Forgotten Creatures

@forgotten.creatures

Florian Schäfer, Autor und Sagenforscher 🏰 📔Sachbücher und hist. Fantasy-Romane 🦄Rekonstruktionen historischer Fabelwesen
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Im Jahre 1862 ruft der Naturforscher Konstantin O. Boldt eine ge­fahr­volle Ex­pe­di­tion ins Leben, um das rät­sel­hafte Ver­schwin­den der Fabel­tiere zu er­for­schen. Die Reise führt ihn und seine Gefährten durch ein Europa, in dem Tradition und Industrialisierung, Magie und Fortschritt miteinander ringen. Doch nicht jeder, der sich für die Erhaltung magischer Wesen interessiert, führt Gutes im Schilde… Wir präsentieren euch ein ganz neues Veranstaltungsformat: Autor Florian Schäfer (@forgotten.creatures ) und Musiker Timo Heckmann (@lyrikarion ) bringen den prämierten Roman Fast verschwundene Fabelwesen in einer atmosphärischen Mischung aus Konzert und Lesung live auf die Bühne. Mit eigens für das Stück komponierten Symphonic-Metal-Songs, Lichteffekten und untermalt von den Illustrationen Elif Siebenpfeiffers gewährt der Abend einen besonderen Einblick in die Romanwelten von Florian Schäfer – inspiriert vom alten Sagenschatz Europas. 13.06.2026 - Alter Packhof Hann. Münden Einlass 18.30 Uhr Beginn: 19.00 Uhr Ende ca. 21:00 Uhr Kosten: 28,00 EUR Alle weiteren Infos findet ihr auf der Website der @erlebnisregion_hann_muenden.Tickets gibt es über Pretix! (Aktuell nur noch 22 Stück!) Sehen wir uns?
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8 hours ago
SAVE THE DATE Nur noch diese Woche ist unsere Ausstellung "Fast vergessene Kreaturen" im @museumabteiliesborn zu sehen, bevor die Fabelwesen erneut auf Reise gehen. Die nächste Station führt sie zurück nach Hann. Münden. Vom 15.05.2026 bis 25.09.2026 kommt die Ausstellung gemeinsam mit @dr_wolfs_wunderkammer und @erlebnisregion_hann_muenden in den Packhof Hannoversch Münden! Die Ausstellung kann von Freitag - Sonntag jeweils von 10 – 16 Uhr besucht werden. (am 30.05., 27.06. sowie vom 10.-12.07. aufgrund von Vermietung geschlossen) Exklusiv am Standort Hann. Münden wird die Wanderausstellung ergänzt mit Kunstwerken von über 30 Gastkünstlern und Gastkünstlerinnen. Ihre Arbeiten schaffen weitere ästhetische Zugänge in die Welt der Fabelwesen. Bald stellen wir euch die Künstler*innen, sowie das Begleitprogramm vor! Bleibt gespannt!
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1 month ago
Ab dem 15.05 könnt ihr die Ausstellung "Fast vergessene Kreaturen" im Alten Packhof in Hann. Münden besuchen! Das Besondere: Zum ersten Mal schließen sich unter dem Motto "Forgotten Creatures and Friends" zahlreiche weitere Künstler und Künstlerinnen mit ihren Kunstwerken an. Mit dabei sind: mondkatze (@mondkatze.ink ), SwordandPenArt (@swordandpen_art ), Fritzi - H. E. Fechner (@fritzifechner ), Andre Weber (@AndreWebArt83 ), Ani(Mal)-Art, Malerei & Tierportrait Hann. Münden, Marion Grunwald, Béla Großlaub (@scarycircus ), Jessica Marquardt KNÖDELLUSTRATION (@gnomenfrau ), Bettina Weyrich (@spiritheart_art ), Kirsten Grebe (@kirstengrebe_ ), Katharina Niko (@tokalas_illustrations ), Conny Klose (@atelier.klose ), Feli, Astrid Burkhardt (@photoburkhardt ), Julia Murakami (@la.julia.murakami ), Méli Melancholia (@meli_melancholia_art ), Vera Kattler (@verakattler ), Celly (@celly_newman ), Sonja Frenzel (@sonja.frenzel_tierportraits ), Burkhard Uliczka (@charles.galerie ), Andreas Nagel (@andreas.nagel.art ), Susanne Körösi (@irrlichtjaeger ), Liza Meyer (@mornalinn ), Nicole Bitter NatureCraft (@naturecraft1976 ), Rainer Ellenberg (@rainer.hilda.ellenberg ), The Burrow Prints (@the.burrow.prints ), Gina Günther (@_kaunoka_ ), Elif Siebenpfeiffer (@elifsiebenpfeiffer ) und und Marc Siebenpfeiffer -------- Öffnungszeiten und Eintrittspreise: Vom 15.05.2026 — 20.09.2026 Freitag, Samstag, Sonntag jeweils von 10 – 16 Uhr (am 30.05., 27.06. sowie vom 10.