BΞN MÄNNΞL | Bookstagram

@buchkomet

🏳️‍🌈 Buchblog | Rezensionen & Empfehlungen 📚 histor. Romane & Thriller ✍️ Autor & Blogger 📩 Rezensionsanfragen an [email protected]
Followers
3,027
Following
664
Account Insight
Score
49.88%
Index
Health Rate
%
Users Ratio
5:1
Weeks posts
Hier sind in letzter Zeit wieder einige neue Leute dazugekommen. Deshalb dachte ich: Es wird mal wieder Zeit für eine kleine Vorstellung. Die letzte ist schon eine ganze Weile her. Ich bin Ben und betreibe diesen Blog inzwischen seit über zwei Jahren. Angefangen hat alles ziemlich spontan, mittlerweile ist daraus ein fester Teil meines Alltags geworden. Ich lese besonders gern historische Romane und SciFi. Also entweder Vergangenheit mit ordentlich Atmosphäre oder Zukunft, Weltall, Technik und die Frage, was der Mensch eigentlich so in der Zukunft treibt. Hier geht es um Bücher, ehrliche Meinungen und Austausch. Ich möchte Geschichten sichtbar machen und euch Bücher näher bringen fernab des Mainstreams. Und wer weiß: vielleicht entdeckst du ja ein neues Buch für dich. Und genau dafür möchte ich diesen Post auch gerne nutzen: ❗️Autorinnen und Autoren dürfen sich hier gern vorstellen. Erzählt kurz, wer ihr seid und was ihr schreibt. ❗️Bloggerinnen und Blogger dürfen erzählen, was sie gern lesen und wonach sie vielleicht gerade suchen. Vielleicht entdeckt man sich gegenseitig, unterstützt sich ein bisschen und findet neue Bücher, neue Profile oder neue Menschen, mit denen man sich austauschen kann. Also: Wer bist du? Was liest oder schreibst du? Und welches Buch sollte man deiner Meinung nach unbedingt auf dem Schirm haben? Eurer Ben 🤍 Musik: @lyberamusic
438 70
17 days ago
Werbung / Rezensionsexemplar „Jasper Field“ hat alles, was ich gerade an Literatur so mag. Zum Teil ein Wirtschaftskrimi, Politthriller, Coming-of-Age-Story und dazu zwei queere Figuren. Zusammen ergibt das ein Buch, das ich nicht nur verschlungen habe, sondern das mich hinterher regelrecht in eine Leere gestürzt hat, wie ich sie so noch nie erlebt habe. Dieses seltsame Gefühl, wenn etwas Großes endet und man dafür noch gar nicht bereit ist. Es wirkt fast so, als wäre dieses Buch für mich geschrieben worden. Mit Superlativen halte ich mich ja meist zurück: hier kann ich das gar nicht. Jasper Field ist nicht nur das beste Buch, das ich vermutlich je gelesen habe, sondern wird in Zukunft auch wertungstechnisch zum Maßstab meiner Rezensionen. Der Autor hat sich mit diesem Buch in die Riege meiner Lieblingsautoren geschrieben. Man mag es zudem kaum glauben, aber das Buch ist im Selbstverlag erschienen. Ich hätte es mit Leichtigkeit in einem großen Publikumsverlag gesehen. Simon Jarr hat mit diesem Debüt etwas geschaffen, das man nur selten findet: einen Roman, der Thriller, Drama und Gesellschaftskritik mühelos vereint. Einen Polit- und Wirtschaftsthriller, der über sich hinauswächst, der die Macht der Medien, den Wert von Wahrheit und die Grenzen von Moral beleuchtet. Und mittendrin zwei Männer, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Max Sandberg, Erbe eines Zeitungsimperiums, und Jasper Field, der geheimnisvolle Fremde mit einer Vergangenheit, die alles verändert. Knappe 850 Seiten. Keine zu viel, im Gegenteil, ich hätte locker noch 200-300 Seiten mehr lesen können. Ich wollte einfach nicht, dass diese Geschichte endet. Jasper Field ist für mich nicht einfach nur Buch, es ist ein literarisches Meisterwerk. Und vermutlich sogar das beste Buch, das ich je gelesen habe. ❗️An dieser Stelle möchte ich euch meine ausführliche Rezi auf meinem Blog ganz besonders ans Herz legen. Es passt unmöglich alles in diesen Post. Link in der Bio! ‼️Schaut auch gern mal beim Autor rein: @simonjarr_author Vielen Dank, lieber Simon für das Reziexemplar.
