#review
@demckergram - Shake Hands, Make Money (2026)
Demcker ist eine dieser Bands, bei denen man das Gefühl hat, sie seien weniger gegründet worden als langsam passiert. Ursprünglich als Songwriter-Projekt von Henrik Demcker gestartet, hat sich das Ganze über die Jahre mit Yulie Themstedt zu einem Duo entwickelt. Zwischen DIY-Ethos, Indie-Sozialisation und einem guten Gespür für das Schräge im Alltäglichen entsteht hier Musik, die nicht geschniegelt daherkommt, sondern eher so wirkt, als hätte sie noch Staub an den Schuhen. Man merkt, hier arbeiten Leute, die wissen, was sie tun, aber sich nicht dabei erwischen lassen wollen, wie sehr sie es wissen. „Shake Hands, Make Money“ ist ihr zweites Album und schon der Titel klingt wie ein Kalenderspruch, der zu lange in der Sonne hing. Was nach Business-Ratgeber oder Netzwerk-Event riecht, entpuppt sich schnell als freundlich verpackte Kapitalismuskritik mit einem Augenzwinkern, das nie ganz sicher ist, ob es gerade lacht oder zusammenzuckt. Der Handschlag wird hier nicht verweigert, aber auch nicht mehr ganz geglaubt. Man reicht sich die Hand und fragt sich im selben Moment, wer hier eigentlich wen festhält.
Musikalisch servieren Demcker 14 Songs in nicht mal 37 Minuten. Also gewissermaßen Fast Food fürs Feuilleton, nur dass es überraschend nahrhaft ist. Kaum ein Track überschreitet die Drei-Minuten-Marke, vieles wirkt wie hingeworfen und sitzt gerade deshalb. Das Album macht keine großen Umwege, eher kurze Dienstwege. Es ist, als würden die Songs selbst im Hamsterrad laufen, nur dass sie dabei wenigstens noch nach links und rechts schauen. Inhaltlich brennt es an allen Ecken und zwar nicht nur im übertragenen Sinne. „Altes Haus“ steht sinnbildlich für eine Welt, die lichterloh lodert, während drinnen noch schnell der Kaffee to go gegriffen wird. Löschen? Keine Zeit. Reflektieren? Vielleicht später. Funktionieren? Unbedingt. Das Album zeichnet diese Dauerbewegung mit einer fast schon stoischen Gelassenheit nach. So als hätte man akzeptiert, dass die Wendeltreppe nach oben vielleicht doch nur eine optische Täuschung ist.
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