-12.07. aufgrund von Vermietung geschlossen) Erwachsene: 5 € Kinder/Jugendliche: (6-17 J.) 2,50 € Familienkarte: (2 Erw., 2 Knd.): 12 € Nächste Woche kündigen wir zudem noch eine ganz besondere Veranstaltung genauer an: Fast verschwundene Fabelwesen - Die Musical-Lesung Autor Florian Schäfer (Forgotten Creatures) und Musiker Timo Heckmann (Lyrikarion) bringen in einer actiongeladenen Mischung aus Konzert und Lesung den prämierten Roman "Fast verschwundene Fabelwesen" auf die Bühne. (Save the Date: 13. Juni 2026 - 19.00 Uhr)
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13 days ago
COVER REVEAL 🎉 DIE DRACOLOGIN 🐉 Dieses Jahr wird der Drachenmond Verlag 30 Jahre alt und dieses Jubiläum möchten wir feiern – unter anderem mit einem für uns ungewöhnlichen Buchprojekt: Ein aufwändiger Collected Content Roman aus der Feder von Florian Schäfer, mit hunderten Illustrationen von Elif Siebenpfeiffer. Anders als in klassischen Romanen wird die Handlung über Tagebucheinträge, handgezeichnete Skizzen, alte Karten und historisches Bildmaterial erzählt und bietet ein immersives Lesevergnügen: Eine Reise zu den letzten Drachen Europas! Jahrhundertelang galten Drachen als gefährliche Relikte einer vergangenen Zeit, deren Erforschung nur wenige Idealisten wagten. Doch als eine Handvoll preußischer Drachenreiter im Herbst 1866 den Ausgang des deutschen Bruderkrieges entscheidet, werden die magischen Kreaturen zum Schlüssel der Vorherrschaft in Europa. Die Drachenforscherin Johanna Scheuchzer stellt sich gegen das Militär und fasst einen kühnen Plan: In einem monumentalen Werk, dem Kompendium der Drachen Europas, will sie alles Wissen über diese uralten Wesen zusammentragen, um die Akademien der Wissenschaften und schließlich die Nationen selbst davon zu überzeugen, sich für den Schutz der letzten Drachen einzusetzen, statt diese in den Dienst des Krieges zu zwingen. Gemeinsam mit der Kartografin Emily Rutherford begibt sie sich auf eine gefährliche Reise durch ein zerrissenes Europa, in dem die alte Magie noch nicht gänzlich erloschen ist. 🌟🌟🌟🌟🌟 Neugierig? Auf den Slides findet ihr bereits einige Einblicke in dieses besondere Buchprojekt. DIE DRACOLOGIN – FUNKEN DES WIDERSTANDS erscheint bereits im Oktober 2026. Es ist der Auftakt einer Dilogie. Wer das Schmuckstück über unserer Website vorbestellt, bekommt es persönlich signiert von Florian und Elif. 🫶 Viele Grüße senden Astrid, Florian, Elif & die Drachen 🐉
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18 days ago
👥 Wer wir sind 👥 Da in letzter Zeit viele neue Follower auf diesem Kanal dazu gekommen sind, möchte ich mich und das Team kurz vorstellen. Hinter Forgotten Creatures stecke ich: Florian Schäfer, Autor, Sagenforscher und Biologe. Tatsächlich begann ich meine akademische Laufbahn als Naturwissenschaftler und studierte Biologie in Gießen und Internationalen Naturschutz in Göttingen und Lincoln/Neuseeland. Schon früh an unseren regionalen Märchen und Sagen interessiert, begann ich 2017 mit dem Projekt und fokussierte mich auf die interdisziplinäre Erforschung von Sagen und insbesondere auch der Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse. Das Alleinstellungsmerkmal von Forgotten Creatures: Nachbildungen von Fabelwesen und