Ich habe das Buch gekauft, als mein Anschlusszug mal wieder ausgefallen ist (heimliche Koop zwischen Bahnhofsbuchhandlung und DB? 🤨) Joa, aber was soll ich sagen: War am Ende einer meiner persönlichen Bestreads seit langem. Es wird auf eine sehr leichte und amüsante Weise das komplexe Ding verhandelt, was man allgemein Beziehung zu einem selbst nennt. Dazwischen lustige, dynamische Dialoge und unerwartete Wendungen. Jedes Mal, als ich dachte „Ach, wie vorhersehbar“, kam es anders. TW: Es geht um Hochzeiten und Suizid.
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In jedem Maro Heft steckt viel: Neben Lesezeichen und Poster allen voran gesellschaftliche Themen wie hier FLINTA im öffentlichen Raum. In „Eine Frau geht einen trinken - allein“ geht es um Bars als Orte in ihrer sozialen Funktion und warum FLINTA sie eher selten allein aufsuchen. Dabei wird wie immer aufs Geschichtliche geblickt, um heutige Verhaltensweisen und gesellschaftlichen Ansprüche an FLINTA an öffentlichen Plätzen einzuordnen. Und mir wurde zum ersten Mal so richtig klar, wo diese absurde Verknüpfung von „Frauen gehen gerne shoppen“ ihren Ursprung hat (Spoiler: im Patriarchat). Es ist einfach Lou Zuckers Gedanken zu folgen, Josephine Ritschels Illustrationen verschiebt alles in den schummrigen Vibe der Bar- und Nachtszene.
Geht ihr alleine in Bars?
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Ich habe auf diesen rund 350 Seiten einen neuen Freund gefunden. Zum Glück, denn Khosrou - der junge Hauptprotagonist in „Everything Sad is untrue“ - ist auch dringend auf der Suche nach einem Freund oder einer Freundin, die oder der ihm seine Geschichten glaubt. Denn wie sich sein Leben nach der Flucht seiner Familie aus dem Iran nach Oklahoma verändert hat, glauben ihm seine neuen Klassenkamerad:innen nicht wirklich. Dabei hat der Erzähler von den Besten gelernt und weiß nicht nur, wie er Details wieder gibt, sondern ist dabei auch mitreißend, emotional- und witzig. Angefangen beim tragischen Verlust seinen Lieblingskuscheltiers bis hin zum Umgang mit dem gewalttätigen, neuen Partner der Mutter. Dabei lernen Leser:innen eine Welt kennen, in der sich normale Teenager-Probleme mit großen Identitätsfragen vermischen. Ich war richtig gerne Khosrous Begleiterin.
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Lehrreich, ehrlich und vor allem echt beschäftigt sich Mareice Kaiser mit den Fragen rund ums Geld: Wie viel ist genug? Wer sollte mehr und wer weniger haben? Ist es okay, Geld nicht zu mögen? Und gibt es eine Utopie, in der seine Rolle in unserem Leben verblasst? Das Buch ist in drei Teile gegliedert: in zwei davon erhalten Leser:innen Einblicke in das Verhältnis, den Umgang und die Gedanken der Autorin zu „Zaster, Penunzen, Asche, Moneten, Marie,Moos, Pulver, Steine, Piepen, Kröten, Mäuse, Para, Patte, Cash, Lappen, Kies, Kohle“. Ein Teil ist den Perspektiven Anderer gewidmet. In ihm spricht die Autorin mit jenen, die sich das Heizen nicht leisten können, Menschen, die über die Runden kommen, in dem sie die Carework anderer statt der eigenen übernehmen, mit jenen, für die ein Zuhause ein „Objekt“ ist. Und das Schönste: Mareice Kaiser setzt auf einfache Erklärungen, statt elitären Journalismus. Das beruhigt mich, weil ich habe Marx auch nicht gelesen und ich habe es auch nicht vor. (Auflösung dazu im Buch)
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Ich würde schon sagen: eine Essaysammlung wie ich sie so noch nicht gelesen habe. Denn in „Our women on the ground“ geht es nicht nur um Journalismus in arabischen Ländern, sondern auch um die Rolle der Frau in diesem Feld, welche Zugänge Reporterinnen haben, die anderen vielleicht verwehrt bleiben. Viele der Journalistinnen, die in diesem Buch zu Wort kommen, haben aus Kriegs- und Krisensituationen berichtet und teilen ihre Erfahrung. Sie erzählen aber auch von überfüllten Ämtern in Berlin, Familiengeschichten und wie sie geworden sind, was sie heute sind.
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Vier Kinder. Ein erfolgreicher Roman. Ein verärgerter Freund:innenkreis und ein gekündigter Mietvertrag. Die Protagonistin in „Schäfchen im Trockenen“ hat jede Menge Gründe sich in ihrem kleinen Schreibzimmer alias Wäschekammer zu verkriechen. Dort schreibt sie für ihre älteste Tochter ihre Gedanken auf über Mutterschaft, Klassismus, das Streben nach Perfektionismus und ein gesellschaftliches Familienbild, das alles andere als realistisch ist. Tiefsinnige Gedanken und skurrile Lacher wechseln sich ab, sodass man die Erzählerin lieben und verstehen lernt.
