Während das ukrainische #Charkiw weiter regelmäßig von Raketen beschossen wird, gehen Kinder mittlerweile in Untergrundschulen. Sie sind fröhlich, lachen, sprechen über ihre Lieblingsfächer. Tagesspiegel-Redakteur Daniel Sagradov besucht eine der Schulen – sieben Meter unter der Erde.
Video: Daniel Sagradov / Conall Kearney / Melanie Probandt
Isjum, März 2026
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Putin-Schaschlik
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Von März bis September 2022 kontrollierten russische Soldaten Isjum, zwei Stunden südöstlich von Charkiw. Sie hinterließen Massengräber mit einigen hundert getöteten Zivilisten. Heute, beinahe vier Jahre später, holt sich der Wald seine Erdlöcher zurück. Er füllt sie mit Ästen, Laub und Sand. Zurück bleiben anonyme Kreuze und Müll, den einige Menschen in die Gräber werfen.
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Die russischen Soldaten nähern sich Isjum heute zwar langsam, aber konstant. Nur noch rund 30 Kilometer sind übrig. Deswegen sind beinahe alle Straßen dieser Stadt in Anti-Drohnen-Netze gehüllt. Deswegen ist immer wieder Artilleriefeuer zu hören.
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Der sogenannte „Highway of Death“ ist ebenso in ein Netz gehüllt. Er führt nach Slowjansk und Kramatorsk. Diese Straße zu wählen, heißt, sich in einen halbstündigen Adrenalinrausch zu begeben. Wer den russischen Drohnen zuvorkommen möchte, drückt mit voller Kraft auf das Gaspedal, hofft auf das Anti-Drohnen-Netz, aktiviert einen Drohnen-Störsender (falls vorhanden) oder macht zumindest einen Drohnendetektor an (falls vorhanden). Wer von einer Drohne als Ziel markiert wurde, lehnt sich aus dem Fenster des rasenden Autos und versucht, sie mit einer Schrotflinte (falls vorhanden) zu treffen, bevor sie das Auto mit ihrer Sprengladung trifft.
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Jede Kreuzung erinnert die Bewohner der Stadt an die Schlacht, die im März 2022 um Isjum geführt wurde. Ein großes Mehrfamilienhaus besonders: Hier wurden bei einem russischen Luftangriff, der das 5-stöckige Haus teilte, 50 Bewohner getötet.
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„Hier waren wir einmal“
Am 2. April, über Nacht und tagsüber, wurde Charkiw von mehr als 20 ballistischen Raketen, iranischen Shahed-Drohnen und russischen Geran-Drohnen angegriffen. Auch mitten im Zentrum traf eine Shahed-Drohne ein Haus, nur wenige Meter von der Charkiwer Dreifaltigkeitskirche entfernt.
Heute vor vier Jahren wurde #Butscha befreit. Der Vorort Kyjiws ist für viele Symbol für Mord und Folter ukrainischer Zivilisten durch Russlands Soldaten. Die Aufarbeitung dauert an. Wie geht es den Menschen vor Ort?
Video: Daniel Sagradov / Leon Holly
Eine neue rechte Generation in Deutschland aufbauen? Das scheint die Idee von Erika Steinbach zu sein. Tagesspiegel-Redakteur Daniel Sagradov hat mit der Vorsitzenden der AfD-nahen Desiderius Erasmus Stiftung gesprochen und eine der Veranstaltungen besucht. Die Netzwerke reichen weitaus tiefer, als man auf den ersten Blick annehmen könnte.
Video: Daniel Sagradov / Melanie Probandt
Ausschnitte aus meinem Interview mit Maksym Butkevych (48) für den Tagesspiegel, geführt im November in einem Cafe in Kyjiw. Der ukrainische Menschenrechtsaktivist, der jahrelang gegen Ungerechtigkeiten in der Ukraine kämpfte, meldete sich am Tag der Vollinvasion freiwillig und wurde in russischer Kriegsgefangenschaft zweieinhalb Jahre gefoltert. Zwei Stunden sprachen wir über sein Leben danach, warum auch linke Staatskritiker für einen Nationalstaat zur Waffe greifen können und über die Perspektive deutscher Linker auf den Krieg gegen die Ukraine. /internationales/ukrainischer-menschenrechtsaktivist-uber-seine-kriegsgefangenschaft-ich-horte-auf-ein-mensch-zu-sein-15110588.html
Fotos: Archil Kikodze, Vitaliy Mariash
Die Ukraine ist das Land mit der weltweit größten Kontamination durch Minen und andere Sprengkörper. Bevölkerung, Wirtschaft und globale Ernährungssicherheit leiden darunter. Unser Reporter @danjechka war einen Tag lang bei denjenigen, die ihr Leben riskieren, um dies zu ändern.
Die ganze Reportage könnt ihr über den Beitrag in der @tagesspiegel -Bio nachlesen. #Ukraine #Landminen #HumanitäreKrise
In der Ukraine kommt der Tod bekanntlich von oben, nicht nur durch russische Raketen, sondern immer mehr durch Drohnen, die endlos nach dem Leben im Landesinneren greifen.
Doch für Millionen von Ukrainern kommt er auch von unten, wartet auf sie im Boden. Eine Fläche größer als Griechenland - 139.000 Quadratkilometer - gilt in der Ukraine als lebensgefährlich: Minen, Blindgänger und Sprengfallen warten nur darauf, jemandem ein Glied oder gar sein Leben zu nehmen. Bis heute starben so Hunderte, darunter auch Kinder.
Deswegen kämpfen täglich Minenräumer im ganzen Land gegen die Hinterlassenschaften des Krieges an. Sie befreien die verminten Wälder und von scharfer Munition übersäten Felder. Viele von ihnen sind selbst Binnenflüchtlinge aus der Ostukraine und träumen davon, eines Tages ihre besetzten Heimatstädte selbst von Minen befreien zu können.
Ich durfte sie einen Tag lang begleiten, sehen, wie ihre Arbeit läuft und fragen, warum sie ihr Leben jeden Tag riskieren. Allein in diesem kleinen Waldstück wurden schon sieben scharfe Signalminen und eine Granate gefunden, die mit Panzertape an einen Baum geklebt wurde.
Das ganze Visual Storytelling in der Tagesspiegel-App: /internationales/der-tod-kommt-von-unten-so-werden-minen-in-der-ukraine-geraumt-15019309.html