Joel Schmidt

@joels.chmidt

freier Journalist | Berlin | Digitalpolitik, Gesellschaft und alles, was im Internet passiert | currently: Programmchef taz lab @taz.die_tageszeitung
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Über 120 Panels mit mehr als 260 Speaker:innen, durchgehendes Programm auf 13 Bühnen von morgens um neun bis abends um sieben. Lebhafte Debatten, Workshops, neue Denkanstöße, lange Schlangen, kurze Fragerunden, all das und noch viel mehr war das #tazlab 2026. An dieser Stelle nochmal tausend Dank an alle Gäste vor Ort in Berlin und im Livestram, die Speaker:innen der Panels, die ich moderieren und/oder organisieren durfte und natürlich an mein grandioses taz-lab-Team sowie alle Gewerke und Kolleg:innen der taz, die diesen gelungenen Tag überhaupt erst möglich gemacht haben! Bis zum nächsten Jahr 💞 @netzpolitik @dirkschroedter @wzb_berlin @anna__in_hyperreality @mareikebarmeyer @willmawas @akrapdoris @present_past_recherche @taz.die_tageszeitung @sophiekirchnerphoto @jensgyarmaty @stefanie_loos Fotos: Sophie Kirchner, Jens Gyarmaty, Stefanie Loos
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19 days ago
„Tech-Bros waren nie liberal“ - mit Anna-Verena Nosthoff habe ich für @taz.die_tageszeitung über die ideologischen Abgründe des Silicon Valley, das AGI-Wettrüsten und über Hoffnung in düsteren digitalen Zeiten gesprochen. Das Gespräch führen wir beim #tazlab am 25.4 in Berlin weiter. taz: Dabei haftete dem Silicon Valley doch lange der Ruf als liberale Hochburg an. Hat sich daran etwas geändert? Nosthoff: Derzeit ist ja viel von einer autoritären Wende im Silicon Valley die Rede. Ich denke, dass man dagegen die These vertreten kann: Tech-Bros waren nie liberal. taz: Inwiefern? Nosthoff: Da gibt es etwa bestimmte Personen wie Peter Thiel. Der ist schon immer rechts außen gewesen. Thiel hat bereits vor 30 Jahren das Buch „The Diversity Myth“ veröffentlicht, in dem er gegen die „Political Correctness“ und „Wokeness“ wettert. Diese Themen waren auch prägend für die aufkommende Cyber- und Start-up-Kultur der 1980er und 90er Jahre, die zudem sehr maskulinistisch war. Der Cyberspace – also das frühe Internet – war zusätzlich mit der Vorstellung verbunden, dass sich politische durch technische Ordnungen ersetzen lassen: eine neue Zivilisation fernab von politischen Einschränkungen. Das Silicon Valley vollzieht also derzeit weniger eine Wende, es kommt viel mehr zu sich selbst. Viele Motive, die schon im frühen Valley-Denken angelegt sind, treten jetzt erst richtig auf den Plan. taz: Warum ausgerechnet jetzt? Nosthoff: Es finden gerade mehrere Dinge zueinander. Donald Trumps Agenda der Deregulierung stößt im Silicon Valley auf enorme Resonanz. Die Tech-Bros fühlen sich davon bestärkt in ihrem Glauben, Technisierung könne sich erfolgreich nur in einem nicht regulierten Rahmen vollziehen. Dabei dringt wieder der bereits erwähnte Technikdeterminismus durch – die Vorstellung, dass Technik wie eine Naturgewalt über die Gesellschaft kommt – oder auch der Technik-Solutionismus, also die Vorstellung, dass sich komplexe gesellschaftliche Probleme immer mittels Technologie lösen ließen. 📎 Link zum gesamten Interview in Bio 🖼 Bildbeschreibung: Screenshot des Interviews von der taz-Homepage, bebildert mit dem Foto eines Rechenzentrums.
