du sprichst, ich bin,
du schweigst, ich war -
weil wir nicht sein dürfen,
wo wir jeweils einzeln sind, arrangieren wir uns
an den rändern,
an denen wir dann die salzgedichte
dichten.
die städte, in denen
wir uns trafen, waren nah an häfen und sobald ich
das ende
nahen sah,
versuchte ich,
dich zu überzeugen,
mit mir auf eine
der inseln zu fahren,
die vor den städten lag, du fragtest warum, und ich erzählte dir,
wie ich über édouard
glissant las, dass er
über inselketten schrieb,
sie könnten über ferne distanzen miteinander kommunizieren, und, fügte ich hinzu, weil du nicht weißt,
wie meine haut schmeckt nach einem langen tag
am meer, du lächeltest,
doch, das weiß ich. ich gab auf und sank
in unser bett zurück, das schließlich eine insel wurde,
in noch jeder stadt, in der wir uns trafen,
und während alle wasser um uns stiegen,
wurde noch jedes bett eine insel, wie auch jenes in yerevan,
und das salz würde auch am abend,
nicht weggegangen sein,
wenn ich auf dem balkon stand, konnte ich es schmecken in deinem mundwinkel, meine augen kamen
auf dem haus gegenüber zu ruhen,
das in der blauen stunde
stand, ich konnte um uns,
um die stadt, die berge erahnen,
mit dem blick auf dem haus in der blauen stunde
würde ich eine zigarette rauchen
und mir die buchstaben vorstellen,
die wir als fragmente setzen. sie, die fragmente, entziehen sich
der verwertung von totalitat,
sie sind bereit, mit sich zu brechen, wie wir, die bruchstücke
verweisen auf kein ganzes,
doch sie bilden brüchige einheiten: module, die konfigurationen hervorbringen oder lesbar machen, die sternbildern ähneln,
oder archipelen, oder eben édouard glissants
inselketten, die über ferne distanzen
miteinander kommunizieren. mit blick auf das haus
in der blauen stunde und einer ahnung der berge
um uns, würde ich mich erinnern, wie ich die letzten jahre wünschte, ein ostern mit dir zu sein, wie im april in yerevan
ein bett dann unsere insel war, wo wir die namen der städte nannten,
die wir verloren hatten und das salz in unseren
mündern mehrten
11 months ago