heike-melba

@milberoyal

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Gemeinsam haben wir Filme geschaut, diskutiert und gezeigt. Wir arbeiten und wir feiern zusammen und wenn Hanns mich vorstellt, sagt er gerne: Das ist meine Agentur. Er betont es wie Uhr. Vielleicht weil unsere Freundschaft eine eigene Zeitrechnung hat. Die steht jetzt auf fünf vor Cannes. Dort wird Pawel Pawlikowskis "Fatherland" im Wettbewerb welturaufgeführt und damit die Hannszischlerwerdung von Thomas Mann zu bestaunen sein. Ich werde mitstaunen - falls ich nicht vorher vor Stolz geplatzt bin.
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8 days ago
Dies ist ein Abziehbild. Es ist die geknickte Photokopie eines Photos von irgendwem, das meine Tochter @pola_light aufbewahrt hat. Ich war paarundzwanzig und hatte in der Kölner Bar "Kokett" als Animierdame angeheuert, um eine Reportage über...Animierdamen zu schreiben. Auch diese Reportage war ein Abziehbild, ein Abziehtext gleichsam, über meine Jahre in Manhattan, wo ich in vergleichbaren Etablissements als "Tänzerin" Männer ab- und mich ausgezogen hatte in eben diesem Kleid, dessen ich mich mit einem Handgriff entledigen konnte. Undercover Erlebtes nachzustellen und zu Text zu machen war und ist weniger der Versuch einer Nobilitierung oder gar Ausschlachtung, vielmehr der, Biographie nicht zu knicken, sondern als Abfolge von Häutungen zu begreifen. Wir sind, wer wir waren, every step of the way.
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21 days ago
Die letzten Tage von Bellevue mit Esthi, Graubner gelb, Kitchen-Sink-Realismus, Graubner mauve und tanz die Sanierung!
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23 days ago
Die erste Reise ihres Lebens führte meine Mutter gemeinsam mit ihrer Freundin Gertrud nach Norderney. Ich hole sie jetzt dort ab, um sie, schreibend, von der Geschichte und dem Mann, meinem Vater, zu erlösen, die und der auf diese Reise folgten. Also in gewisser Weise auch von mir, die diesen rentnercophaften Wellnesszoo auf der Suche nach ihrem Damals durchstreift, das es ohnehin nie gegeben hat. Es bleibt also dabei: Die Vergangenheit will ebenso erfunden werden wie die Zukunft und das Jetzt wusste ohnehin nie, wohin mit sich.
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1 month ago
Come together Barbarellas ***Berlinale Edition*** @sternsehen @vidina.popov @liavonblarer @poetize_kid @lizzy.lis ( @marienasemann ) ➡️Beyond Toxic: Redefining Masculinity Im Rahmen der @berlinale diskutierten @natalykudiabor @mariafurtwaengler @mark_waschke und @louisklamroth , wie Medien jungen Menschen vielfältige, konstruktive und gleichberechtigte Rollenbilder vermittelt werden können. Moderiert wurde die Diskussionsrunde von Heike-Melba Fendel @milberoyal Weitere Informationen zu der Studie von Dr. Maya Götz „Soziale Medien, Geschlechterbilder und Werte“ auf @malisa_stiftung 📸 @norberthingst #BeyondToxic #RedefiningMasculinity #cometogether #Geschlechtergerechtigkeit #berlinale
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3 months ago
Schönes bleibt - Heike und die Dinge des (Büro) Lebens. @milberoyal #office #neuesbüro #interior #barbarellabüro #berlin
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3 months ago
Es gibt nur eine Handvoll Photos von meinem Vater und mir, wie jenes hier von seinem 90. Geburtstag, weil es so wenige Begegnungen und keinerlei Berührung gab. Als 16jähriger wurde er Soldat. Über sechs Jahrzehnte blieb der "Hitlergruß" im Repertoire und lagerten die Führerbüsten und überhaupt die ganze Paraphernalia in Wohnung und Keller. Beide sind nun endlich entrümpelt. Als ich mich bei den zuständigen Kollegen für diese Objekte entschuldigte, informierten sie mich, dass es für derlei Dinge "im Süddeutschen" einen lukrativen Markt gebe - sie würden die Sachen dem Cousin vor Ort überstellen. Mein Vater hatte seinen Platz in der neuen alten Welt gefunden. Seine Sachen und seine Sache haben sich den Weg in unsere Gegenwart gebahnt - was für ein netter Vater. Heute Nacht jährt sich sein Todestag zum ersten Mal. Schuld ist ein unentrümpelbarer Verschiebebahnhof vom Gestern ins Hauptsache nicht: Ich.
