Über zehn Jahre lang habe ich im Bürojob gesagt:
Wenn ich jemals etwas finde, das mich wirklich begeistert, mache ich dafür sogar nochmal eine Ausbildung.
Im Büro habe ich mich deplatziert gefühlt.
Imposter-Syndrom lässt grüßen.
Anfang 2020 habe ich meine Berufung gefunden und mich schließlich selbstständig gemacht.
Im eigenen Wohnzimmer am eigenen Projekt zu arbeiten – nein, an einer neuen Identität – fühlt sich richtig an.
Auf Veranstaltungen genauso.
Ob Mittelalterfestival oder Streaming-Event: Beruflich dort Zeit verbringen zu dürfen, fühlt sich nach einer richtigen Entscheidung an.
Und doch bin ich dort weiterhin der, wie schon mein ganzes Leben, der anders ist.
Auf dem Streamerkonzert singe ich über Zubern und Schmiedehandwerk. Auf dem Markt bin ich derjenige, der von so neumodischen Dingen wie Twitch erzählt.
Aber auf Twitch selbst – zusammen mit der ZuberCrew – ist genau das selbstverständlich geworden.
Dort haben wir eine kleine Welt geschaffen, in der diese Identität das Normalste ist.
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Ohne den Imposter könnte der Text hier enden.
Doch ist es weniger die Angst, dass plötzlich alles vorbei sein könnte.
Es ist die Angst, dass diese kleine Welt vielleicht ein Gefängnis ist.
Ich kann mir nicht vorstellen, jemals unter einem anderen Namen Kunst zu machen.
Ich traue mich nicht, weniger Zeit in den Stream zu investieren, um neben Technik, Buchhaltung und Alltag ein Album, die Bardehaus Band, Booking, Songwriting oder sogar ein Privatleben zu verfolgen.
Doch auch für die Pläne, die ich für die Onlinepräsenz habe, bräuchte ich mindestens eine weitere Person. Musikvideos, Clips, Kurzvideos, Just Chatting & Politikstreams, die Ideen sind endlos.
Ausprobiert habe ich viel.
Was am besten funktioniert, sind die Musikstreams.
Am Donnerstag findet der nächste Bardetag statt.
Musikstream Nummer 540.
Und ich freue mich darauf.
Foto:
@dela.rs4
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