519 128
6 months ago
Carla Bergmann startet ihr Praktikum bei der Düsseldorfer Morgenpost und landet erstmal bei den Polizeimeldungen. Doch eine scheinbar kleine Geschichte rund um einen Einbruch bei regimekritischen Exilrussen entwickelt sich schnell zu etwas viel Größerem. Geheimdienste, politische Verstrickungen, technologische Kriegsführung, wirtschaftliche Interessen und die Frage, wer eigentlich von Krisen und Kriegen profitiert. Besonders spannend fand ich die Verbindung aus investigativem Journalismus und Politthriller. Eckert zeigt sehr eindrucksvoll, wie sehr Medienhäuser heute unter Druck stehen: Stellenabbau, Klickzahlen, Fusionen und gleichzeitig die Frage, ob echter Journalismus überhaupt noch möglich ist. Carla funktioniert als Hauptfigur richtig gut. Sie ist ehrgeizig, neugierig und glaubt noch daran, dass Journalismus etwas verändern kann. Dazu kommt Jan Koller, ein ehemaliger Star des Investigativjournalismus, der sich längst in seiner komfortablen Medienrolle eingerichtet hat. Die Dynamik zwischen den beiden war für mich tatsächlich eines der Highlights des Buches. Auch stilistisch hat mich der Roman komplett abgeholt. Kurze Kapitel, hohes Tempo, klare Sprache und keine unnötigen Ausschweifungen. Man nimmt sich ständig vor, „nur noch ein Kapitel“ zu lesen und plötzlich sind wieder fünfzig Seiten vorbei. Natürlich ist nicht alles perfekt. Gerade im Mittelteil wirft Eckert sehr viele Themen gleichzeitig in den Ring: Geheimdienste, KI, Rüstungskonzerne, Medienkrise, Ukrainekrieg. Das funktioniert größtenteils gut, manchmal hätte ich mir aber gewünscht, dass einzelne Aspekte noch etwas mehr Tiefe bekommen. Trotzdem bleibt am Ende ein hochaktueller Politthriller, der nicht nur spannend unterhält, sondern auch zum Nachdenken anregt. Vor allem darüber, wie nah Fiktion und Realität inzwischen manchmal beieinander liegen. Meine weitaus ausführlichere Rezension findet ihr auf meinem Blog. Link in der Bio! Vielen Dank an das Presseteam vom Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar. @penguinbuecher @horst.eckert.autor
51 5
1 hour ago
Mich hat wieder ein Bloggerpäckchen erreicht, diesmal von der lieben @mao_autorin . Ihr neuer Sara Konrad Thriller „Die Pipeline“ ist vor kurzem erschienen und auf meinem Blog findet ihr bereits die Rezension zu Band 7. Ich bedanke mich für dieses tolle Päckchen. 🫶 Werbung / Rezensionsexemplar Musik: @lyberamusic #buchblog #buchblogger #sarakonradthriller #thrillerbooks #buchkomet
88 8
3 days ago
Ein Hochhaus mitten in Zürich, ein tobender Sturm draußen, ein Geiselnehmer im Inneren und mittendrin Danica Troy von der Kantonspolizei. Das ist so ziemlich die Ausgangslage von „Hardbrücke“. Mike Mateescu macht daraus aber keinen simplen Whodunit-Krimi mit Spurensuche und gemütlichem Miträtseln, sondern eher einen druckvollen Thriller, der sich immer weiter zuspitzt. Das war richtig stark, weil ich anfangs ehrlich gesagt etwas völlig anderes erwartet hatte. Besonders gut funktioniert dabei das Setting. Dieses alte Wohnhaus wirkt wie ein eigener kleiner Kosmos voller Menschen, Geschichten und Konflikte. Das Thema rund um den Wohnungsmarkt und Verdrängung verleiht der Geschichte aktuelle Brisanz. Das Unwetter draußen