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25 days ago
Für die KNA habe ich das Buch „Muskismus. Aufstieg und Herrschaft eines Technoking“ von Quinn Slobodian und Ben Tarnoff rezensiert. Anbei ein Ausschnitt: "Auch wenn Slobodian und Tarnoff mehr über das Symptom Musk als den Menschen dahinter schreiben wollten, erfährt man bei der Lektüre auch jede Menge über die Person Elon Musk. Diesen Passagen haftet durchaus etwas Erschreckendes an. Zuweilen wirken sie jedoch auch kursorisch und anekdotenhaft. Weitaus stärker ist das Buch an Stellen, wo langfristige Entwicklungslinien deutlich werden. Etwa wenn die Autoren Verknüpfungen zwischen den Ideen des frühen Silicon Valley und der Gegenwart herstellen. Schon in den 1990er Jahren träumten Futuristen und Techno-Optimisten von sogenannten Cyberstaaten. Die Idee damals: Mithilfe neuer Technologien würden Unternehmen und Gesellschaften eines Tages in die Lage versetzt werden, den Staatsapparat aufzulösen und sich stattdessen selbst zu regieren. In der Anfangszeit des kommerziellen Internets, als viele Beteiligte noch voller Hoffnung auf die Zukunft und die Möglichkeiten der neuen Technologie blickten, mag dieses Konzept abwegig geklungen haben. Doch nur drei Jahrzehnte später scheint Slobodian und Tarnoff eine solche "Symbiose von politischer und digitaler Macht möglich". Im Rückblick auf Elon Musks jüngstes Engagement für die Trump-Regierung kommen die Autoren zu dem Fazit: "Unter dem Muskismus hat sich der Techsektor dran gemacht, den Nationalstaat nicht zu beseitigen, sondern seine Fähigkeiten zu verbessern." Bei Passagen wie diesen wünscht man sich, dass die Autoren ihren Blick schärfen und konkreter werden würden, statt abstrakt vom "Techsektor" zu sprechen. So ordnen sie etwa Firmen wie Anthropic, Alphabet, Amazon und OpenAI, um nur einige Beispiele zu nennen, nicht in das von ihnen entworfene Konzept des Muskismus ein. Aber das wäre vermutlich ein komplett eigenes Buch - eines, das sich nicht mit Elon Musk als modernem Leviathan, mit Krone auf dem Kopf und Schwert in der Hand, als Titelbild bewerben ließe." Bildbeschreibung: Screenshot des besprochenen Buches, mit Elon Musk auf dem Titel.
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1 month ago
Deutschland und Europa wollen die einseitige Abhängigkeit von US-Technologien reduzieren und setzen dafür künftig auf digitale Souveränität. Kann das gelingen? Darüber diskutiere ich mit Julia Pohle (@wzb_berlin Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung),@netzpolitik Markus Beckedahl (Gründer des Zentrum für Digitalrechte und Demokratie) und @dirkschroedter Dirk Schrödter (Minister für Digitalisierung und Medienpolitik in Schleswig-Holstein) beim @taz.die_tageszeitung taz lab am 25.4, um 13 Uhr auf der Blauen Bühne. Kommt vorbei! Was wäre, wenn Donald Trump von einem auf den andern Tag entscheiden würde, dass amerikanische Tech-Infrastruktur nicht länger in Europa genutzt werden darf? Wenn es plötzlich keinen Zugang mehr auf die Rechenkapazitäten gäbe, die Amazon Webservices weltweit zur Verfügung stellt? Wenn weder Gmail-Konten erreichbar wären, noch Google-Maps die schnellste Route zur Arbeit anzeigte? Genervt käme man viel zu spät ins Büro, in dem man aufgrund ausbleibender Windows-Updates ohnehin nicht arbeiten könnte. Doomscrolling auf Instagram? Fehlanzeige. Selbst das ansonsten um keine Antwort verlegene Chat GPT bliebe auf die drängende Frage „Was tun?“ stumm. Kurzum, das gesamte Alltagsleben vieler Millionen Menschen in Politik, Medien und Wirtschaft wäre massiv gestört. Man kann dieses Gedankenexperiment getrost als unrealistisches Szenario verwerfen. Doch wie gefährlich die einseitige Abhängigkeit von bestimmten Ressourcen in einer sich im Umbruch befindlichen Weltordnung ist, zeigen eindrücklich der russische Überfall auf die Ukraine sowie der jüngste Irankrieg. Um einer potenziellen Erpressbarkeit, wie im Falle der Gas- oder Erdölversorgung, zuvorzukommen, will man in Deutschland und Europa daher verstärkt auf digitale Souveränität setzen. Doch was ist damit überhaupt gemeint? 📎 Link zum ganzen Text in Bio 🖼 Bildbeschreibung: Menschen blicken auf einer Konferenz in ihre Smartpohnes und Laptops.
