Punch Up

@punchuppunchup

Soziale und andere Beobachtungen. ✌🏻 Kurdisch. Antirassistisch. Queer. Trans”männlich”. Auch als Podcast auf allen Plattformen.
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Seit Ewigkeiten nervt es mich, wenn privilegierte Menschen sagen, sie würden „lohnarbeiten“ oder „malochen“. Kurz der Unterschied: LOHNARBEIT = Bezahlung nach Stunden/Stück, Einkommen schwankt, oft körperliche/Schichtarbeit, Bezahlung im Nachhinein. GEHALT = fixes monatliches Einkommen, relativ unabhängig von konkreten Stunden, typisch Büro/Akademie, Vorauszahlung – du bekommst gleich viel, egal ob der Monat 20 oder 22 Arbeitstage hat. Auch wenn es rechtlich kaum Unterschiede gibt, sind die Begriffe nicht neutral: „Lohnarbeit“ wird mit körperlicher Arbeit verbunden, „Gehalt“ mit abgesicherten Jobs. Wenn Menschen mit Gehalt sich „Lohnarbeiter:innen“ nennen, erzeugen sie eine Nähe zu einer Realität, die nicht ihre ist – oft einfach playing poor. Ja, Ausnahmen gibt es (z. B. Tarifbindung), aber es geht nicht um die Höhe des Geldes, sondern um Arbeitsrealitäten. Auch für uns Arbeiter:innen-Kinder: Nur weil unsere Eltern Lohnarbeit gemacht haben, heißt das nicht, dass wir heute in derselben Lage sind. Solidarität heißt nicht, so zu tun als ob, sondern ehrlich zu sein und trotzdem zu kämpfen. Klassenkampf führen gerade andere: Pflegekräfte, Lieferfahrer:innen, Menschen im Niedriglohnsektor. Vielleicht kurz nachdenken, bevor wir große Begriffe benutzen. Man muss nicht immer das größte Opfer sein.
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15 days ago
Seit 1921 wird am 23. April in der Türkei der „Tag der nationalen Souveränität und der Kinder“ gefeiert – anlässlich der ersten Parlamentssitzung und offiziell „gewidmet“ den Kindern der Nation. Oft wird er als kinderfreundlicher Feiertag verstanden, tatsächlich hat er aber auch eine starke nationale und staatliche Symbolik und wurde absichtlich am 23. gefeiert. Am 24. April wird weltweit des Genozids an den Armenier_innen gedacht. Der 24.04.1915 markiert den Beginn der Deportationen in Konstantinopel, die später in Massentötungen mündeten. Bereits ab 1916 gab es Gedenkveranstaltungen und Proteste. Einige Jahre später wurde der 23. April als nationaler Feiertag etabliert – ein Zusammenhang, der oft als politisch motivierte Gegen-Erzählung interpretiert wird, während die Erinnerung an den Genozid bis heute umkämpft ist. Das Deutsche Kaiserreich war damals zentraler Bündnispartner des Osmanischen Reiches, größter Waffenlieferant und militärischer Berater – eine Rolle, die bis heute in der historischen Aufarbeitung relevant ist. Der Feiertag wird bis heute oft mit Idealen wie „eine Sprache, ein Volk, eine Flagge“ verbunden, während Minderheiten wie Kurd_innen oder Roma in der Türkei strukturell weiterhin betroffen sind. Für viele bedeutet das, dass Erinnerungskultur, insbesondere zum 24. April, aktiv verteidigt werden muss – auch in der Diaspora. Solidarität heißt dabei, Geschichte nicht zu vergessen, sie zu diskutieren und Verantwortung mitzudenken. Wir, die nicht armenisch sind, dürfen nicht zulassen, dass dieser Gedenktag vergessen wird.
