vom Mami»
Nina wuchs in einem Haus ganz oben auf dem Hügel auf. Vor zehn Jahren verstarb dort ihre Mutter Madeleine – völlig unerwartet. Im Sommer 2024 kehrte Nina zurück. An den Ort, an dem sie Madeleine so nahe war.
Die Arbeit erzählt von der stillen Präsenz einer geliebten Person, die nicht mehr ist. Von einem Zuhause, in dem es viel Liebe gab, die auch nach langer Zeit noch spürbar ist. Vom Verlust und vom Weiterleben.
➡️Opening 30. April 17.00 im Restaurant Max.
#restaurantmax #gundelibasel #kunstraumbasel #raphaelagraf #mariakunstraum imhuusvommami
Es ist soweit. Am 30. April eröffnet maria – der Kunstraum im Restaurant Max – mit der ersten Ausstellung.
Raphaela Graf zeigt «Im Huus vom Mami». Eine Arbeit über Erinnerung, Verlust und die stille Präsenz einer geliebten Person. Raphaela begleitete Nina, die zehn Jahre nach dem Tod ihrer Mutter in das Haus ihrer Kindheit zurückgekehrt ist. Zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Zwischen Abschied und Weiterleben.
Ab 30.04.2026 bis Oktober im Restaurant Max. 📍Gundeli, Basel
Danke an @max.restaurant.basel und @brandenbergerkloter für den Support 💖
#restaurantmax #gundelibasel #kunstraumbasel #raphaelagraf #mariakunstraum zeitgenössischefotografie
2994 Mahnwachen später droht alles von vorne zu beginnen. Seit der Katastrophe von Fukushima protestieren AKW-Gegner:innen gegen das Atomkraftwerk Beznau. Mehrmals pro Woche stehen sie vor dem Sitz des Nuklearsicherheitsinspektorats in Brugg. Sie sehen das auch als Beitrag gegen die Gleichgültigkeit.
für @woz_die_wochenzeitung
Text: Hanspeter Bundi
Sascha Bitterli für meine Arbeit über weibliche Körperbehaarung.
In einer fortlaufenden Serie portraitiere ich weiblich gelesene Personen, die sich dafür entschieden haben, ihre natürliche Körperbehaarung (oder Teile davon) wachsen zu lassen.
Vielen Dank @__tausendsassa__ fürs mitmachen!
Wie künstliche Intelligenz und all dä Gugus in mir eine noch-nie-dagewesene Liebe für schlechte Kameras mit lausiger Bildqualität geweckt hat:
Vor 2 Wochen habe ich in einer staubigen Ecke meines Elternhauses meine alte Canon IXUS 105 Digicam gefunden. Sie ist halb so gross wie ein Smartphone, die Aufnahmequalität ist etwa 10 mal schlechter als die eines Smartphones und im Vergleich zu meinen Arbeitskameras ist sie ein absoluter Schwachsinn. - Trotzdem hat diese Kamera mich in den letzten Wochen gefesselt. Warum?
In einer Zeit in der visuelles Storytelling immer mehr von künstlicher Intelligenz dominiert, gar sabotiert wird bin ich in meinem eigenen Handwerk herausgefordert. Wenn ich in derart schlechter Bildqualität fotografiere, bin ich gezwungen, durch Inhalte und Kompositionen zu überzeugen. Ich habe die kleine Schäbige also überall hin mitgenommen und festgehalten, was mich grad so geplackt hat. Nun teile ein paar Eindrücke meines liebevoll-fehlerhaften Foto-Tagebuchs.
Heute habe ich mein Quartier in den Reflexionen unzähliger Motorhauben und Autodächer, die in den Strassen rumstehen, fotografiert. Die Bilder zeigen keine Autos, sondern eine durch Autos verzerrte bis gebrochene Stadt.
Barbara Buser, Architektin. Als Pionierin der Nachhaltigkeit hat sie in Basel schon mehrere Gebäude vor dem Abriss bewahrt. Sie baut sie mit wiederverwendetem Material um und verwandelt ehemalige Industrieareale zu urbanen Lebensräumen, die für einen sorgfältigen Umgang mit unserer Umwelt und dem Miteinander stehen. Portraitiert in ihrem Atelier – natürlich eine Zwischennutzung. Basel, 21.10.2025.
Von aussen sieht das Stadthaus beim Spalentor so unauffällig aus wie jedes andere. Doch wer an der Tür klingelt, betritt ein Wunderland, das er so schnell nicht wieder vergessen wird. Wir haben -minu besucht. Das Basler Stadtoriginal war für seine exzentrischen Kolumnen und flamboyanten Soiréen bekannt. Nun pflegt der 78-Jährige seinen krebs- und demenzkranken Partner «Hölzli». Claudia Senn hat ihn gefragt: Wie geht es dir dabei?
«Wir sind auf der Zielgeraden», sagt -minu ruhig und ganz ohne ein Zittern in der Stimme. «Ich hoffe, dass ich ihn in die Arme nehmen kann, wenn er stirbt.» Der Gedanke, seinen Liebsten bald zu verlieren, ist schlimm. «Aber ich habe bisher ein so tolles Leben geschenkt bekommen, dass ich auch das meistern werde.» Viel stiller sind die Tage jetzt geworden. Alles dreht sich um Hölzlis Pflege.
Die Demenz habe aber überraschenderweise auch gute Seiten. Hölzli, der stets unter seinen homophoben Eltern litt, kann nun endlich zu seinem Schwulsein stehen. «Auch in der Öffentlichkeit nimmt er jetzt ganz selbstverständlich meine Hand», sagt -minu glücklich. Manchmal sind es eben auch die richtigen Dinge, die bei einer Demenz vergessen gehen. Scham, Schuldgefühle, Selbstverleugnung – Hölzli hat sie einfach losgelassen.
Text: Claudia Senn
für @zeitlupe.magazin