verstärkt diese bedrückende Stimmung zusätzlich und punktet damit auf ganzer Linie. Der Roman lebt überhaupt stark von seinen Charakteren. Die Bewohner des Hauses sind eigen, teilweise schräg, und manchmal schwer einzuschätzen. Danica Troy mochte ich ebenfalls recht schnell, weil sie impulsiv auftritt, nicht immer bequeme Entscheidungen trifft und dadurch deutlich menschlicher und authentischer wirkt, als viele „Standard-Ermittler“. Ganz ohne Kritik geht’s dann aber auch nicht: Die vielen Perspektivwechsel machen es schwer, sich zu fokussieren, das wirkt stellenweise doch etwas hektisch und unnötig und torpediert das doch solide Fundament etwas. Je mehr alles ans Finale rückt, umso spannender wird’s, da will man einfach nur noch wissen, wie alles endet. Tatsächlich war ich auch etwas verblüfft, weil ich einige Entwicklungen so nicht kommen sehen konnte. Das macht insgesamt durchaus Lust auf mehr und zum Glück habe ich Band 2 schon hier. Vielen Dank an den @thgutverlag für das Rezensionsexemplar. @mike_mateescu Werbung / Rezensionsexemplar Musik: @richmlwd.music
165 22
3 days ago
Genesis. Die Katze ist aus dem Sack. Ich starte heute offiziell @buchknall - und das hier ist kein Versprechen, sondern etwas, das bereits funktioniert. Buchknall ist ein SciFi-Lexikon mit über 6.400 deutschsprachigen Titeln - inklusive des größten zusammenhängenden Science Fiction Glossars im gesamten deutschsprachigen Raum - rasant wachsend. Jedes Buch bekommt eine eigene Seite mit Cover, Beschreibung und Kauflinks. Leser finden dich über Subgenre-Filter, Stimmungssuche und den Buchknall-Mechanismus. - Das passiert durch meine Arbeit im Hintergrund. Ich bin hauptberuflich SEO-Manager & Copywriter und Buchknall wird bereits jetzt gesehen, das zeigen mir die Tools und Schnittstellen. Buchknall ist ab heute übrigens offiziell gemeldet und kein Spaßprojekt. Was Buchknall anders macht: Ein Fairness-Algorithmus sorgt dafür, dass dein Debut-Roman genauso oft angezeigt wird wie ein Bestseller. Rotation statt Ranking. Keine Bezahlplatzierungen oder Bevorzugung. Dazu eine 3D Galaxy Map mit einer halben Million Sterne. Jedes eingetragene Buch bekommt seinen eigenen Stern in einer interaktiven Galaxie - wenn deine Geschichte dort spielt. Du kannst hinfliegen, reinzoomen, entdecken. Das Ganze ist komplett kostenlos. Für Autoren. Für Leser. Buchknall verdient über Affiliate-Links - und das auch nur, wenn ein Autor verdient. Du zahlst nichts. Käufer bezahlen das gleiche für ihre Wunschbücher und Autoren verdienen das gleiche an den verkauften Büchern. Zusammen mit dem lieben Ben @Buchkomet möchte ich heute ankündigen, wofür Buchknall steht: Eine echte Sichtbarkeitslösung für Indie-Autoren im deutschsprachigen SciFi. Die Plattform läuft bereits. 28 Subgenres sind live. Die Bücher sind drin. Und zwar nur die ohne KI. 82% aller Self-Publisher verkaufen weniger als 100 Exemplare. Das Problem ist fast nie das Buch oder das Können. Es ist die Sichtbarkeit. Genau das ändert Buchknall. Du willst sichtbar werden und die Vorteile selbst erleben? buchknall.com/eintragen #buchknall #scifi #deutschescifi #sciencefiction #selfpublishing #indieautor #autorenleben #buchmarketing #sichtbarkeit #schreibcommunity #buchempfehlung #lesetipp #indieauthor #phantastik