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24 days ago
Zusammenfassung: Wenn ich „Frauen“ sage, meine ich alle vom Patriarchat betroffenen Menschen – inkl. trans, nicht-binäre und intergeschlechtliche Personen. Auch sie erleben Gewalt, die oft nicht einmal sichtbar oder erfasst wird. Die aktuellen Ereignisse in der Türkei und Kurdistan sind keine Einzelfälle: Jugendliche töten, kurdische Mädchen und Frauen werden über Jahre ermordet – vieles wird getragen oder verschleiert vom Staat. Jetzt wird sichtbar, was längst bekannt war. Kurdische Frauen sind permanent Projektionen ausgesetzt: entweder Opfer ohne Stimme oder hypersexualisiert und verfügbar. Heute sehen wir Bilder von Familien, die sich nie hätten begegnen dürfen – verbunden durch den Mord an ihren Töchtern. Hinter jedem Fall steht ein System. Diese Gewalt wird oft isoliert diskutiert, aber sie hängt zusammen: ein Zusammenspiel aus Patriarchat, Rassismus und staatlicher Macht. Jeder Mord ist politisch – keine Zufälle, keine „Einzeltäter“. Besonders betroffen sind marginalisierte Gruppen: kurdische, alevitische, Roma, jüdische oder armenische Frauen – und noch mehr jene, die zusätzlich ausgeschlossen werden, wie Transfrauen oder Sexarbeiter*innen. Sie fallen durch alle Raster: Gesellschaft, weiße feministische Diskurse und eigene Communities. Das betrifft auch die Diaspora. Die Gewalt und Ideologien wirken über Grenzen hinaus – auch hier. Für mich zeigt das: Nationalstaaten, besonders die Türkei in ihrer jetzigen Form, sind das Problem. Mit diese Strukturen gibt es keine echte Aufarbeitung. Und bitte: Hört auf, Frauen über Rollen wie „Mutter, Schwester, Tochter“ Wert zu geben. Wir sind Menschen. Das allein reicht.
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27 days ago
Wenn ihr wissen wollt, was ich über Merz und seine Aussagen denke… und warum er meine Eier nicht lecken kann. ✌🏻
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1 month ago
#KobaneUnderAttack #spreadtheword #defendrojava
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3 months ago
Meine Gedanken zur aktuellen Lage und die Gleichzeitigkeiten des Erfolges der Serie „Uzak Sehir“. Hab den Text auch auf Türkisch, falls ihr mit euren Familien teilen wollt. 😘✌🏻 #uzaksehir #kurdistan #rojava #rojhilat #erdogan
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4 months ago
Causa Kai Wegner. 🎾😂 #Wegner #berlin #tennis #stromausfall
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4 months ago
Wir müssen über Stadtmissionen reden. Ps. Ich weiß das alles nur, weil ich von selbstorganisierten Gruppen wohnungsloser Menschen lernen durfte, als ich keine Ahnung hatte. Der Kältebus ist abgebrannt und natürlich ist der erste (vermeintlich politische) Instinkt: „Spenden!“, wie ich hier vielmals auf Social Media sehe. Aber wofür genau spenden wir eigentlich? Wie viele von uns kennen Wohnungslosigkeitsdiskurse oder haben eigene Erfahrungen, um wirklich zu wissen, was da abgeht? Woher weiß ich, ob eine Organisation, die auf ihrer Insta-Seite schon mit Gott wirbt, DIE Adresse ist? Die Berliner StadtMISSION ist einer der größten kirchlichen Träger in Berlin mit einem krassen Millionenbudget. Übrigens: gegründet von einem Antisemiten. Und ihr Name verrät vielleicht auch, was noch ein Anliegen sein könnte? Außerdem waren Leute involviert, die an eine „Zivilisierung“ und Missionierung von Roma geglaubt haben. Ihre Unterkünfte sind in desolaten Zuständen. Menschen werden unter Zwang in Massenunterkünften, unter schrecklichen Umständen, zusammen­gesteckt, die sie tagsüber auch noch verlassen müssen. Menschen bleiben lieber auf der Straße, statt zu ihnen zu gehen. Sie stecken lieber Hunderttausende Euro in Prestige- und Imageevents mit Berliner Bürgermeistern, statt die Umstände in den Unterkünften zu verbessern oder wirklich etwas für wohnungslose Menschen zu tun. Ich bin mir sicher, dass mit den Bussen Menschen geholfen wird, keine Frage. Aber trotzdem ist es wichtig zu differenzieren, für wen man zu Spenden aufruft – besonders, wenn man sich nicht auskennt. Auch an dieser Thematik sieht man, wie sehr einzelne Diskurse voneinander getrennt sind und wie wenig Berührungspunkte es gibt. Sonst wüssten wir, dass die Berliner Stadtmission Kohle und Kontakte ohne Ende hat, eine wirklich problematische Organisierung war und ist und es DEFINITIV kein Empowermentprojekt ist, das wohnungslosen Menschen selbst entscheiden lässt, was sie wie und wann brauchen.
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4 months ago
Yay see you at the next demo against settler colonialism, außer eure eigenen Familien! 💅🫡 Shit, hab Iroonis vergessen, forgive me.
