80 JAHRE DEFA
Sterne
DDR, Bulgarien 1959 von Konrad Wolf, 92 min.
Bulgarien 1943. Wehrmachts-Unteroffizier Walter ist in einer Kleinstadt stationiert und beaufsichtigt zivile, bulgarische Arbeiter einer Kfz-Werkstatt. Unweit entfernt werden griechische Juden für wenige Tage in einem Lager untergebracht. Sie sollen nach Auschwitz deportiert werden. Er lernt die Jüdin Ruth kennen, die ihn durch den Stacheldraht um Hilfe für eine Schwangere bittet. Walter nähert sich Ruth an, führt mit ihr Gespräche über Hoffnungen und Menschlichkeit und entwickelt Gefühle für sie.
Busch singt
DDR 1982 von Konrad Wolf, Peter Voigt, Erwin Burkert, Reiner Bredemeyer, Ludwig Hoffmann, 124 Min., Doku
Die Gesänge von Ernst Busch kommentieren die Bilder und Ereignisse im Jahr 1935: mit der Einführung der Wehrpflicht, des Arbeitsdienstes, dem Beginn der militärischen Aufrüstung und schließlich mit der Verabschiedung der Nürnberger Rassengesetze werden die Grundsteine für den Zweiten Weltkrieg und für die Massenvernichtung der jüdischen Bevölkerung in Deutschland gelegt.
Jakob der Lügner
DDR, Tschechoslowakei 1974 von Frank Beyer, 101 min.
Der während des Zweiten Weltkriegs in ein Ghetto in Osteuropa deportierte Jude Jakob wird nach Anbruch der Sperrstunde von einer Wache auf der Straße entdeckt. Er soll eine Bestrafung erhalten. Durch eine offene Tür hört er die Nachricht, dass die Rote Armee erfolgreich vorrückt. Wie soll er mit der Hoffnung umgehen? Darf er die Freude teilen? Wird man ihm glauben? Jakob erfindet ein Radio und berichtet. Aus Hoffnung wird Illusion. Traum und Wirklichkeit verschmelzen…
Solo Sunny
DDR 1978/79 von Konrad Wolf, 104 min.
„Is‘ ohne Frühstück. Is‘ auch ohne Diskussion.“ – Die Ost-Berliner Sängerin Ingrid Sommer, genannt Sunny, entscheidet selbstständig und frei, was in ihrem Leben passiert. Zu Kompromissen ist sie nicht bereit. Mit einer Band tingelt sie quer durch die DDR. Der große Erfolg bleibt ihr verwehrt. Sunny sehnt sich nach Glück und Anerkennung. Als sie sich gegen sexuelle Übergriffe eines Bandkollegen wehrt, fliegt sie aus der Gruppe und wird durch eine jüngere Sängerin ersetzt. Sunny gerät in eine tiefe Lebenskrise...
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DAS DRAMA
USA 2026 von Kristoffer Borgli, 106 min., OmU
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Emma Harwood (Zendaya) und Charlie Thompson (Robert Pattinson) sind zwei, die sich gefunden haben. Er kommt aus London und verdient sein Geld als Museumsdirektor. Sie ist Buchhändlerin aus dem US-amerikanischen Süden. Die beiden sind nicht nur ineinander verliebt, sondern mittlerweile auch glücklich verlobt. Bis zur großen Hochzeit sind es nur noch eine Handvoll von Tagen. Doch plötzlich gerät ein sprichwörtlicher Stock zwischen die Planungsspeichen und die ganze Feier droht zu platzen. Denn Emma und Charlie müssen sich auf einmal Wahrheiten stellen, die sie auch ihre gesamte Beziehung noch mal unter anderem Licht betrachten lassen....
DAS UNGESAGTE - Sonderveranstaltung mit Einführung
8. Mai - Tag der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht
Deutschland 2025 von Patricia Hector und Lothar Herzog, 143 min., Doku
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Die meisten Deutschen, die damals für das NS-Regime waren, haben nach 1945 nie wieder über diese Zeit gesprochen. In fast allen deutschen Familien war das Thema tabu: Das Ungesagte. Der Film wählt einen psychologischen Ansatz, um herauszufinden, was diese Menschen damals genau dachten und fühlten - und wie sie heute ihre Beteiligung bzw. Involviertheit in das NS-Regime beurteilen. Die Aussagen sind schmerzhaft ehrlich, teils verstörend, aber auch berührend, dabei gleichermaßen geprägt von moralischem Zwiespalt, verdrängten Schuldgefühlen, Trauma und Trauer. Zudem erzählen auch jüdische Überlebende, und erhellen die bis heute verbliebenen blinden Flecken in der Perspektive der damaligen Mehrheitsgesellschaft. Die Verbindung beider Perspektiven eröffnet unerwartete, erschütternde Erkenntnisse.