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3 months ago
Ich habe in 2025 drei Brillen verloren, ein Portemonnaie mit allem drin und vieles mehr. Ich habe eine der drei Brillen ersetzt und bislang nichts von allem drin. Ich habe einen Schwiegersohn gewonnen und ein Stofftier, das die zweite Enkelin simuliert. Die ist noch in der Mache, but it won't be long. Andere groundbreaker sind bereits oder immer noch da. Ich habe Menschen verloren, David im Januar, den Vater im Februar und weiter ging' s...Nein, das ist nicht "You win some, you lose some." Das ist der Versuch des Gestern dem Morgen die Hand zu schütteln, wie John und David einander die Hand geschüttelt haben. Und uns alle stelle ich mir als Bigboy vor, der sich das anschaut und sich fragt, was so alles drin sein mag: An Wiederzubeschaffendem, Loszulassendem und den vielen, vielen Dingen, die wir nicht zu träumen wagen. Dinge, die ihrerseits keinesfalls bereit sind, sich von unserer Verzagtheit abschrecken zu lassen.
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4 months ago
Okay, vielleicht sind ZEIT-Lesende weird. Oder jene unter ihnen, die solche, nun ja, Tests machen oder von mir aus auch ich, die sich als Testmachende zu ihnen gesellt. Viel lieber geselle ich mich jedoch zu jenen vier oder fünf Prozent, die finden, dass eine Zukunft mit Menschen von überall schöner ist, als eine mit Menschen, die unser aller Fortschritt mit ihrer Hutschnur vermessen. In Wahrheit sind wir ja gar nicht vier oder fünf oder sonstwieviel Prozent, wir breiten bloß die Arme aus.
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5 months ago
Für DIE WELT ist er heute Front-Page-News und das ist würdig und recht. Udo war ein großer Freund des Zufalls, jenen, den er zu inszenieren wusste und jenen, den er geschehen lassen konnte. Seine wechselvolle Karriere war das Ergebnis von beidem. Seine Nähe zu Kunst und Künstlern hingegen war unverbrüchlich und frei von jedem Kalkül (nichts gegen Kalkül, schon gar nicht in der kölschen Udo-Variante). Mit großen, nachruftauglichen Namen hat er sich gerne geschmückt, so wie diese sich zu Beginn mit seiner nachgerade unwirklichen Schönheit und später mit seiner sorgsam austarierten Exzentrik zu schmücken wussten. Wirklich immer hat er jedoch die Nähe zu Männern wie Frauen gesucht, die ihrerseits Suchende waren und sind. Grenzgänger wie er, die Erfolg als Beifang künstlerischer Arbeit schätzen, ihn aber in nie deren Zentrum rücken. Michael Buthe und Gabor Body waren solche Wegbegleiter, früh verstorben wie auch ein weiterer Partner in artistic crime Christoph Schlingensief. Udo mag vielleicht nicht früh verstorben sein, aber auf jeden Fall viel zu früh für eine Welt, die ihn und seinen Respekt für Menschen, die sich die Nase an der so genannten Realität blutig stoßen, auch weiterhin so dringend braucht.
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5 months ago
Als ich einst als sehr junge Person ziellos auf dem Kölner Friesenwall herumstakste, sprach mich ein mir unbekannter, etwas weniger junger Mann an und fragte mich, ob ich mit ihm in dieses Haus - er wies auf einen schönen Altbau - ziehen wolle, die freie Wohnung sei zu groß für ihn. Ich war zwar selbst gerade erst umgezogen, aber ich ziehe ja gerne um, und er schien nett zu sein. Allso sagte ich ja. Es wurden zwei tolle WG-Jahre. Hanno war Künstler und verbrachte die meiste Zeit in seinem Atelier. Ich saß an der Schreibmaschine und tippte an Erzählungen herum. Hanno nahm das und er nahm mich ernst, und das zu einer Zeit, als meine Texte bei ersten Gruppenlesungen auf der Bühne im "Ausziehen, ausziehen" - Gegröle untergingen. Hanno ist immer ein Künstler und immer mein Freund geblieben. Manchmal machen wir gemeinsam Dinge. Das Buch "Am Tisch des Malers" zum Beispiel: 19 Bilder von Hanno aus seinem gleichnamigen Bilderzyklus, 19 Texte von mir - zu dieser Arbeit aber irgendwie auch für ihn und zu ihm, dem Maler, der mir so oft seinen Tisch gedeckt hat. Klaus Bittner hat das Buch verlegt und zeigt unsere Arbeit diesen November in dem Schaufenster seiner Buchhandlung in der Albertusstraße Freitag, den 14. 11., also übermorgen, stellen wir um 19.00 das Buch vor und ich werde gemeinsam der phantastischen Therese Hämer die Texte lesen. Kommt gerne 'rum!
181 10
6 months ago
Freundinnen kehren immer an den Ort ihrer ersten Begegnung zurück: Vor vier Jahren saßen Taylor und ich, die wir beide so gern allein reisen, allein ins Kino und allein essen gehen, jeweils allein nebeneinander in der Paris Bar. Und wurden an jenem Dienstag vor lauter Freude über das gemeinsame Gerne-allein-Dinge-tun Freundinnen. Jetzt ist sie aus Detroit zu Besuch gekommen, und wir gehen aus, dienstags, wann sonst.
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7 months ago