Ab einem bestimmten Moment beginnen Black People doppelt zu sehen.
Einerseits sehen wir aus unserer eigenen Perspektive. Und gleichzeitig lernen wir uns durch die Augen der Gesellschaft zu betrachten: als kindisch, primitiv, kriminell. It’s called double consciousness. Ab da fragen wir uns, ob wir auch jenseits des white Gaze existieren, ob wir überhaupt existieren.
Gegen das Gefühl der Inexistenz kämpfen wir unser Leben lang an. Wir arbeiten uns an den Bildern ab, die auf unseren Körpern haften. Dazu gehört, ihre Herkunft zu kennen, ihre Wandlungen zu verstehen und ihre Funktionen zu decodieren. Ein Blick in die europäische Kunstgeschichte lohnt. Sie zeigt nicht nur die Langlebigkeit dieser Ikonographien von Blackness, sondern auch ihre Künstlichkeit. An dieser Stelle macht die Kunst sichtbar, dass wir nicht so sind, wie die Gesellschaft sieht – und dass der white Gaze von Gespenstern besessen ist, die man bereits im Mittelalter rief.
Die europäische Kunstgeschichte zeigt uns demnach indirekt, um mit Saidiya Hartman zu sprechen: Dass Black People mehr sind als Nichts.