Sagengestalten basierend auf historischen Beschreibungen und Abbildungen. Und genau das mache ich: Recherchieren, schreiben und Fabelwesen im Mythenatelier zum Leben erwecken. Bücher und Ausstellungen zu erschaffen ist natürlich eine Mammut-Aufgabe. Daher bin ich froh, auf eine Reihe von Mitstreiterinnen bauen zu können: Janin Pisarek (@die_folkloristin ): Die Erzählforscherin ist essentieller Teil des Teams und Co-Autorin unserer Sachbücher! Schaut bei ihr für besten Content zu ihrer Arbeit mit Märchen und Sagen vorbei. Hannah Gritsch: (@hannahgritschphotodesign ): Sie setzt die Fabelwesen und Sagengestalten fotografisch in Szene und ist einfach eine begnadete Fotografin. Elif Siebenpfeiffer (@elifsiebenpfeiffer ): Sie illustriert für unsere historischen Fantasy-Romane. Ihre Kunst kann man einfach nur lieben. Gemeinsam haben wir den Seraph für das Beste Debüt gewonnen! Darüber hinaus besteht eine andauernde Zusammenarbeit mit Daniel und Sarah von @dr_wolfs_wunderkammer . Ohne die beiden wäre die aktuelle Wanderausstellung, insbesondere auch der Transport und Auf- und Abbau, kaum zu stemmen gewesen. Und auch sonst sind die beiden immer zur Stelle, wenn etwas gebraucht wird. Viele weitere Mitstreiterinnen standen und stehen uns projektweise zur Seite, auch all denen sei an dieser Stelle gedankt. Ohne all diese Menschen, wäre Forgotten Creatures undenkbar!
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3 months ago
Gerade geht ja wieder ein "KI-Trend" nach dem anderen viral. Vermutlich also auch Mal wieder Zeit, das wir transparent gegenüber euch darstellen, worum es hier auf diesem Kanal geht und wie kritisch ich (und eigentlich alle im Team) genKI gegenüber stehen. Auf diesem Kanal findet ihr Informationen zu Sagengestalten und Fabelwesen unserer Kulturgeschichte, die – zB als Teil meiner Arbeit zusammen mit @die_folkloristin – unserer eigenen Forschungsarbeit entstammen oder sorgsam und im Austausch mit Fachkolleginnen recherchiert wurden. Chat-GPT und andere LLMs liefern (auch) bei unseren Themen z.T. die abstrusesten Falschinformationen... und das obwohl unserer Sachbücher natürlich auch gescrapt wurden. Ich möchte euch zeigen, welche Rolle Fabelwesen Fabelwesen und Sagengestalten für unsere Kultur spielten und wie sich Menschen sie vorstellten – wissenschaftlich fundiert, ohne Esoterik, rechtes Gedankengut und Populismus. Auch ohne KI kursieren Jahr für Jahr die wildesten Behauptungen durchs Netz. Wir stellen uns dem entgegen. Mit der Arbeit auf diesem Kanal, mit den Ausstellungen und Sachbüchern, und ein bisschen auch mit den Fantasy-Romanen, die ich zusammen mit @elifsiebenpfeiffer schreibe. Ich bin feste davon überzeugt, dass unser digitaler Konsum schon jetzt durch die völlige Überfrachtung mit Content zweifelhafter Qualität (und vieles davon KI-generiert) zu einer Suche nach "echten" und "authentischen" Erlebnissen führt. Und ich denke, dass das nur mehr werden wird. Deswegen setzen wir auf gute, kreative Arbeit. Auf analoges Erleben vor Ort, auf Bücher mit aufwändiger Ausstattung, die man besitzt und nicht nur eine Lizenz auf einem mobilen Endgerät sind. Das ist eine Nische. Aber Jahr für Jahr wächst dieses Projekt. Dank euch. Dank der Reichweite, die ihr dem ganzen gibt. Das ist wichtig, denn ohne diese Reichweite erreiche ich nicht die Menschen, für die wir all das machen. Daher mein Appell an euch: Seid mündige Konsumenten, bewahrt das was ihr liebt und schätzt. Und seid euch der Konsequenzen bewusst, die genKI mit sich bringt, wenn wir damit unser kreatives Leben üherschwemmen!