127 37
5 days ago
Mich hat heute ein ganz besondere Bloggerbox erreicht. Zum Auftakt des neuen historischen Krimis „Mordlust am Schlossberg“ von @schreib.franz , gab es für mich eine tolle Bloggerbox mit ganz vielen Goodies und natürlich dem Buch selbst. Ich freue mich sehr auf die Lektüre und danke @schreib.franz , dem @gmeinerverlag und @wolkenlosagentur für diese überaus gelungene Bloggerbox. Vielen Dank! 🫶 #bloggerbox #buchblog #franzpreitler #gmeinerverlag #historischerkrimi
98 8
5 days ago
Emma träumt davon, Astronautin zu werden, mit allem, was dazugehört: ESA-Auswahlverfahren, Entbehrungen, Zweifel und Menschen, die ihren Traum nicht ernst nehmen. Besonders ihr Freund Michael scheint mehr Angst vor Emmas Zukunft zu haben als Verständnis für ihre Leidenschaft. Nach einem Streit verschlägt es Emma schließlich nach Hawaii, wo sie auf Elias trifft, einen Wissenschaftler, der ihre Faszination für das Weltall teilt. Was zunächst wie eine simple Lovestory wirkt, baut sich Stück für Stück zu einer starken Familiensaga über mehrere Generationen hinweg auf. Die Geschichte springt mühelos zwischen Gegenwart und Vergangenheit umher. Die historischen Passagen rund um Marie und Susanna haben mir dabei richtig gut gefallen. Es geht um Freundschaft, Verlust, Antisemitismus, gesellschaftliche Zwänge und zerbrochene Lebenswege. Die Figuren sind on top. Emma wirkt nie wie die typische „Heldin“, sondern wie eine Frau, die trotz Unsicherheiten an ihrem Traum festhält. Elias ergänzt sie dabei wunderbar, auch wenn ich mir zwischen den beiden tatsächlich etwas mehr Nähe gewünscht hätte. Egal ob ESA-Auswahlverfahren, Weltraumforschung oder die historischen Hintergründe, die Recherche ist überaus gelungen. Selbst wenn man mit Astronomie oder Wissenschaft eigentlich wenig anfangen kann, packt einen der Roman dann doch ziemlich schnell. Am Ende ist „Der Unendlichkeit so nah“ ein wirklich emotionaler, atmosphärischer und hervorragend recherchierter Roman über Träume, Liebe und Familiengeheimnisse. Absolut lesenswert. Übrigens auch die Fortsetzung „Die Freiheit so weit“, welche ich bereits gelesen und rezensiert habe. Vielen Dank an @theresakern_renafischer für das Rezensionsexemplar. @dtv_verlag Musik: @richmlwd.music
198 23
6 days ago
Man soll ja Feste feiern, wie sie fallen. Und gestern haben wir hier die 3000 Follower geknackt. Wahnsinn! 🤯 Als ich vor etwas mehr als zwei Jahren mit dem Blog „Buchkomet“ angefangen habe, hätte ich niemals gedacht, dass daraus einmal so viel mehr entsteht. Mit einigen von euch verbindet mich inzwischen weit mehr als nur die Liebe zu Büchern. Aus Kommentaren wurden Nachrichten, aus Nachrichten tolle Gespräche und aus manchen Kontakten echte Freundschaften. Dafür bin ich unglaublich dankbar. Mein Dank geht auch an die vielen Verlage, Agenturen sowie Autorinnen und Autoren, die mir ihre Geschichten anvertrauen. Bücher, die ich unter anderen Umständen vielleicht niemals entdeckt hätte. Und auch heute sind sämtliche Anfragen keine Selbstverständlichkeit für mich. Und egal, wie schwer das Leben manchmal sein kann, Bücher schaffen immer etwas ganz Besonderes. Sie lassen uns abtauchen. Für einen Moment fliehen. Mitfiebern. Hoffen. Träumen. Ob Fantasy, Horror, Thriller oder historischer Roman: Uns verbindet dieselbe Leidenschaft. Und diesen Austausch möchte ich inzwischen nicht mehr missen. Über 3000 Menschen sind mittlerweile hier dabei. Und dafür möchte ich einfach nur Danke sagen. Danke für eure Zeit. Danke für eure Unterstützung. Danke, dass ihr hier seid. Euer Ben 🤍
