Freu mich sehr darüber das ich mehrere Arbeiten in dieser Gruppenausstellung zeigen darf! Danke sehr für diese Einladung an Almut Hüfler, Katja Pudor und Andreas Schmid!! 🩷
„DIE MENSCHEN SIND IM GANZEN LEBEN BLIND“
„LIFELONG, ALL YOU MEN ARE BLIND“ (GOETHE, FAUST II, MIDNIGHT)
mit:
Gökçen Dilek Acay, Amer Al Akel, Anna Bittersohl, Madeleine Dietz, Martin Albrecht Fulton, Maria Kassab, Kathrin Köster, Claudia Mann, Warren Neidich, Victor Petrov, Katja Pudor, Andreas Schmid, Sten Saarits, Nicole Wendel
@frontviews_ @haunt_berlin
Claudia Manns Arbeit beschäftigt sich mit der Beziehung zwischen Abwesenheit und Anwesenheit, Form und Gegenform, Scham und Befreiung. Ausgehend von der Prämisse, dass Nicht-Präsenz der Präsenz vorausgeht, konfrontiert die Künstlerin die Skulptur als Spur, als Prozess und als Dialog zwischen dem, was sichtbar und nicht mehr sichtbar ist. Damit manifestiert sie das Verschwinden als physische und mentale Präsenz. Im Ergebnis entsteht eine bildhauerische Sprache, die in Abdrücken, Stille und Schatten spricht.
In Flo Vi Ru (Absence First.), 2025, sind auf Augenhöhe der Betrachter*innen drei identische Abgüsse auf einer Stahlbank angeordnet, die jeweils unterschiedlich ausgerichtet sind. Sie beziehen sich auf Samuel Becketts Kurz-Stück ‚Come and Go‘, in dem drei Frauen sich abwechselnd jeweils kurz zu zweit über Geheimnisse der jeweils dritten Frau zu auszutauschen scheinen. Eine mögliche Interpretation legt nahe, dass alle drei unheilbar erkrankt, sich dessen jedoch nicht bewusst sind. Ihre Präsenz wird durch das unterstrichen, was nicht da ist: Ein Schatten auf dem Boden tritt an die Stelle eines verblichenen Körpers – die Leere beteiligt sich aktiv an der Szene.
Absence First. (2025) besteht aus drei Aluminiumabgüssen von Arbeitsplatten, die als Startfläche im Bildhauerprozess verwendet wurden. In den Spuren von Gewicht und Form bezeugen sie das vergangene Geschehen und lenken die Aufmerksamkeit gleichsam auf einen blinden Fleck: den Ort, an dem die Werke zuerst mit dem Boden in Kontakt standen.
Text: Dr. Almut Hüfler
@almutcorneliahuefler