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1 month ago
Digital sei besser, heißt es. Und in vielen Bereichen trifft das auch zu. Eine Studie der Initiative „Digital für alle“ zeigt allerdings, dass dem Thema Digitalisierung in Deutschland noch immer eine gewisse Ambivalenz anhaftet. Außer Frage allerdings steht, dass die Mehrheit Digitalisierung als Chance begreift. Drei Viertel der Befragten gaben an, dass digitale Technologien ihr Leben leichter machen. Gleichzeitig äußerte fast die Hälfte die Befürchtung, nicht mit der technischen Entwicklung Schritt halten zu können. Mehr als ein Drittel fühlte sich von digitalen Technologien gar „häufig überfordert“. Mündliche Online-Reservierung Ganz ehrlich, ich fühle alle dieser Antworten! Einfach, weil es immer wieder so kleine Momente in meinem Alltag gibt, die für Irritationen sorgen. Neulich wollte ich einen Tisch im Restaurant reservieren. Ganz analog vor Ort. Reinsteppen, freundlich nachfragen, beobachten, wie das Personal Uhrzeit und Anzahl der Gäste notiert, und wieder gehen. Ein Vorgang von einer Minute. Von wegen! Erst die Abfuhr des Personals: „Klar, können Sie online machen.“ Auf meinen verdutzen Blick folgt die ultimative Demütigung. Sichtlich genervt fragt mich mein Gegenüber mündlich sämtliche für die Onlinereservierung nötigen Daten ab und tippt sie ins Buchungssystem ein. Als ich den peinlichen Prozess für abgeschlossen halte, vorsichtig eine Bewegung Richtung Ausgang andeute, die Killerfrage: „Haben Sie die Bestätigungsmail bekommen?“ 📎 Link zur gesamten Kolumne in Bio
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1 month ago
Liebe Freund*innen des taz lab, kennt ihr dieses Meme, in dem Captain Haddock mit verzweifeltem Blick auf den Tresen starrend zu Tim sagt „What a week, huh?“ und letzterer lediglich lakonisch antwortet: „Captain, it’s Wednesday“? So viel ist schon passiert, in den wenigen Wochen, die das Jahr 2026 erst alt ist, dass ich mehrmals am Tag an dieses Bild denken muss. Die Entführung von Nicolás Maduro durch US-Spezialkräfte, die grausam niedergeschossenen Massenproteste in Iran, Donald Trumps unverhohlene Drohungen Grönland gegenüber, um nur einige Beispiele zu nennen. Kein Wunder, dass Tim in einer aktualisierten Version seinem Kumpanen auf die Frage „What a year, huh?“ mittlerweile entgegnet: "Captain, it’s only January“. Anfang Januar beginnen wir beim traditionell auch mit unserer Arbeit. Im gläsernen Panoramaraum mit bestem Rundumblick über das graue und nebelverhangene Berlin stecken wir die Köpfe zusammen, um euch auch in diesem Jahr wieder ein ausgewogenes, buntes – und mit der einen oder anderen Überraschung gespicktes Programm zu präsentieren.