291 113
8 days ago
„Die Pipeline“ von Marley Alexis Owen ist der siebte Band der Sara-Konrad-Reihe und führt Sara in den Yukon. Ihre Kollegin Jay ist verschwunden beziehungsweise in Schwierigkeiten, indigene Frauen werden vermisst und eine skrupellose Fracking-Firma zieht im Hintergrund ihre Fäden. Das Buch hat Haltung: Es geht hier nicht nur um die Action und Verfolgungen, sondern auch ums Wegsehen, Machtmissbrauch und die große Frage, wer eigentlich geschützt wird und wer nicht. Jays Verbindung zum Reservat, zu ihrer Familie und zu den verschwundenen Frauen gibt der Geschichte einen ordentlichen emotionalen Drive, der dem Thriller richtig guttut. Sara selbst bleibt die bekannte toughe, und schlagfertige Hauptfigur, aber für mich ist Jay hier fast schon der spannendere Part. Ihr Innenleben und ihre Verletzlichkeit machen vieles intensiver und spannender. Die Dynamik zwischen den beiden Frauen trägt das Buch über weite Strecken. Handwerklich ist „Die Pipeline“ solide geschrieben. Ab der Mitte zieht das Tempo merklich an, und einige Szenen haben ordentlich Druck. Ganz rund ist es für mich trotzdem nicht. Manche Bösewichte bleiben eher Stereotyp ohne besonders viele Grautöne und auch die Plotlogik arbeitet stellenweise mit klassischer Thrillerbequemlichkeit: sehr fähige Heldinnen, sehr passendes Timing, sehr nützliche Technik. Das ist nicht schlimm, aber man merkt eben, dass hier eher Spannung als Realismus im Vordergrund steht. „Die Pipeline“ bleibt allerdings ein interessanter und atmosphärischer Thriller mit gutem Setting, tollen Hauptfiguren und klarer Botschaft. Kleinere Abzüge gibts in der B-Note. Vielen Dank an @mao_autorin für das Reziexemplar. Werbung / Rezensionsexemplar
135 15
11 days ago
„Mercutios Romeo“ von M.T.H. Buchner und S. Kirnach ist eine autofiktionale Coming-of-Age-Geschichte über Niklas, der während seines Unteroffizierlehrgangs auf Finn trifft. Und Finn ist nicht einfach nur irgendein Kamerad. Finn bringt Niklas völlig aus dem Konzept und beide stehen plötzlich genau dort, wo es gefährlich wird: mitten zwischen Sehnsucht, Begehren, Angst und der Frage, wie offen man in einer Welt sein darf, die nach außen oft härter wirkt. Bundeswehr, Stube, Lehrgang, Dienstgrade, Rituale, Sprüche, Abkürzungen, das Setting ist für diese Art Roman schon fast einmalig. Man spürt diese Welt einfach. Manchmal zu sehr. Denn ja, der Bundeswehr-Slang kann hin und wieder erschlagen. Wer damit gar nichts anfangen kann, wird an manchen Stellen vermutlich kurz aussteigen oder zum Glossar greifen müssen. Gleichzeitig entsteht dadurch aber auch eine Authentizität, die einfach gewollt ist. Niklas mochte ich als Figur sehr. Er ist unsicher, verletzt und manchmal überfordert. Sein Trauma, seine Angst und seine vorsichtige Hoffnung machen ihn greifbar. Finn dagegen ist charmant, körperlich präsent, witzig, aber