Ich lebe mit einer komplexen posttraumatischen Belastungsstörung und bin zudem noch hochsensibel.
Das heißt:Mein Nervensystem hat über lange Zeit gelernt, in Alarmbereitschaft zu sein. Nicht weil ich es will sondern weil es nötig war.
In den letzten Monaten habe ich erneut erlebt, was viele Re-Traumatisierung nennen.
Und genau hier möchte ich etwas klarstellen.
Re- Traumatisierung bedeutet nicht, dass alte Wunden einfach wieder aufbrechen.
Es bedeutet,dass heutige Situationen sich für Körper und Psyche so anfühlen,als würde das Alte wieder passieren:
durch Machtlosigkeit, durch Abwertung, durch Nicht-Gehört-Werden, durch Ausgrenzung, durch erneuten Machtmissbrauch, durch instutionelle Kälte.
Was mich nachdenklich macht:
In der instutionellen Aufarbeitung wird der Begriff Re-Traumatisierung sehr schnell und gerne benutzt. Oft wie eine Erklärung, manchmal wie eine Beruhigung.
Aber Worte alleine schützen nicht vor neuen Verletzungen durch die Institutionen.
Institutionelle Aufarbeitung beginnt dort, wo EKD und die Diakonie Deutschland Verantwortung übernehmen, und nicht dort wo Betroffene erneut erklären müssen, warum es wieder so weh tut.
Der Altag im BeteiligungsForum hat viele schon wieder eingeholt.
Heute habe ich mich stundenlang durch Papiere, Protokolle und Unterlagen gearbeitet.
Und ehrlich gesagt: Mir ist da einiges aufgefallen.
Manches wirkt nach außen geordnet.Schaut man genauer hin,entstehen plötzlich andere Fragen.
Und über genau diese Punkte müssen wir reden. Offen.Klar.Und ohne ständig alles kleinzureden oder wegzuerklären.
Instutionelle Aufarbeitung sexuelle Gewalt und sexuellen Kindesmissbrauch scheitern selten an große Worte. Sie scheitern oft an Details,an Abläufen, und daran,dass zuwenige genau hinschauen.
Heute ging es ausnahmsweise mal nicht um Sitzungen,Aufarbeitung oder Anerkennungsfragen.
Heute ging es um ein Hobby, das mich schon lange begleitet:alte Autos.
Und vielleicht hat das mehr mit Aufarbeitung zu tun, als manche denken.
Alte Autos tragen Geschichte in sich.
Erinnerungen. Gefühle. Manchmal schöne.
Manchmal schwere.
Gerade im Kontext sozialer und sexualisierter Gewalt können solche Bilder plötzlich wieder da sein. Ein bestimmtes 🚗. Ein Geruch .Ein Ort.
Erinnerungskultur ensteht nicht nur in Akten und Studien.
Sie steckt oft in ganz alltäglichen Dingen.
Am 04. Mai fand im Gemeindezentrum der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal der Vortrag mit Dr. Marlene Kowalski zum Thema #sexualisierte #Gewalt und Missbrauch statt.
Im Mittelpunkt standen Fragen wie:
Wie können Risiken frühzeitig erkannt werden?
Was braucht es, um sicher zu handeln?
Und wie können Schutz, Prävention und konkrete Hilfestellung im Alltag gestärkt werden?
Der Abend hat deutlich gemacht: Hinschauen, Wissen und Handlungssicherheit sind zentrale Bausteine, um Kinder, Jugendliche und schutzbedürftige Menschen besser zu schützen.
Vielen Dank an Dr. Marlene Kowalski für den fachlichen Input und an alle Teilnehmenden für das Interesse und den offenen Austausch.
Heute Abend in Korntal
@diakoniekorntal
Vorbeugen. Erkennen. Sicher handeln.
Sexualisierte Gewalt ist kein Randthema es geht um Verantwortung, klare Haltung und konsequentes Handeln.
Ich bin gespannt auf den Austausch und darauf, wie Prävention und Intervention umgesetzt werden.
Entscheidet ist, dass wir nicht nur darüber reden, sondern Strukturen schaffen, die tragen.
#Aufarbeitung #Korntal #Prävention
#SexualisierteGewalt
Heute geht es um mehr als Worte:
Schutzkonzepte,Prävention und Intervention sind keine zweitrangige Themen.
Sie sind zentrale Voraussetzungen, um sexualisierte Gewalt und sexuellen Kindesmissbrauch wirksam möglichst zu verhindern.
Ich fahre heute nach Stuttgart zu einem Vortrag genau in diesem Kontext.
Denn klar ist: Ohne verbindliche Strukturen und konsequentes Handeln bleibt Schutz Theorie.
Wir reden viel über Summen und verlieren dabei oft den Kern aus dem Blick.
Anerkennungszahlungen sind kein Schema
F. Sie sind bewusst individuell angelegt.
Individuell heißt: den einzelnen Menschen sehen seine Gewaltiographie,seine Folgen, seine Lebensrealität.
Deshalb sind diese Zahlungen nicht vergleichbar.
Nicht zwischen Fall A und Fall B. Und auch nicht untereinander.
Was ich aber immer wieder sehe: Betroffene vergleichen sich selbstständlicherweise, aber am Ende führt es in die falsche Richtung.
Denn es entsteht der Eindruck von Ungleichbehandlung, wo eigentlich Unterschiedlichkeit berücksichtigt wird.
Wenn wir es ernst meinen mit individueller finanzieller Anerkennung in der EKD und Diakonie Deutschland, dann müssen wir genau das akzeptieren.
Jeder Fall steht für sich.