Meine Quarterlife Crisis Part 1
Ich will nicht mehr im Journalismus arbeiten, eigentlich schon lange. Und weil ich trotzdem das Schreiben liebe und das Erzählen, und ja, vielleicht auch die Aufmerksamkeit, habe ich darüber geschrieben und das aufgenommen und beschlossen, das zu posten.
Heute ist Vatertag. Während Männer (sich selbst) feiern, tragen FLINTA* die unsichtbare Care Arbeit und kämpfen weiterhin für Sichtbarkeit, Gleichberechtigung und Anerkennung. Mann oder Vater sein ist ein Privileg!
(Feministischer Kampftag ist auch am Vatertag) 🤡
*FLINTA* steht für Frauen, Lesben, inter, nicht-binäre, trans und agender Personen und bezeichnet eine politische Sammelbezeichnung für alle Menschen, die aufgrund ihrer Geschlechtsidentität im Patriarchat strukturell diskriminiert werden
Das ist meine neutrale Analyse zum Konzept der Neutralität. Ich verarbeite in künstlerischer aber NEUTRALER Auseinandersetzung Interpretationen dieses Konzepts, die ich in den letzten Jahren beobachtet habe.
Vor ein paar Wochen haben @gina.a.c und ich entschieden, am Valentinstag eine Ausstellung zu kuratieren. „You Can’t Always Get What You Want But You Can Keep It“ zeigte die Relikte verflossener Beziehungen, verlorener Liebe und anderer Ausrutscher. Das war süß, traurig, oft auch witzig. Aus einer Schnapsidee ist was Schönes geworden. Danke an alle, die ihre Stories mit uns geteilt haben.
Diesen Sommer habe ich Oasis live gesehen, bin durch England gefahren, habe 4 neue Jobs angefangen, 13 Playlists erstellt, zum ersten Mal Hähnchen und Quiche und Tofu im Airfryer gemacht. Ich bin in einem Pool und einem Fluss und einem Kanal geschwommen, aber im Meer nicht. Ich habe 5 Bücher gelesen, Filme von Pedro Almodovar geguckt, ich habe in meinem Auto geschlafen, habe manche Abende allein verbracht, viele Abende mit Herzensmenschen verbracht und viel Liebe gespürt. Ich war bei Ruhrlauben und bei Stammtischen und zwischen Freunden und zwischen Fremden, bin Tretboot gefahren und auf eine Halde gestiegen und habe einen Shanty Chor gesehen und eine CD gekauft. Ich war manchmal traurig und dachte das sei ein trauriger Sommer, ich war manchmal glücklich und dachte das sei ein toller Sommer, ich war meistens ziemlich okay und dachte das ist ein Sommer aus dem ich das Beste gemacht habe.
✨STILL IN MY SINGLE DOG MUM ERA✨
Dieses kleine Monster ist jetzt seit einem Jahr bei mir und feiert schon ihren zweiten Geburtstag bei mir. Krass Hammer schönster Zufall meines Lebens! Ich dachte, ich sei nicht ready für einen Hund, und dann kam Liz in mein Leben und es hätte mir das Herz gebrochen, sie nicht da drin zu behalten. Also streunern wir seit einem Jahr zusammen herum und machen Ausflüge und Urlaube und Spaziergänge und Kneipenabende und Unfug. Das ist nicht immer einfach, aber IMMER schön. 10/10, war all die Zeit und Tierarztrechnungen und Jobwechsel wert. Holt euch einfach Hunde, ihr werdet dann schon ready werden.
Leben war komisch in letzter Zeit. Mal hoch, mal tief und meistens schwer. Dazwischen auch viel schön. Ich lese jetzt viel und rauche noch mehr und lern kopflos Fahrrad fahren und dabei mein Gesicht zu wahren. Judith Holofernes hilft mir dabei. Und auch meine Achtsamkeitsübungen, Eso Kram und die liebsten Menschen der Welt.
Ein Jahr ist vorbei gegangen, ein paar Tränen wurden vergossen, ein paar Urlaube wurden unternommen, ein paar Dinge sind jetzt anders. Gut, dass das passiert ist, und gut, dass das vorbei ist.