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Musliminnen und Muslime in Deutschland müssen nach wie vor einer Vielzahl an widersprüchlichen, ambivalenten und diskriminierenden Forderungen gerecht werden. Ozan Zakariya Keskinkılıç macht diese in „Muslimaniac“ sichtbar, erzählt sarkastisch und persönlich, was das mit einem Menschen macht, ständig Projektionsfläche für ein Feindbild zu sein. Wie ist es möglich, unter all den auferlegten Regeln und absurden Integrationsvorstellungen selbstbestimmt zu leben? Bleiben? Werden? Dabei verliert der Autor nie das Analytische aus dem Blick und ordnet Geschehnisse ins große Ganz ein. Großer Wissensschatz!
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Hier gehts um Alltags- und Strukturellen Rassismus, Klassismus sowie rassistische Polizeigewalt - heftige Themen also und trotzdem habe ich Angie Thomas „The Hate U Give“ wie nichts weggezogen. Weil man direkt mit der Hauptfigur Starr mitgeht und mehr von ihrem Struggle als eine der wenigen schwarzen Teenagerinnen an einer primär weißen US-Schule und gleichzeitig ihrer Verwurzelung im von schwarzen Menschen bewohnten Viertel Garden Heights wissen will. Kein Zurück gibt es als Leser:in als Starrs bester Freund von einem weißen Polizisten ermordet wird. Der Autorin gelingt es, diese ernsten und wichtigen Themen authentisch aus Figurensicht darzustellen, lässt aber auch gleichzeitig Raum für Starrs Persönlichkeit, für ihre Liebe zu Basketball, für Sneaker und ihren Vater. Übersetzt von Henriette Zeltner-Shane.
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Argumentationshilfe im Taschenformat! Auf 83 Seiten geht der Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch die Aussagen durch, die man öfter mal hört, wenn man sich für politisch korrekte Sprache einsetzt. Das Buch liefert Beispiele, Vergleiche und Erklärungen, die helfen klar zu machen, dass durch diskriminierende Sprache ein Schaden entsteht. Aber bitte aufgepasst: Zu wissenschaftlichen Zwecken werden in „Eine Frage der Moral“ diskriminierende Begriffe reproduziert. Bin ich sonst kein Fan von, aber in diesem Rahmen macht es ausnahmsweise Sinn. Trotzdem lesenswert.
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Mein letztes Buch ins 2021 - was für ein Glück, weil hier stimmt alles! Als Leser*in lernt man drei als (post)migrantisch präsentierte Freundinnen kennen, die sich gemeinsam durch Mikroaggressionen, Alltags- und strukturellen Rassismus kämpfen, bis eine von ihnen eine Beförderung bekommt, bis eine von ihnen sich Sorgen macht, bis eine von ihnen verhaftet wird. Verpackt ist „Drei Kameradinnen“ in eine tagebuchartige Berichtform einer starken Ich-Erzählerin - mit mehreren großen „Ohas“ am Ende. Ich denke noch heute an viele Szenen aus Shida Bazyars Roman.
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Hier halte ich über 140 Portraits über Frauen und ihre Arbeitsroutinen in den Händen. Als Leser:in darf man Mäuschen spielen und Nina Simone, Susan Sontag, Virgina Woolf, Niki de Saint Phalle und Co. über die Schulter schauen, wie sie krassen Kunst/Wissenschafts/Literatur/Mode/Philosophie/Performance/Schauspielshit gemacht haben und machen. Egal in welchem Jahrhundert ich mich bewegt habe, ich war immer super beeindruckt von der Bedingungslosigkeit, mit denen diese Frauen ihre Ziele verfolgt haben. Insofern gibt mir ein Blick in „Daily Routine“ von Mason Currey immer wieder Inspiration, vor allem, wenn ich selbst so ein bisschen durchhänge.
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„Sehr geehrte Frau Morrison“ wird zu „Guten Tag T.Morrison“ - das ist nur eines von vielen Beispielen für gendergerechte Sprache, die sich in „Wie schreibe ich divers?“ finden. Lann Hornscheidt und Ja‘n Sammla helfen nämlich in Sachen diskriminierungsfreier und gendergerechter Sprache für Stellenanzeigen, Verträge, Zeitungsartikel, Geschäftsbriefe und Kinderbuchtexte aus. Damit Mensch auch versteht, warum das wichtig ist und wo sich überall sprachliche Stolpersteine befinden, erläutern die verfassenden Personen des Buchs natürlich auch Aspekte wie verschiedene Genderselbstverständnisse, genderinklusive und genderfreie Personalpronomen. Geschrieben ist es so, dass Menschen mit und ohne Vorwissen beim Lesen etwas mitnehmen und garantiert eine Möglichkeit des Genderns finden, die für sie passt.
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