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3 months ago
Mehr als Fantasie? Überlieferungen von Fabelwesen sind mehr als phantastische Erzählungen: sie eröffnen einen direkten und doch ungewöhnlichen Zugang zu unserer eigenen Kulturgeschichte. In ihren Motiven spiegeln sich wirtschaftliche Verhältnisse, Rechtsempfinden und Geschlechterrollen früherer Gemeinschaften. Sagen über Hausgeister und gespenstische Tiere transportierten moralische Werte und vermittelten soziale Normen. Sie stabilisierten das Zusammenleben auf engstem Raum, verhandelten Identität und Zugehörigkeit und stärkten das Gemeinschaftsgefühl. Sie erklärten Naturphänomene, kanalisierten Ängste in Zeiten von Missernten, Seuchen und Naturkatastrophen und boten damit Orientierung in Zeiten der Not. Hinter vielen Erzählungen standen handfeste soziale Funktionen: So spiegeln Sagen häufig die Arbeits- und Lebensbedingungen der bäuerlichen Welt und verknüpften diese mit religiösen Vorstellungen und magischem Denken. Berichte von Drachen, Einhörnern oder anderen Fabeltieren dokumentieren zugleich einen Wandel von vormodernen Naturerfahrungen hin zu einer evidenzbasierten Naturwissenschaft: Sie zeigen, wie wir Menschen im Laufe der Jahrtausende »Tiere« sahen, sie bewerteten, erforschten und definierten – und letztlich der Tatsache auf die Schliche kamen, dass es einige von ihnen gar nicht gibt. Der Glaube an Fabelwesen und Magie war somit ein wichtiger Teil des Alltags: Er half, das Unbekannte zu ordnen, bot psychische Sicherheit und band Generationen durch gemeinsame Erzählformen. Heute wissen wir, dass die meisten dieser Wesen nie existierten. Ihr kulturgeschichtlicher Wert aber bleibt unvermindert: Sie eröffnen Einblicke in Denkweisen, Umweltwahrnehmung und soziale Ordnungen vergangener Epochen und zeigen, wie eng Natur, Gesellschaft und Glaube miteinander verbunden waren. Mein Auftrag ist es, diesen Wesen und ihrer Geschichte eine Bühne zu bieten. Frei von Ideologie, persönlichem Glauben und ohne Populismus. Wissenschaftskommunikation und Kulturvermittlung. Gegen das Vergessen. Was fasziniert euch an Fabelwesen und Sagengestalten? 📸@hannahgritschphotodesign
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2 months ago
Der Basilisk Seit der Antike gilt der Basilisk als rex serpentium, der König der Schlangen. Plinius der Ältere (77 n. Chr.) beschreibt ihn als kleine Schlange aus Libyen, deren Blick, Atem und Berührung sofort tötet. Im 9. Jahrhundert wandelte sich das Bild: Aus der Schlange wurde ein Mischwesen aus Hahn und Schlange, geboren aus einem Hahnenei. In deutschen Sagen haust er in Brunnen und Kellern, tötet durch seinen Blick und ist oft unverwundbar. Sein tödlicher Blick war über Jahrhunderte ein heiß diskutiertes Thema unter Gelehrten: Man glaubte, dass die »Giftstrahlen der Augen« (radii oculorum), die Luft vergiften könnten. Gelehrte wie Thomas von Cantimpré und Albertus Magnus stritten, ob tatsächlich Strahlen oder eher der Atem der Kreatur die Ursache seien. Bekämpft werden konnte er angeblich nur mit einem Spiegel, der den tödlichen Blick zurückwarf. Eine weitere Methode, Basilisken zu töten, war die Konfrontation mit einem Wiesel. Es galt im Volksglauben als giftig und man glaubte, dass Gestank und tödlicher Blick beide Tiere beim Aufeinandertreffen töten würden. Später ergänzten Autoren, dass die Kraft des Wiesels durch den Verzehr von Weinraute verstärkt werde. Übrigens: Die heute bekannte