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1 month ago
Es geht wieder los! Freue mich sehr auch in diesem Jahr wieder als Programmchef beim taz lab dabei zu sein. Datum: 25.04.2026 Ort: in und um die @taz.die_tageszeitung in Berlin Motto: "Jetzt mal Tacheles - liebevoll & rabiat" Habt ihr Porgrammvorschläge, Wünsche, Ideen oder Feedback zum letzten Jahr? Schreibts in die Kommentare!
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3 months ago
In ihrem neuen Buch „TikTok Time Bomb“ erzählt die Investigativjournalistin Emily Baker-White, wie aus der einst harmlosen Tanz-App TikTok ein Faktor für die Weltpolitik wurde. Meine Rezension für @taz.die_tageszeitung "Willkommen zurück! Danke für eure Geduld und eure Unterstützung. Dank Präsident Trumps Anstrengungen ist Tiktok zurück in den USA!“, begrüßt die Video-App am 19. Januar 2025 ihre US-amerikanischen Nutzer:innen. Um einem landesweiten Verbot zuvorzukommen, war Tiktok nur wenige Stunden zuvor auf eigene Initiative abgeschaltet worden. Knapp 170 Millionen US-Amerikaner:innen waren von der Nutzung ausgesperrt. Dass Donald Trump einen Tag vor Amtsantritt als 47. Präsident der Vereinigten Staaten noch keinerlei rechtlich bindende Befugnis hatte, um auch nur die kleinste politische Entscheidung zu treffen, ist nur eine der unzähligen großen und kleinen Ungereimtheiten, denen die Autorin Emily Baker-White in ihrem neuen Buch „TikTok Time Bomb. Die dunklen Machenschaften hinter der mächtigsten App unserer Zeit“ detailliert nachspürt. Seit 2022 beschäftigt sich die Investigativreporterin für das amerikanische Wirtschaftsmagazin Forbes mit Tiktok, dem weltweit bekanntesten Aushängeschild des chinesischen Tech-Giganten ByteDance. Ihr Buch basiert auf Interviews mit knapp 150 Menschen auf vier Kontinenten, Audioaufzeichnungen aus über 80 internen ByteDance-Meetings, internen Chatprotokollen, Dokumenten sowie weiteren Geschäftsunterlagen. Das liest sich teilweise spannend wie ein Polit-Thriller. Vorausgesetzt, man bringt ein Mindestmaß an Interesse und Verständnis für Technologieentwicklung und (digitale) Zeitgeschichte mit. Und lässt sich nicht von dem einen oder anderen deep-dive in die Gepflogenheiten der US-Politik sowie allzu detaillierten Personenbeschreibungen abschrecken. 📎 ganzer Text: /TikToks-politische-Macht/!6134172/ 🖼 Bildbeschreibung: Screenshot eines Artikels auf taz.de über TikTok. Auf dem Bild ist US-Präsident Donald Trump zu sehen, der in seinem Büro im Weißen Haus ein unterschriebenes Dekret in die Kamera hält.