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4 months ago
OYA muss bleiben.✊🏿🌈🦩 Unsere Crowdfunding-Kampagne läuft – und wir brauchen weiterhin eure Unterstützung, damit dieser wichtige queere Community-Ort bestehen kann. Teilt unseren Aufruf weiter & spendet wenn ihr könnt. 💜 OYA ist seit 2018 ein Raum für Begegnung, Solidarität, Kunst, Austausch und Schutz für queer, trans*, lesbian, non-binary* bipoc Communities und Allies. Ein Ort, an dem viele Menschen das finden, was ihnen im Alltag fehlt: Sicherheit, Sichtbarkeit, Verbindung. Doch steigende Kosten, Reparaturen, Schäden, Einbruch und Schulden bringen OYA gerade an seine Grenzen. Ohne Unterstützung ist unsere Existenz bedroht. Mit eurer Hilfe wollen wir: 💙finanzielle Belastungen und Schulden abbauen 💚faire Löhne & Honorare sichern Reparaturen und Technik finanzieren 💜OYA langfristig als offenen, sicheren Community-Raum erhalten ❣️Jede Spende hilft – und jeder Share genauso. Wenn ihr die Kampagne teilt, erreicht sie Menschen, die OYA kennen oder unterstützen möchten.💘 🔗Spendenlink: in Bio & Stories 🫶🏾Teilt unseren Aufruf– in Stories, im Feed, per DM Danke für eure Solidarität und dafür, dass ihr OYA sichtbar macht. 🦩✨ *************** English: OYA must stay. Our crowdfunding campaign is live — and we still need your support to keep this queer community space alive. Since 2018, OYA has been a place for connection, solidarity, art, safety and visibility for QTI*N communities and allies. A space where many people find what is often missing in everyday life: safety, visibility and community. But rising costs, repairs, damages, a break-in and debt are putting OYA under real pressure. Without support, our existence is at risk. With your help, we can: ❤️reduce financial pressure and pay off debt 💛 secure fair wages and fees fund repairs and technical equipment 💜 preserve OYA long-term as an open and safe(r) community space Every donation helps — and every share does too. Sharing the campaign helps us reach people who know OYA or want to support spaces like this. 👉 Donation link: /oya-support 👉 Please share — in stories, feed, or by DM Thank you for your solidarity and for keeping OYA visible. 🦩✨
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4 months ago
Trans Awareness Days, und seit neuestem die ganze Woche, waren seit jeher für BIPoC Transmenschen eine komplexe Angelegenheit.Um 2010 gab es plötzlich Gedenkveranstaltungen, die größtenteils von weißen bürgerlichen Transmenschen organisiert wurden, die stundenlang über tote BPoC Transmenschen gesprochen haben – grundsätzlich aus dem Globalen Süden, super rassistisch, bevormundend und nicht selbstkritisch.Da war schon klar: Es ist performativ und führt nicht zu struktureller Veränderung, sondern nur dazu, dass die einen die anderen benutzen, um sich besser zu fühlen.Und das war, bevor Cis-Menschen diesen Tag für sich entdeckt haben.
Kaum jemand wusste außerhalb von Trans-Diskursen überhaupt von diesen Aktivitäten, die irgendwann aus den USA hierher übergeschwappt sind.Jetzt posten Menschen, die sich 364 Tage im Jahr nicht für Transpersonen interessieren – weder politisch noch romantisch – irgendwelche Infoslides von mehr oder weniger berühmten Transleuten, am besten weiß oder white-passing, und sind dann nächste Woche mit etwas anderem beschäftigt.Eine Sache, mit der sich die „feministischen“ Bewegungen echt langsam ehrlich beschäftigen müssen, ist, wie es 2025 noch sein kann, dass Panels zu Gewalt an „Frauen“ organisiert werden und keine migrantischen Transfrauen (lass mal Trans-Männlichkeit zur Seite) eingeladen sind.Transfrauen, die überproportional von struktureller Gewalt betroffen sind, kaum Lobby haben und oft nicht älter als 35 werden. Reicht das nicht zum Frau-Sein?Das gilt auch für kurdische Bewegungen.Und bitte nicht mit „Ja, aber wir sind noch nicht so weit“ oder „Unsere Älteren verstehen das nicht“ kommen. Das höre ich seit 15 Jahren.Abgesehen davon, dass es total paternalistisch ist und queer/trans Organisierung in Kurdistan auslöscht, ist es einfach nur bequem.Denn was es sagt, ist: „Ich weiß, dass etwas fehlt, aber ich bleibe in meiner Komfortzone, sollen andere sich darum kümmern.“Aber wer soll das sein, wenn nicht ihr?
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6 months ago
Alle Jahre wieder, wa.
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6 months ago