Vorstellung eines »versteinernden Blicks« ist jedoch modern und kam erstmals 1971 im Spiel Chainmail auf und verbreitete sich über Dungeons & Dragons bis in die moderne Fantasy. In J.K. Rowlings Harry Potter erscheint der Basilisk als riesige Giftschlange. Mit dem ursprünglichen Basilisk hat dieses Wesen kaum noch etwas gemeinsam. ---------------------------- Jede Woche stellt euch Forgotten Creatures ein Fabelwesen oder eine Sagengestalt (meist aus dem deutschsprachigen Raum) vor. Mehr könnt ihr in unseren Sachbüchern und Romanen erfahren. 📸 @hannahgritschphotodesign 📔Mehr in unserem Sachbuch "Fabeltiere", in den @die_folkloristin und @forgotten.creatures euch in die Welt der magischen Wesen entführen
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1 month ago
Die Totenkopfspinne Manchmal zeichnen unsere Volkssagen ein grausames Bild. -insbesondere die Bergsagen sind voller Wesen, die für die raue und tödliche Seite der Natur stehen. Im Fall der Sage um die Totenkopfspinne stellt die Erzählung das ländliche Idyll der Bauernhöfe den »schier unzugänglichen Felsen« und damit der als gefahrvoll wahrgenommenen Natur gegenüber. Hinter dem »gähnenden Höhlenspalt« lauern folglich Wesen, die nichts mit der gewohnten Lebenswelt der Alpenbewohner gemein haben und in ihrer Fremdartigkeit alle Vorbehalte und Ängste gegenüber der menschenfeindlichen Wildnis der Berge zum Ausdruck bringen. Die Totenkopfspinne ist nur eine von zahlreichen Kreaturen, die die Angst der Menschen im Laufe der Zeit geboren hat. Was ist die gruseligste Sagengestalt, die ihr kennt? ---------------------------- Jede Woche stellt euch Forgotten Creatures ein Fabelwesen oder eine Sagengestalt (meist aus dem deutschsprachigen Raum) vor. Mehr könnt ihr in unseren Sachbüchern und Romanen erfahren. 📸: @hannahgritschphotodesign 📔: Mehr über die Sagengestalten erfahrt ihr von @die_folkloristin und @forgotten.creatures in unseren Sachbüchern (Shoplink in Bio!)
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1 month ago
Die Moosweibchen Die kleingewachsenen Moosweibchen gelten als gute Geister des Waldes. Sagen über diese zurückgezogenen Lebenden Wesen stammen aus den Mittelgebirgen des deutschsprachigen Raumes. Insbesondere die Aufzeichnungen des Oberpfälzer Volkskundlers Franz Xaver Schönwerth gewähren tiefe Einblicke: Ihr Leben ist an das der Bäume gebunden, ihre Haut gleicht knorriger Borke und sie kleiden sich in Moos. Ähnlich den Menschen vergangener Zeiten leben sie ein einfaches, beinahe bäuerliches Leben, schließen Ehen, halten Hochzeit und bekommen Kinder. Spannend: Das Moosvolk bildet ein Matriachat und nimmt damit in unserer Sagenlandschaft eine herausragende Rolle ein. Einer Sage aus Thüringen nach herrscht die alte Buschgroßmutter über sie. Während die Männer im Wald bleiben (und sich um die Kinder kümmern), zieht es die Moosweibchen immer wieder in die Nähe des Menschen. Sie unterstützen fleißige Bauern, helfen bei Ernte, Viehhaltung und Hausarbeit. Dafür erwarten sie kleine Speiseopfer und einen friedvollen Umgang. Gleichzeitig fürchten sie die Wilde Jagd: ein bösartiges Geisterheer, das sie insbesondere in der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr jagt und verfolgt. Schutz finden sie nur häufig nur auf Baumstümpfen, in die Holzfäller drei Kreuze geschlagen haben. ---------------------------- Jede Woche stellt euch Forgotten Creatures ein Fabelwesen oder eine Sagengestalt (meist aus dem deutschsprachigen Raum) vor. Mehr könnt ihr in unseren Sachbüchern und Romanen erfahren. Fotos: @hannahgritschphotodesign