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5 months ago
Für den KNA-Mediendienst habe ich mich mit dem Phänomen der Rückkehr der Netzpiraterie beschäftigt. Vielen Dank an @leonidobusch für die kenntnisreiche Einordnung zum Thema! ⬇️ "Dem britischen Marktforschungsunternehmen "Muso" zufolge ließen sich im vergangenen Jahr weltweit 216 Milliarden Zugriffe auf illegale Download- und Streamingplattformen verzeichnen. "Netzpiraterie ist immer dann erfolgreich gewesen, wenn die Benutzerfreundlichkeit besser als jene von legalen Angeboten war", sagt Leonhard Dobusch im Interview mit dem KNA-Mediendienst. Dobusch ist Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Innsbruck und beschäftigt sich als Medienökonom schon lange mit dem Phänomen. Im Musikbereich sei es Plattformen wie Spotify gelungen, den Nutzern ein so umfangreiches und intuitiv nutzbares Sortiment anzubieten, dass die illegale Beschaffung vergleichsweise aufwendig und damit unattraktiv erscheine. Im Bereich des legalen Bewegtbilds hingegen "ist das Angebot in mancher Hinsicht heute weniger gut als früher in der Videothek", sagt Dobusch. Und meint damit die Fragmentierung der Streaminglandschaft. Um alle seine Lieblingsserien und -filme sehen zu können, ist man als Konsument mittlerweile dazu angehalten, mehrere Abonnements bei unterschiedlichen Anbietern abzuschließen. Diesen "Plattformverfall" - die Wortschöpfung stammt vom kanadischen Journalisten Cory Doctorow - kann man aktuell bei den Streaminganbieter beobachten. Plattformen, die eine bestimmte Marktgröße erreicht haben, könnten es sich erlauben, ihren Bestandskatalog zu reduzieren und vermehrt Werbung zu schalten. Kurzum: den Profit vor die Nutzerlogik stellen. Eine Folge: Netzpiraterie erscheine manchem Nutzer wieder als die attraktivere Alternative. Im Umkehrschluss bedeutet das Dobusch zufolge aber auch: "Wenn es zu einer wirtschaftlichen Konsolidierung der Streaminganbieter kommt, könnten sich Angebot und Benutzerfreundlichkeit wieder bessern." [...] Bildbeschreibung: Screenshot eines Artikels zum Thema "Rückkehr der Netzpiraterie". Auf dem Bild zu sehen ist eine schwarz-weiß-Szene aus einem Piratenfilm.
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5 months ago
In Georgien jähren sich heute zum ersten Mal die großen Proteste gegen die Regierung. Für den @tagesspiegel habe ich aufgeschrieben, wie es seitdem um die Lage im Land bestellt ist. Vielen Dank an @whoareallofu für die Einblicke und @jn_journalists für die Organisation einer spannenden Recherchereise, ohne die dieser Text nicht entstanden wäre. Die Regierung immer rücksichtsloser gegen jegliche Opposition vor. Besonders stark betroffen ist die queere Community. Doch auch wenn die Szene weitestgehend auf sich alleine gestellt ist, gibt sie die Hoffnung nicht auf. Die „Success Bar“ ist eine Institution. Als erste und einzige offizielle Gay-Bar des Landes ist sie mit ihren 25 Jahren gleichzeitig die älteste Anlaufstelle der queeren Community Tblisis. Von außen allerdings deutet nichts auf diese Bedeutung hin. Genauso wenig, wie im Rest der Vasholani Street sichtbar ist, dass es mit dem „Mozaika“ und dem „Mimosa“ noch zwei weitere Bars der Szene gibt. Und doch „sind das hier unsere hundert Meter Freiheit“, sagt Mariam Kvaratskhelia. Sie ist eine der Organisator:innen der ersten Pride Georgiens, die 2021 gewaltsam von rechtsextremen Gegendemonstranten verhindert wurde. Heute engagiert sich die 32-Jährige in der „Queer Initiative“, einer Nichtregierungsorganisation, die sich für LGBTQI-Rechte und Demokratie einsetzt. Als eine der wenigen Personen der Community äußert sie sich überhaupt noch in der Öffentlichkeit. Dass sie schon seit einem Jahrzehnt Teil der Szene ist, sieht man ihrem Äußeren nicht an. Erkennungszeichen wie Buttons oder Anstecker trägt sie nicht mehr, seitdem an einem Morgen im Frühling des vergangenen Jahres Poster in ihrem Wohnhaus auftauchten. Darauf: ihr Konterfei, Name sowie die Bezeichnungen „LGBTQI-Propagandistin“ und „Feind der Kirche“. Sie spricht von einer koordinierten Kampagne, die knapp 40 Aktivist:innen der Anti-Regierungsproteste gegolten habe. Die letzten zwei Jahre, sagt Kvaratskhelia, sei sie „durch die Hölle gegangen.“ 📎 Link zum ganzen Text in Bio (€) 🖼 Bildbeschreibung: Screenshot eines Textes aus dem Tagesspiegel vom 28.11.2025. Bebildert mit einem Foto der Proteste aus dem vergangenen Jahr.
