Was passiert, wenn das Internet, einst gedacht als Ort des freien Wissensaustauschs, zunehmend von toxischen Strukturen überlagert wird?
Anlässlich des Besuchs des Kollektivs memeclassworldwide (mcww)
@mcww.club als Gäste im Seminar „Hear me out
@freiekunst_weimar : Kunst & Content“, das von Karla Zipfel
@karlazipfel geleitet wird, luden wir sie ein, im 11m3 eine Intervention zu realisieren.
Das Ergebnis war »mcww.toxic – Pollution of the Internet« ein gemeinschaftlich erarbeitetes, 42-teiliges Bild, das eine Landschaft zeigt, aufgebaut aus Screenshots von Momenten, die den Künstler*innen als Anzeichen für den heutigen Zustand der Interneträume erscheinen. In dieser digitalen Topografie verdichten sich unterschiedliche Fragmente zu einer visuell erfahrbaren Umgebung und knüpfen inhaltlich an die multiplen Umweltkrisen an. Ein weiterer Aspekt des Bildes ist die Betrachtung des Menschen in Wechselwirkung mit seiner Umgebung. Spricht man bei den Auswirkungen der Umweltkrise auf den menschlichen Körper von Eco-Somatik, so entwerfen die Künstler*innen, basierend auf diesem Begriff, die Digi-Somatik, im Sinne der Auswirkungen digitaler Umwelt auf den menschlichen Körper und die Psyche. Ausgelöst durch eine toxische Umgebung, übermäßige Informationsflut und emotionale Erschütterung durch Nachrichten, können sich die Symptome beispielsweise im Gefühl ständiger Überforderung, in Stress, Angst oder Erschöpfung äußern. Die Collage lädt somit dazu ein, den digitalen Raum nicht nur als technologische Infrastruktur, sondern als affektives und politisches Umfeld zu betrachten, das tief in Körper, Umwelt und Gesellschaft eingreift.
Unter dem Namen memeclassworldwide (mcww)
@mcww.club entstehen kollaborative Projekte von Ramona Kortyka, Jennifer Merlyn Scherler, Mateusz Dworczyk und Juan Blanco
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Gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaats Thüringen
@kulturstiftung_thueringen und die Kulturdirektion der Stadt Weimar
@kulturdirektion.weimar
Fotos: Carlos Santos
@c.santosg