Eva Asselmann

@eva.asselmann

Psychologieprofessorin & SPIEGEL-Bestseller-Autorin “Too much”
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Was früher lokal war, wirkt heute global – sofort, ungefiltert, mit voller Wucht. Ein Virus in einer Stadt, und die Welt steht still. Ein Streik im Hafen, und Regale bleiben leer. Ein Post auf Social Media, und die Börse zittert. Wir leben in einer Zeit, in der Krisen nicht mehr nacheinander entstehen, sondern gleichzeitig. Die Risikoforschung unterscheidet dabei zwei Arten von Bedrohung: Black Swans – Schocks, die niemand kommen sieht. 9/11. Corona. Der Angriff auf die Ukraine. Und Gray Rhinos – Risiken, die seit Jahren sichtbar sind: Klimakrise, digitale Disruption, demografischer Wandel. Sie rennen direkt auf uns zu – und trotzdem schauen wir weg. Das Schwierige ist: Beide verstärken sich gegenseitig. Unser Gehirn sucht Verlässlichkeit. Doch wir erleben eine Welt, die immer schwerer vorhersehbar ist. Vielleicht erklärt das, warum sich viele dauerhaft im Alarmzustand fühlen: Unsicherheit erschöpft, weil sie unser Gefühl von Einfluss angreift. Hier liegt eine der größten psychologischen Herausforderungen unserer Zeit: nicht perfekte Kontrolle anzustreben, sondern Selbstwirksamkeit – die Fähigkeit, handlungsfähig zu bleiben, auch wenn nicht mehr alles planbar ist. Was gibt dir in unsicheren Zeiten das Gefühl, „Ich kann handeln“? #Unsicherheit #Krise #KI
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3 days ago
Das Verrückte ist: Viele von uns können heute besser mit Stress umgehen als mit Stille. Kennst du das? Langer Tag. Du sinkst auf die Couch. Endlich Ruhe – eigentlich. Nach wenigen Sekunden greift die Hand zum Handy. Automatisch, fast panisch. Als müsste sofort wieder etwas passieren. Wir leben in einer Zeit, in der wir jede freie Sekunde füllen: mit Scrollen, Podcasts, Emails, Reizen. Von klein auf lernen wir: Wer rastet, der rostet. Wer pausiert, verliert. Dabei braucht unser Gehirn genau diese Momente des Leerlaufs. Neurowissenschaftler sprechen vom „Default Mode Network“, einem Netzwerk im Gehirn, das aktiv wird, wenn wir nichts tun. Dann verarbeitet unser Kopf Erfahrungen, sortiert Emotionen und verknüpft Gedanken neu. Deshalb entstehen gute Ideen oft nicht unter Druck, sondern beim Spazieren, unter der Dusche, beim Nichtstun. Warren Buffett verbringt große Teile seines Tages mit Lesen und Denken. Bill Gates plant regelmäßig eine „Think Week“. Und Einsteins berühmteste Idee begann nicht mit Hektik, sondern mit einem Gedankenspiel: Wie wäre es, auf einem Lichtstrahl zu reiten? Die eigentliche Herausforderung: Nicht jede freie Minute zu optimieren, sondern die Stille wieder auszuhalten. Wann hast du zuletzt bewusst nichts getan? #stille #kreativität
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5 days ago
Stress macht uns nicht automatisch krank. Wir glauben oft, dass uns das „Zu viel“ krank macht. Zu viele Mails. Zu viel Unsicherheit. Zu viel Wandel. Aber die Forschung zeigt etwas anderes: In einer Langzeitstudie mit 30.000 Menschen stieg das Sterberisiko bei viel Stress um 43 % – aber nur bei denen, die Stress für gefährlich hielten. Die eigentliche Überraschung: Menschen mit viel Stress, die ihn nicht als Bedrohung sahen, hatten das geringste Risiko – sogar geringer als Menschen mit wenig Stress. Das stellt unsere Intuition auf den Kopf: Häufig ist nicht das „Zu viel“ das Problem, sondern unsere Haltung. Nicht die Welle entscheidet, sondern wie wir auf ihr surfen. 🏄‍♀️ Handlungsfähigkeit entsteht nicht durch weniger Stress, sondern durch die innere Gewissheit: Ich kann damit umgehen. Darum ging es neulich beim LPRS Forum: Wie wir in einer Welt des „Too Much“ Selbstwirksamkeit zurückgewinnen. Bist du aktuell eher im Modus Bedrohung oder Surfen?