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2 months ago
Der Rollibock Er ist der gefürchtete Dämon des Großen Aletschgletschers im Schweizer Wallis. In alten Erzählungen bricht er aus dem Gletscher hervor, wenn Menschen sich respektlos gegenüber der Natur verhalten oder Tiere quälen. Dann setzt er Lawinen in Gang, wirft Felsblöcke durch die Luft und verursacht verheerende Überschwemmungen. Die Sage diente als Erklärung für die Bedrohung, die vom hoch aufragenden Gletscher und den umliegenden Gebirgsseen ausging. Insbesondere im Märjelensee staute sich viel Wasser. Brach er aus, flossen gewaltige Mengen Wasser mit donnerndem Getöse ins Tal und verwüstete Wiesen, Felder und Dörfer: ein Naturereignis, das man dem Zorn des Rollibocks zuschrieb. Um sich zu schützen, zogen die Menschen in Bittprozessionen an den Gletscherrand, wo sie hölzerne Kreuze errichteten und Heilige um Beistand anriefen. Manche verzichteten auf Feste, andere unterließen bestimmte Arbeiten, um den Dämon nicht zu reizen. Heute ist der Rollibock nicht mehr Schreckensgestalt, sondern Symbolfigur und lokales Sport-Maskottchen. Auch wenn die Gletscher geschrumpft sind, mahnt seine Geschichte noch immer an die Naturkräfte, die bis heute die Alpen prägen. ---------------------------- Jede Woche stellt euch Forgotten Creatures ein Fabelwesen oder eine Sagengestalt (meist aus dem deutschsprachigen Raum) vor. Mehr könnt ihr in unseren Sachbüchern und Romanen erfahren. Fotos: @hannahgritschphotodesign
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1 month ago
Der Wolpertinger Entgegen seiner großen Bekanntheit hat das bayerische Mischwesen zwar keine jahrhundertealte Entwicklungsgeschichte, ist jedoch Teil einer bemerkenswerten Tradition: Ein frisch zugezogener Ortsfremder wird mit Sack und Kerze in Wald oder an Bach geschickt, um den seltenen Wolpertinger zu fangen – während die Einheimischen längst im Wirtshaus sitzen und sich köstlich auf kosten »des Gehörnten« amüsieren. Diese Neckbräuche, im 19. und frühen 20. Jahrhundert weit verbreitet, führten nicht nur zu frostigen Nächten für die »Jäger«, sondern auch zu bleibenden Spitznamen. Wer einmal hereinfiel, galt fortan als »Wolpertingerjäger«, ein Sinnbild für Leichtgläubigkeit. Sprachlich wie kulturell wurde der Wolpertinger damit zum Inbegriff des Einfaltspinsels, zugleich aber auch zu einem liebenswerten, regionalen Symbol. Seit dem 19. Jahrhundert finden wir ihn als präpariertes Souvenir in Gasthäusern und Schankstuben. Zudem entwickelte sich in den letzten Jahrzehnten um ihn eine lebendige und humorvolle Erzählkultur, die die Geschichte dieses Wesens mit Augenzwinkern fortführt. Der Wolpertinger ist jedoch nicht allein: Auch die pfälzische Elwetritsche, der hessische und siegerländer Dilldapp oder der thüringische Rasselbock mussten genauso wie der Wolpertinger als Mittelpunkt des gleichen Neckspiel herhalten. Elwetritsche, Dilldapp und Rasselbock stellen wir euch in den kommenden Beiträgen vor! ---------------- Jede Woche stellt euch Forgotten Creatures ein Fabelwesen oder eine Sagengestalt (meist aus dem deutschsprachigen Raum) vor. Mehr könnt ihr in unseren Sachbüchern und Romanen erfahren. Fotos: @hannahgritschphotodesign Illustrationen: @elifsiebenpfeiffer
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2 months ago