THE HISTORY OF SOUND
USA 2026 von Oliver Hermanus, 127min., OmU
Lionel (Paul Mescal) wächst im ländlichen Kentucky auf, geprägt von den Liedern seines Vaters und dem einfachen Leben auf der Familienfarm. 1917 verlässt er seine Heimat, um am Musikkonservatorium in Boston zu studieren. Dort lernt er den charismatischen Komponisten David (Josh O'Connor) kennen. Zwischen den beiden entwickelt sich eine tiefe Verbindung – bis Davids Einzug in den Krieg sie jäh trennt. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs führt das Schicksal die beiden wieder zusammen. Gemeinsam reisen sie im Winter 1920 durch das verschneite Maine, um traditionelle Volkslieder zu sammeln und für kommende Generationen zu bewahren. Es ist eine Zeit intensiver Nähe, die Lionel nie vergessen wird. In den darauffolgenden Jahren lebt Lionel in Europa, führt ein erfülltes Leben, pflegt mehrere Beziehungen und macht sich einen Namen als Musiker. Doch die Erinnerung an David lässt ihn nie los. Erst Jahrzehnte später wird ihm klar, warum ihre Beziehung etwas Besonderes war.
Donnerstag 07.05.2026 17:00 Uhr
Sonnabend 09.05.2026 20:00 Uhr
Sonntag 10.05.2026 18:45 Uhr
Jüdisches Filmfestival in Berlin:
SALOMEA
Am 9.5.2026 um 16 Uhr in Berlin im Kino Krokodil und demnächst auch in der Kinobar zu sehen.
OmeU
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Salomea Genin kehrte in den 1950er-Jahren aus dem australischen Exil nach Ostberlin zurück, um die DDR mit aufzubauen. Doch dort wurde die begeisterte Kommunistin als Jüdin mit Skepsis aufgenommen. Ein Erfahrungsbericht zwischen politischer Leidenschaft und Ideologie, Traumata und Tabus, Argwohn und Ausgrenzung.
Salomea Genin wurde 1932 als Kind polnisch-russischer Juden in Berlin geboren. 1939 flüchtete die Familie und lebte ab da in Melbourne, Australien. Als Jugendliche fand Salomea im kommunistischen Jugendverband Australiens ihr Zuhause und besuchte 1951 als Mitglied der australischen Delegation die "3. Weltfestspiele der Jugend und Studenten" in Ostberlin. Der Besuch begeisterte sie so, dass sie von da an unbedingt in der DDR leben wollte. So kehrte Salomea 1954 nach Berlin zurück, um ein besseres, antifaschistisches Deutschland mitaufzubauen, doch die DDR wollte sie nicht. Der Weg, im Arbeiter- und Bauernstaat leben und arbeiten zu können war dann erst ab 1963 möglich - und blieb steinig.
Deutschland, 2025 von Miriam Pfeiffer, 60 min. Dokumentar, OmeU
Sonntagsfilm
ROSE
heute, 3.5. um 19 Uhr
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Während der Wirren des 30-jährigen Krieges taucht ein rätselhafter Soldat in einem abgelegenen protestantischen Dorf auf und behauptet, der rechtmäßige Erbe eines lange verlassenen Gutshofs zu sein. Die Gemeinde steht dem Fremden mit der Narbe im Gesicht zunächst skeptisch gegenüber. Die Bestrebungen des gottesfürchtigen Mannes nach Anerkennung und Zugehörigkeit werden durch ein düsteres Geheimnis erschwert: Er hat sich eine falsche Identität, einen anderen Namen und sogar ein anderes Geschlecht zugelegt, um in das Dorf zu gelangen. Unter dem Deckmantel dieser Täuschungen wird Rose (Sandra Hüller), so wie der Soldat wirklich heißt, vor nichts zurückschrecken, um ihre Ziele zu erreichen und so ein ganzes Dorf zum Narren halten.
Deutschland, Österreich 2026 von Markus Schleinzer, 94 min.
Wir zeigen FUTURE SCIENCE - DAS ENDE DER TIERVERSUCHE? an folgenden Terminen:
30. April 14:30 Uhr
02. Mai 14:45 Uhr
06. Mai 13:30 Uhr
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FUTURE SCIENCE ist ein Film über einen der tiefgreifendsten Umbrüche in der modernen Wissenschaft – den Abschied vom Tierversuch. Eine neue Generation von Technologien ermöglicht heute eine nie dagewesene Simulation des menschlichen Körpers. So öffnen sich Wege, Krankheiten präziser zu verstehen, Medikamente sicherer zu entwickeln und die toxikologische Sicherheit von Chemikalien und Alltagsprodukten verlässlicher zu bewerten. Der Film stellt die entscheidenden Fragen: Wie funktioniert das milliardenschwere System der Tierversuche, das weit über die Medizin hinausreicht? Und wer hat ein Interesse daran, an diesem Standard festzuhalten, obwohl er wissenschaftlich und ethisch stark in der Kritik steht? FUTURE SCIENCE konfrontiert die wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Mechanismen des alten Systems mit den Pionier:innen, die mithilfe von Multi-Organ-Chips, 3D-Bioprinting und KI eine menschlichere Forschung vorantreiben. Es ist eine Reise ins Herz einer wissenschaftlichen Revolution, die das immense Potenzial dieser Verfahren für die Gesundheit und unsere Sicherheit im Alltag greifbar macht. Denn die Zukunft der Forschung hat bereits begonnen.