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18 days ago
Wir haben mehr Zeit – und fühlen uns trotzdem gehetzt wie nie zuvor. Eine Mutter sitzt im Auto. Der Motor ist aus. Ihre Tochter ist noch nicht aus der Schule gekommen. Zehn Minuten. Früher wäre das ein Moment zum Durchatmen gewesen. Heute wandert ihre Hand sofort zum Handy. Sie scrollt. Überfliegt Schlagzeilen. Checkt Nachrichten. Als ihre Tochter kommt, wirkt sie gehetzt, obwohl nichts passiert ist. Nur ein Moment, der nicht still sein durfte. — Das ist häufig das Problem: Nicht, dass wir zu wenig Zeit haben, sondern dass wir sie kaum noch ertragen. Vor 150 Jahren arbeiteten viele 60, 70 Stunden pro Woche. Heute sind es im Schnitt weniger als 40. Wir leben länger, haben mehr Urlaub und mehr Freizeit. Trotzdem wächst das Gefühl, nicht hinterherzukommen. Als stünden wir auf einer Rolltreppe, die nach unten fährt, während wir nach oben wollen. Wir füllen jede Lücke – und merken kaum noch, dass sie uns gehört. Häufig geht es nicht darum, unsere Zeit noch besser zu managen, sondern sie wieder auszuhalten. Darüber spreche ich in der aktuellen Coverstory der freundin. Wann hast du zuletzt einfach nichts getan? #stress #psychologie
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23 days ago
Die meisten Menschen merken erst am Ende, was wirklich wichtig war. Du könntest es heute schon wissen. Im Interview mit der Galore wurde ich neulich gefragt, welchen einen Satz ich meinen Studierenden mitgeben würde. Meine Antwort war sofort klar: „Denkt euer Leben von hinten.“ Gerade Menschen, die viel erreichen wollen, tappen oft in eine Falle: Sie optimieren das Dringende und verlieren das Wesentliche aus dem Blick. Meetings, Mails, Konflikte – alles fühlt sich wichtig an, weil es laut ist. Unser Gehirn macht hier einen Fehler: Es priorisiert das Laute, nicht das Bedeutsame. Deshalb verwechseln wir Aktivität oft mit Sinn und merken erst spät, dass wir am Wesentlichen vorbeigelebt haben. Stell dir vor, du blickst am Ende deines Lebens zurück: 👉 Welche deiner heutigen Prioritäten würden plötzlich an Bedeutung verlieren? 👉 Wo würdest du mutiger entscheiden? 👉 Was würdest du nicht länger aufschieben? In diesem Moment passiert etwas Entscheidendes: Das Dringende wird leise, das Wesentliche tritt hervor. Klarheit entsteht nicht durch mehr Kontrolle, sondern durch Abstand. Die eigentliche Frage ist nicht, was du heute noch erledigen musst. Sondern: Was davon wird in einem Jahr völlig egal sein – und was würdest du bereuen, nicht getan zu haben? Was kommt dir dabei als Erstes in den Kopf? #sinn #werte #perspektivwechsel
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26 days ago
Im Kölner Treff habe ich am Freitag über etwas gesprochen, das viele gerade erschöpft: das „Ball-Syndrom“. Wir versuchen, alles gleichzeitig in der Luft zu halten – Job, Gesundheit, Beziehungen, Nachrichten, Zukunft. Je unsicherer alles wird, desto mehr halten wir fest. Bis es kippt. Nicht, weil wir zu wenig leisten. Sondern weil wir glauben, alles gleichzeitig leisten zu müssen. Ich kenne das selbst. Als ich während der Waldbrände in den USA evakuiert wurde, hat mir meine perfekte Planung nichts geholfen. Was geholfen hat, war etwas anderes: auswählen statt festhalten. Was ist jetzt wirklich wichtig? Was kann warten? Was lasse ich bewusst fallen? Genau dort entsteht wieder das, was fehlt: Klarheit. Handlungsfähigkeit. Ruhe. Der Punkt, den viele übersehen: Nicht mehr Kontrolle bringt uns zurück. Sondern weniger. Nicht alle Bälle müssen in der Luft bleiben. Manche dürfen fallen, damit wir überhaupt wieder handeln können. Welchen „Ball“ würdest du heute bewusst fallen lassen?
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29 days ago
Das ganze, SEHR spannende Podcast Gespräch mit einer der jüngsten Professorinnen Deutschlands @eva.asselmann ab sofort auf Spotify (auch mit Video), Apple und YouTube. Einfach nach „AUF & UP“ suchen und inspirieren lassen🔥
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1 month ago
Habt ihr schon mal was vom digitalen Casino gehört? Nein, damit ist nicht ein Online-Glücksspiel gemeint. Das bezeichnet jenen Mechanismus, wie Social Media auf unser Hirn einwirkt. Mit sogenannter intermittierender Verstärkung. Du weißt nie, ob ein „Sieg“ (ein Like) kommt oder nicht. Das Vielleicht macht süchtig. Nicht das Like. Und das ist nur einer der Faktoren, die uns das Gefühl der Jetztzeit bescheren: TOO MUCH! Psychologieprofessorin und Bestseller-Autorin Eva Asselmann hat gerade dazu ihr Buch rausgebracht. In der aktuellen Folge bei GOOD WORK sprechen wir über: ➡️ Warum das Vielleicht süchtiger macht als jede Belohnung. ➡️ Wie aus Kontrollreflex Starrheit wird. ➡️ Was Healthism und Stay-at-home-Girlfriends miteinander zu tun haben. ➡️ Warum Office Loneliness kein Randphänomen, sondern ein Systemhinweis ist. ➡️ Und wieso fünf Minuten am Tag genug sein können, um rauszukommen. Wir hoffen mal, dass Ihr die Medienpräsenz nicht „too much“ wird. Denn von ihren klugen Gedanken kann man gar nicht zu viel bekommen. 🎙️Hört rein in den Podcast GOOD WORK. Jede Woche eine neue Folge. Mindestens. Überall, wo es Podcasts gibt.
