Ausstellungsvernissage und Zine-Taufe am Donnerstag 21.5. um 19.00 Uhr
Gropiusstadt – Eine fragmentarische Spurensuche
Nick Billinger, Dozent an der F+F Kunstschule in Zürich, hat sich in seinem Fotoprojekt mit der vielleicht bekanntesten Plattenbausiedlung Deutschlands beschäftigt.
Plattenbauten üben seit jeher eine besondere Faszination aus. Der architektonische Stil – geprägt von serieller Wiederholung, modularer Bauweise, klaren Rastern, reduzierten Formen und funktionaler Gestaltung –, ist ebenso interessant wie die gesellschaftliche Ebene: Das Zusammenleben verschiedener Kulturen, die Dynamiken des Alltags und die Frage, wie solche Orte unser Verständnis von Stadt und Gemeinschaft prägen. Gleichzeitig sind Plattenbauten auch historisch aufgeladen, sie berichten von politischen, sozialen und städtebaulichen Entwicklungen.
Während eines einwöchigen Projekts in Berlin widmete sich der selbstständige Grafikdesigner und F+F-Dozent Nick Billinger der Gropiusstadt, einer der bekanntesten Plattenbausiedlungen Deutschlands. Durch wiederholte Streifzüge und fotografische Annäherungen hat er den geschichtsträchtigen Ort untersucht, beobachtet und dokumentiert. Die dabei entstandenen Bilder sind der Versuch, von aussen Einblicke in einen vielschichtigen Lebensraum zu gewinnen. Sie bewegen sich zwischen dokumentarischer Distanz und persönlicher Nähe, zwischen nüchterner Beobachtung und subtiler Annäherung. Damit hat Billinger, der an der Kunstschule auch die Abteilung Foundation Year leitet, ein Spannungsfeld erzeugt, das weniger erklärt als sichtbar macht, und das bewusst Fragen offenlässt.
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