-Deutschland 2026 von Marc Pierschel, 78 min., Dokumentarfilm
GELBE BRIEFE läuft bei uns nochmal am 29. April 15 Uhr und am 6. Mai um 17 Uhr.
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Derya (Özgü Namal) und Aziz (Tansu Biçer), ein gefeiertes Künstlerehepaar aus Ankara, führen mit ihrer 13-jährigen Tochter Ezgi ein erfülltes Leben – bis ein Vorfall bei der Premiere ihres neuen Theaterstücks alles verändert. Über Nacht geraten sie ins Visier des Staates und verlieren ihre Arbeit und ihre Wohnung. Sie gehen nach Istanbul, wo sie vorläufig bei der Mutter von Aziz unterkommen. Während sich Aziz mit Gelegenheitsjobs durchschlägt und an seinen Überzeugungen festhält, sucht Derya nach einem Ausweg, der sie finanziell unabhängig macht. Nach und nach vergrößert sich die Distanz zwischen ihnen und ihrer Tochter, bis sie sich zwischen ihren Wertvorstellungen und der gemeinsamen Zukunft als Familie entscheiden müssen.
-Deutschland, Frankreich, Türkei 2026 von İlker Çatak, 128 min.
Heute um 15 Uhr läuft bei uns SIRI HUSTVEDT - DANCE AROUND THE SELF an. Außder gibt es weitere Vorstellungen am 28. April 15.30 Uhr & am 3. Mai 17 Uhr.
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Jung, neugierig und voller Tatendrang verlässt Siri Hustvedt das weite, ruhige Minnesota und stürzt sich mitten hinein ins pulsierende New York. Auf der Suche nach der Hauptfigur ihres ersten Romans beginnt sie eine Reise, die sie nicht nur zur Schriftstellerin macht, sondern zu einer der wichtigsten Stimmen der amerikanischen Gegenwartsliteratur. Der Film weitet den Blick über Siri Hustvedt hinaus und erzählt von Frauen, die mutig und eigenwillig ihre Kunst verwirklichen. Während Siri Hustvedt und ihr Ehemann Paul Auster später über Sprache, Identität und die Kraft der Worte nachdenken, bricht das Leben über sie herein: Paul wird schwer krank. In Siri Hustvedt – Dance Around the Self porträtiert Regisseurin Sabine Lidl Siri Hustvedts ganz eigene Art zu leben und zu denken und verbindet den Blick auf ihr Schreiben mit den großen Themen des Lebens: Liebe und Abschied.
- Siri Hustvedt – Dance Around the Self, Dokumentarfilm
Die Vorstellung von LOS SUENOS QUE COMPARTIOMOS am kommenden Montag ist bereits restlos ausverkauft. Es gibt allerdings noch Tickets für die beiden nächsten Vorstellungen am 26. Mai um 17 Uhr und am 1. Juni um 19 Uhr. Den Link zum Vorverkauf der Kinobar findet ihr in der Bio
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Wir träumen von einer anderen, möglichen Welt, in der wir zu einem bewussten Umgang mit dem Leben erwacht sind. Wenn wir uns in ein utopisches Jahr 2050 versetzen, blicken wir rückblickend auf einige Ereignisse, die bereits stattfinden, um dieses Ziel zu erreichen: die Organisation der Gemeinschaften und die Vernetzung von Widerstandsbewegungen auf der ganzen Welt, ausgehend von der transatlantischen Reise der zapatistischen Maya-Gemeinschaften.
Anschließend Filmgespräch mit der Filmemacherin Valentina Leduc und Aktivis*innen aus dem Film.
-Mexiko 2025 von Valentina Leduc, 102 min., Dokumentarfilm, mehrsprachig mit deutschen Untertiteln
HEUTE, 24.4 um 21:30 Uhr:
HÜTTEN SIND FÜR ALLE DA
Deutschland 2025 von Birk Poßecker, 90 min
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Der Dokumentarfilm „HÜTTEN SIND FÜR ALLE DA“ nimmt uns mit hinter die zerrissenen Fassaden des Leipziger Ostens. Filmemacher Birk Poßecker hat über einen Zeitraum von drei Jahren ein Stadtviertel porträtiert, welches von Gegensätzen, authentischen Geschichten und Persönlichkeiten geprägt ist. Fragile Momentaufnahmen untermalt durch einen trashig-romantischen VHS-Vibe.
Dieser Dokumentarfilm flimmert mit seinen unscharfen Trennlinien zwischen gestern und heute und wirft dabei die immerwährenden Konflikte in angesagten Stadtvierteln auf: Verdrängung, Ungleichheit und Rassismus.
Das Ganze wird getragen vom Charme seiner Bewohnerinnen und Bewohner sowie von der ruinenhaften Schönheit des Leipziger Ostens. Ob autonome Hausbesetzende, vitale Senior*innen inmitten einer Waffenverbotszone oder der persische Teppichladen - hier finden alle irgendwie statt. Und dass das so bleiben soll, wünscht sich dieser Dokumentarfilm mit jedem einzelnen Frame.