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1 month ago
Das ganze, SEHR inspirierende Gespräch mit einer der jüngsten Professorinnen Deutschlands @eva.asselmann ab sofort auf Spotify (auch mit Video), Apple und YouTube. Einfach nach “AUF & UP” suchen und genießen 👌
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1 month ago
Gipfel ohne Aussicht: Warum sich Erfolg oft nach „Nichts“ anfühlt. 🏔️ Ein junger Manager steht am Fenster seiner neuen Wohnung. Penthouse, Blick über die Stadt, sechsstelliges Gehalt. Alles erreicht – und trotzdem der Gedanke: „War das wirklich alles?“ Das ist kein persönliches Versagen, sondern ein psychologischer Mechanismus: hedonische Adaptation. Unser Gehirn gewöhnt sich schneller, als uns lieb ist. Was heute ein Traum ist, wird morgen normal. Und übermorgen selbstverständlich. Das Paradox: Je mehr wir erreichen, desto schneller verschiebt sich die Messlatte. Die entscheidende Frage ist deshalb nicht: Wie erreiche ich mehr? Sondern: Wie bleibt das, was ich erreiche, spürbar? Drei Hebel aus der Forschung: → Abwechslung: Kleine Veränderungen halten Erlebnisse lebendig → Aufmerksamkeit: Bewusst wahrnehmen statt automatisch konsumieren → Verbundenheit: Beziehungen wirken nachhaltiger als Ziele Erfolg elektrisiert kurz. Bedeutung bleibt. Im Podcast mit @chrissurel spreche ich darüber, warum Ziele oft ins Leere laufen – und was stattdessen trägt. Link in den Kommentaren. Welcher Erfolg hat sich bei dir schneller „normal“ angefühlt, als du erwartet hast? #Erfolg #Zufriedenheit #Psychologie #Selbstwirksamkeit
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1 month ago
Hat das Monopoly-Männchen ein Monokel? Hat Pikachu eine schwarze Schwanzspitze? Und sagt Darth Vader: „Luke, ich bin dein Vater“? Die meisten sagen: Ja. Alles falsch. Das Monopoly-Männchen trug nie ein Monokel. Pikachus Schwanz ist gelb. Und Darth Vader sagt: „Nein, ich bin dein Vater.“ Viele Menschen erinnern sich an etwas und sind sich absolut sicher – obwohl es nie passiert ist. Und jetzt wird es unangenehm: Das passiert dir nicht nur bei Filmen, sondern jeden Tag: bei Gesprächen, in Beziehungen, nach Konflikten. Wir erinnern nicht, was war, sondern was stimmig scheint. So entstehen Konflikte: Alle sind überzeugt, im Recht zu sein. Das Gefährliche ist nicht, dass wir uns irren, sondern wie sicher wir uns dabei oft sind. Bei welchem Beispiel oben warst du dir sicher – und hast gerade gemerkt, dass es nicht stimmt? #psychologie #gedächtnis
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1 month ago
Ich habe jahrelang versucht, ins Fitnessstudio zu gehen. Und bin jahrelang gescheitert. 👟 Nicht, weil mir Wissen fehlte, sondern weil mein innerer Widerstand größer war als jeder gute Vorsatz. Schon der Gedanke ans Training reichte: Tasche packen, hinfahren, umziehen, Vorgaben erfüllen, Zeit verlieren. Jeder neue Plan fühlte sich an wie eine Niederlage mit Anlauf. Irgendwann habe ich aufgehört, Trainingspläne zu schmieden, und stattdessen etwas ausprobiert, das fast lächerlich klein war: Ich begann mit Planks. Immer dann, wenn ich mir einen Tee machte und wartete, bis das Wasser kochte. 30 Sekunden, mehr nicht. Kein Plan, kein Erwartungsdruck, und genau deshalb funktionierte es. Aus 30 Sekunden wurden 60, aus einzelnen Momenten entstand eine Routine. Die Psychologie kennt diesen Effekt gut: Schon winzige Handlungen, sogenannte Mikro-Schritte, steigern unsere Selbstwirksamkeit spürbar. Oft kommen wir nicht über Motivation ins Tun, sondern übers Tun zur Motivation. Kleine Schritte umgehen den inneren Widerstand. Sie senken die Einstiegshürde so weit, dass Handeln möglich wird. Und mit jedem geglückten Schritt wächst das Gefühl: Ich kann das. Was wäre ein Schritt, den du heute gehen kannst – so klein, dass dein Widerstand ihn gar nicht ernst nimmt? 🍀 #motivation #psychologie #selbstwirksamkeit
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1 month ago