auch ein ziemlicher emotionaler Trampel. Genau daraus entsteht die Spannung zwischen den beiden. Das ist eine schöne Romance, über junge Männer, die Nähe wollen, aber mit Ehrlichkeit und Verletzlichkeit noch ziemlich kämpfen. Handwerklich ist das Buch nicht ganz perfekt. Der Stil ist rau, direkt, oft derb und manchmal etwas zu vollgestopft mit Sprüchen, Sex, Slang und inneren Kommentaren. Einige emotionale Szenen hätte man durchaus noch etwas vertiefen können. Gleichzeitig hat der Text aber auch etwas, das vielen Büchern fehlt: eine eigene Stimme. „Mercutios Romeo“ ist manchmal chaotisch, manchmal sperrig, manchmal überraschend berührend. Wer eine klassische Romance sucht, der könnte hier vielleicht nicht ganz abgeholt werden. Wer aber Lust auf ein ungewöhnliches Setting, rohe Gefühle und zwei Figuren hat, die erst lernen müssen, was sie einander bedeuten, findet hier ein Buch mit Ecken, Kanten und einem großen Herz. Vielen Dank an @mthbucher für das Rezensionsexemplar. Werbung / Rezensionsexemplar
166 15
13 days ago
Max ist Philosophiestudent und Pizzabote und gehört dabei eher nich zu den ersten Menschen, die man ruft, wenn ein Mordfall diskret und professionell gelöst werden soll. Dummerweise gerät er trotzdem da rein, als er eine vegane Quattro Formaggi ausliefern soll und plötzlich ein Toter auf seinem Beifahrersitz sitzt. Max stolpert mehr in die Ermittlungen hinein, als dass er sie souverän führt. Sehr zum Missfallen von Kommissar Knörr, der ihn ohnehin für eine wandelnde Red Flag hält. Gemeinsam mit seinem Umfeld gerät Max immer tiefer in die Trierer Karaoke-Szene, eine herrlich schräge Parallelwelt aus verletzten Eitelkeiten, Rivalitäten, Drohbriefen, schlechten Entscheidungen und Menschen, die vermutlich alle besser beraten wären, einfach mal leise zu sein. Der Autor hat ein richtig gutes Gespür für Dialoge, Situationskomik und Figuren. Max ist herrlich überfordert, dabei aber nie dumm geschrieben. Seine philosophischen Gedankengänge geben der Geschichte immer wieder eine einzigartige Note. Auch die Nebenfiguren tragen enorm viel zur Atmosphäre bei. Ob bester Kumpel, eigenwilliger Kommissar oder schillernde Karaoke-Gestalten: Das Buch lebt einfach von diesen Typen, ihren Macken und der Art, wie sie aufeinanderprallen. Genau hier wird der Lachmuskel der Leserschaft bemüht. Der Fall selbst ist unterhaltsam und flott erzählt. „Pizza Porta“ will dabei nicht der düsterste, härteste oder komplizierteste Krimi sein. Zum Glück. Das Buch weiß ziemlich genau, was es sein möchte: nämlich eine schräge, kluge und sehr charmante Krimikomödie mit ordentlich Tempo und einer großen Portion Persönlichkeit. Ich hatte beim Lesen durchgehend Spaß. Und das ist bei humorvollen Krimis ja gar nicht so selbstverständlich, weil Humor hier schnell drüber wirken kann. „Pizza Porta – Karaoke Konnektion“ ist am Ende wie eine gute Pizza: knuspriger Boden, ordentlich Spaß obendrauf und irgendwo dazwischen ein Mordfall, der besser unterhält als gedacht. Klare Empfehlung für alle, die Krimis mögen, aber keine Lust auf bleischwere Ermittlungsroutine haben. Vielen Dank an @dirk.schreibt und dem @kbv_verlag für das Reziexemplar. Werbung / Rezensionsexemplar
189 16
15 days ago