Günther Uecker | Übernagelte Möbel „Da muss ein Nagel reingeschlagen werden, damit da Widerstand erzeugt wird, so dass Kunst eindringen kann in die Banalität von Leben.“ Günther Uecker
Günther Ueckers von Nägeln überzogene Objekte knüpfen an die Idee des objet trouvé an – jenes im dadaistischen Umfeld entstandene Konzept, bei dem gefundene Alltagsobjekte verfremdet und in einen neuen künstlerischen Zusammenhang überführt werden. Auch Uecker eignet sich Dinge des täglichen Lebens – Fernseher, Musikinstrumente oder Möbel – an und verwandelt sie in den 1960er-Jahren durch die Bearbeitung mit Nägeln in Kunstwerke. Die Übernagelungen erinnern an natürliche Wachstumsprozesse von Flechten, Gras, Moosen oder Fell.
Mit den übernagelten Objekten geht Uecker auch der Frage nach der Verletzlichkeit und Fragilität unserer konsumgesteuerten Gesellschaft nach. Ein Beispiel dafür ist der Fernsehapparat, der mit Nägeln besetzt ist. Das Werk übt Kritik an der Wirkung moderner Massenmedien, die Gewalt und Leid abstumpfen lassen. Der Akt des Hämmerns bringt die physische Realität von Schmerz zurück – als Gegenpol zur Abstraktion der Fernsehbilder. Die Nägel „verletzen“ den Bildschirm und stellen zugleich seine Fähigkeit wieder her, Gefühle zu vermitteln, wodurch die physische Verbindung zwischen uns als Betrachtenden und der Welt erneuert wird.
Die übernagelten Objekte vereinen somit viele Ebenen: Sie haben politische, poetische, existenzielle und kritische Bedeutungen.
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Günther Uecker
TV auf Tisch, 1963
Foto: David Ertl , © Foto: Uecker Archiv
TV auf Tisch, 1963 & Tanzende Nadel für Pina Bausch, 2019
Rasenmöbel, Stuhl, 1963
Privatsammlung
Piano, 1964
©️ Sammlung Würth
@wuerth_collection
Tisch, 1963/1964
Hommage à Paul Scheerbart (Scheerbartwesen), um 1969,
©️Sammlung Pohl, Marburg
©️Kunstpalast, Düsseldorf
@kunstpalast
Lesetisch, 1963
©️Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf
@kunstsammlungnrw
Fotos: Mich Vincenz, VG Bild-Kunst, Bonn 2026
für die Werke von Günther Uecker:
©️ VG Bild-Kunst, Bonn 2026