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5 months ago
Ich möchte euch das Buch "Sprachmaschinen. Eine Philosophie der künstlichen Intelligenz" von Roberto Simanowski ans Herz legen. Anbei ein Auszug meiner Rezension für den KNA-Mediendienst: Manchmal wiederholt sich Geschichte - und das in einem zunehmend rasanten Tempo. Ob Grok, Gemini, Claude oder ChatGPT: Nur wenige Jahre nach Markteinführung sind Sprachmodelle zu strukturierenden Elementen des World Wide Web und Social Media geworden. Doch während die dahinterstehenden Konzerne und Start-ups bereits mit Hochdruck an der Weiterentwicklung des technisch Möglichen feilen, hinkt der Rest der Welt hinterher, wenn es um die Frage nach dem Warum und Wofür des Ganzen geht. ... Fehlenden gesellschaftlichen Visionen im Umgang mit KI und Sprachmodellen begegnet Simanowski mit einem Appell für "die Vermittlung einer robusten Medienkompetenz". Zwar könne man auch hier weiter "auf Sicht fahren und es beim Dringlichsten belassen", also technische Kenntnisse im Umgang mit KI vermitteln. Oder aber man nehme die Geisteswissenschaften in die Pflicht, investiere in die Fähigkeit kritischen Denkens, um die Gesellschaft langfristig für die Folgen der Digitalisierung zu wappnen: vor der Aufmerksamkeitsökonomie, der Polarisierung des Internets, der Filterblasenfalle der sozialen Medien sowie der Überzeugungskunst von Sprachmaschinen. "Vielleicht", schlussfolgert Roberto Simanowski, "ist das ja das zentrale Ziel einer zukunftsfähigen Medienbildung: die Kultur des Denkens pflegen - Interpretieren, Diskutieren, Philosophieren. Um keine 'kognitiven Schulden' anzusammeln, wenn wir das Denken der Maschine überlassen." Bildbeschreibung: Eine Frau mit VR-Brille sitzt an einem Schreibtisch vor einer Schreibmaschine.
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6 months ago
Für die @woz_die_wochenzeitung haben mein Kollege Florian Kaufmann und ich uns mit dem Geschäftsmodell der Lieferdienste und den aktuellen Entwicklungen beschäftigt. ⬇️ Seit über zwei Jahren fordern Rider in Deutschland gemeinsam mit der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) bessere Bedingungen – einen Tarifvertrag mit 15 Euro Stundenlohn, Zuschlägen und Mitbestimmung. Doch Lieferando blockt. Stattdessen häufen sich Alarmsignale: In Österreich hat das Unternehmen kürzlich rund 1.000 festangestellte Fahrer:innen entlassen und durch Selbstständige ersetzt – ein Bruch mit dem bisherigen Modell, das Betriebsrat und Kollektivvertragslohn umfasste. In Berlin testet Lieferando nun die Zusammenarbeit mit Subunternehmen. Offiziell sei das „branchenüblich“, so das Unternehmen. Doch mit dem Modell drohen Errungenschaften wie Mindestlohn und betriebliche Mitbestimmung zu verschwinden. Essenslieferdienste wie Lieferando, Uber Eats oder Smood vermitteln Bestellungen per App und verdienen an Gebühren und Restaurantprovisionen. Die Lieferarbeit übernehmen angestellte oder oft auch selbständige Kuriere – mit geringen Fixkosten für die Firmen. Das Modell verbreitete sich ab den 2010er-Jahren rasant. Auch die nun geplante Übernahme der Lieferando-Mutter Just Eat Takeaway durch den Tech-Investor Prosus sorgt für weitere Verunsicherung – nicht zuletzt, weil Prosus bereits Großaktionär beim Konkurrenten Delivery Hero ist. Die Branche steht vor einer Konsolidierung. Doch was bedeutet das für die Menschen, die tagtäglich auf dem Rad unterwegs sind? ➡️ Link zum ganzen Artikel in Bio
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10 months ago